1.3.3 Professuren

Definition

Professuren und darunter Juniorprofessuren in Hamburg 2012 bis 2018 nach Besoldung und Arbeitszeit

Bedeutung

Der Indikator steht für die die Beteiligung von Frauen und Männern an den Professuren und Juniorprofessuren der Hamburger Hochschulen. Er gibt Hinweise auf

  • die Beteiligung von Frauen an den Professuren der Hochschulen,
  • mögliche strukturelle Hindernisse im Wissenschaftsbetrieb, die eine wissenschaftliche Karriere für Frauen und ihren Zugang zu Spitzenpositionen in Forschung und Lehre erschweren,
  • das Potenzial zur Besetzung von Professuren mit Frauen,
  • den erleichterten Zugang zum Wissenschaftsbetrieb durch die Einführung von Juniorprofessuren, die verstärkt mit Frauen besetzt sind,
  • Besoldungsrückgänge durch Umstellung auf W-Professuren, die insbesondere Frauen betreffen,
  • Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Professur und Familie durch zunehmende Teilzeitbeschäftigung,
  • geschlechterstereotype Wahl des Arbeitszeitmodells.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2018

Die Linien zeigen die Absolutzahlen aller Professorinnen (rot) und Professoren (blau) im jeweiligen Jahr. Es zeigt sich, dass die Anzahl der Frauen im gesamten Betrachtungszeitraum deutlich unter der der Männer lag, was auch die Säulen veranschaulichen, die den Frauenanteil im jeweiligen Jahr darstellen. Es wird ersichtlich, dass sich der Frauenanteil von 2012 (25 Prozent) bis 2018 (29 Prozent) nur leicht erhöht hat.

Juniorprofessuren in Hamburg 2012 bis 2018

Betrachtet man darunter die Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren, zeigt sich ein Frauenanteil (Säulen) von 48 Prozent im Jahr 2012 bis 50 Prozent im Jahr 2017, der aber im Jahr 2018 wieder auf 48 Prozent sank.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2018 nach Hochschulart

Sowohl Professorinnen als auch Professoren waren im Betrachtungszeitraum hauptsächlich an Universitäten beschäftigt, wie diese Grafik veranschaulicht. Zweithäufigste Hochschulart war für Frauen wie für Männer die Fachhochschule und Verwaltungsfachhochschulen, gefolgt an dritter Stelle von den Kunsthochschulen. Die Verteilung auf die verschiedenen Hochschularten unterlag dabei im Jahresvergleich keinen großen Schwankungen und gestaltete sich für Frauen und Männer ähnlich.

Professuren in Hamburg 2018 nach Fächergruppe

Bei der Betrachtung nach Fächergruppen fallen für das Jahr 2018 jedoch Unterschiede zwischen Frauen und Männern ins Auge. Hier reichte der Frauenanteil von 13 Prozent (Ingenieurwissenschaften) bis 50 Prozent (Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften) und die Anzahl der Professorinnen von sechs (Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften) bis 198 (Rechts- und Wirtschaftswissenschaften) je Fächergruppe.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2018 nach Fächergruppe

Jahr
Fächergruppe 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
weiblich
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 9 9 6 6 6 6 6
Humanmedizin 21 33 42 51 51 54 60
Ingenieurwissenschaften 24 24 27 45 48 51 48
Kunst 72 81 72 75 72 69 51
Mathematik 51 51 54 42 48 48 48
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 156 177 174 228 192 201 198
Geisteswissenschaften 111 129 120 75 75 78 78
Weitere Fächergruppen 12 9 9 12 6 9 6
Insgesamt 456 513 507 540 498 516 495
männlich
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 12 9 9 9 3 6 6
Humanmedizin 105 123 129 138 135 144 150
Ingenieurwissenschaften 288 279 270 336 330 333 336
Kunst 177 168 147 135 141 132 81
Mathematik 228 237 240 171 171 171 156
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 411 387 393 486 372 411 378
Geisteswissenschaften 141 144 138 81 93 93 90
Weitere Fächergruppen 15 15 12 15 12 12 12
Insgesamt 1.374 1.365 1.338 1.371 1.257 1.299 1.206
insgesamt
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 21 18 15 15 9 12 12
Humanmedizin 126 156 171 189 186 198 210
Ingenieurwissenschaften 312 303 297 381 378 384 384
Kunst 249 249 219 210 213 201 132
Mathematik 279 288 294 213 219 219 204
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 567 564 567 714 564 612 576
Geisteswissenschaften 252 273 258 156 168 171 168
Weitere Fächergruppen 27 24 21 27 18 21 18
Insgesamt 457 514 508 541 499 517 496

Professuren in Hamburg 2018 nach Besoldung

Frauen

Männer

 

Betrachtet man die Professuren nach den unterschiedlichen Besoldungsgruppen, so zeigt sich, dass Frauen im Jahr 2018 im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen (78,3 Prozent) zu einem größeren Anteil W-Professuren innehatten (86,6 Prozent). Vor allem der Anteil an W1-Professuren (Juniorprofessuren) lag bei den Frauen mit 9,6 Prozent von allen Professorinnen deutlich höher als bei den Männern (4,4 Prozent von allen Professoren). Im Gegenzug dazu waren bei allen höher dotierten C-Professuren die Männer stärker vertreten als die Frauen.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2018 nach Besoldung und Arbeitszeit

Die Abbildung veranschaulicht, dass im Betrachtungszeitraum mehr Professorinnen als Professoren in Teilzeit arbeiteten, dass Teilzeit vor allem bei den W-Professuren häufiger vertreten war und dass der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit bei den W-Professuren bei Frauen und Männern anstieg. Ersichtlich wird zudem, dass der Anteil der W-Professuren im Verhältnis zu den C-Professuren im Laufe der Jahre deutlich zunahm.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2018 nach Besoldung

Besoldung
Jahr C 2 C 3 C 4 W 1 W 2 W 3
weiblich
2012 18 60 27 36 111 72
2013 15 60 27 33 153 75
2014 12 51 24 36 162 81
2015 15 45 21 36 174 87
2016 6 42 18 33 186 96
2017 6 36 18 42 189 102
2018 6 33 15 39 201 111
männlich
2012 54 213 165 39 279 255
2013 42 186 153 42 333 237
2014 39 138 135 39 342 255
2015 36 126 126 36 357 273
2016 24 114 114 36 372 282
2017 21 105 99 39 390 294
2018 18 99 90 42 399 306
insgesamt
2012 72 273 192 75 390 327
2013 57 246 180 75 486 312
2014 51 189 159 75 504 336
2015 51 171 147 72 531 360
2016 30 156 132 69 558 378
2017 27 141 117 81 579 396
2018 24 132 105 81 600 417

Methodischer Hinweis

Die Professorinnen und Professoren (einschließlich Juniorprofessorinnen und -professoren) nehmen die ihrer Hochschule jeweils obliegenden Aufgaben in Wissenschaft und Kunst, Forschung und Lehre in ihren Fächern nach näherer Ausgestaltung ihres Dienstverhältnisses selbständig wahr.

Ab dem Berichtsjahr 2002 werden entsprechend dem 5.Gesetz zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes die Juniorprofessorinnen und -professoren (W 1) sowie die W 3- und W 2-Professorinnen und -Professoren in der Hochschulpersonalstatistik erhoben. Hierbei ist zu beachten, dass im Wesentlichen nur dann Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren gemeldet werden, wenn das einschlägige Bundesrecht bereits in Landesrecht umgesetzt wurde.

In den beiden letzten Abbildungen werden nur Besoldungsgruppen nach Beamtenrecht betrachtet. Außen vor bleiben Professuren, die auf anderer Grundlage bezahlt werden, z. B. angestellte Professorinnen und Professoren. Daher kommt es zum Teil zu Abweichungen zu den ersten vier Abbildungen.

Bei den Tabellen wird aus Datenschutzgründen die 3er-Rundung angewendet. Bei diesem datenverändernden Verfahren werden alle Werte auf einen durch 3 teilbaren Wert auf- oder abgerundet. Dadurch entsprechen die Summenpositionen i. d. R. nicht der Summe der einzelnen Positionen. Auch der Wert 0 (für die Fallzahlen 0 und 1 gesetzt) kann Ergebnis dieser Rundung sein.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Statistik des Hochschulpersonals Hamburg 2019, zum Erhebungsstichtag 1. Dezember

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