1.3.3 Professuren

Definition

Professuren und darunter Juniorprofessuren in Hamburg 2012 bis 2017 nach Geschlecht, Besoldung und Arbeitszeit

Bedeutung

Der Indikator steht für die die Beteiligung von Frauen und Männern an den Professuren und Juniorprofessuren der Hamburger Hochschulen. Der Indikator gibt Hinweise auf

  • die Beteiligung von Frauen an den Professuren der Hochschulen,
  • strukturelle Hindernisse im Wissenschaftsbetrieb, die eine wissenschaftliche Karriere für Frauen und ihren Zugang zu Spitzenpositionen in Forschung und Lehre erschweren,
  • die „akademische Kultur“ an den Hochschulen,
  • die Bereitschaft der Hochschulen, Frauen an Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen in Forschung und Lehre teilhaben zu lassen,
  • Potenzial zur Besetzung von Gremien mit Frauen,
  • dem erleichterten Zugang zum Wissenschaftsbetrieb durch die Einführung von Juniorprofessuren, der verstärkt von Frauen genutzt wird,
  • Besoldungsrückgänge durch Umstellung auf W-Professuren, die insbesondere Frauen betreffen,
  • Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Professur und Familie durch zunehmende Teilzeitbeschäftigung,
  • geschlechtsstereotype Wahl des Arbeitszeitmodells,
  • Benachteiligung von Frauen je höher die Position ist, je mehr Gehalt und je mehr Verantwortung vorliegen (sog. „gläserne Decke“)

Professuren in Hamburg 2012 bis 2017 nach Geschlecht

Die Linien zeigen die Absolutzahlen aller Professorinnen (rot) und Professoren (blau) im jeweiligen Jahr. Es zeigt sich, dass die Anzahl der Frauen im gesamten Betrachtungszeitraum deutlich unter der der Männer lag, was auch die Säulen veranschaulichen, die den Frauenanteil im jeweiligen Jahr darstellen. Es wird ersichtlich, dass sich der Frauenanteil von 2012 (25 Prozent) bis 2017 (28 Prozent) nur gering erhöht hat.

Juniorprofessuren in Hamburg 2012 bis 2017 nach Geschlecht

Betrachtet man darunter die Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren, zeigt sich ein höherer Frauenanteil (Säulen) von 47 Prozent im Jahr 2012 bis 49 Prozent im Jahr 2017, wobei zwischenzeitlich der Frauenanteil bis auf 43 Prozent im Jahr 2016 sank.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2017 nach Hochschulart und Geschlecht

Sowohl Professorinnen als auch Professoren waren im Betrachtungszeitraum hauptsächlich an Universitäten beschäftigt, wie diese Grafik anschaulich macht. Zweithäufigste Hochschulart war für beide Geschlechter die Fachhochschule, gefolgt an dritter Stelle von den Kunsthochschulen. Die Verteilung auf die verschiedenen Hochschularten unterlag dabei im Jahresvergleich keinen großen Schwankungen und gestaltete sich für beide Geschlechter ähnlich.

Professuren in Hamburg 2017 nach Fächergruppe und Geschlecht

Bei der Betrachtung nach Fächergruppen fallen für das Jahr 2017 jedoch Unterschiede zwischen Frauen und Männern ins Auge. Hier reichte der Frauenanteil von 13 Prozent (Ingenieurwissenschaften) bis 55 Prozent (Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften) und die Anzahl der Professorinnen von sechs (Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften) bis 200 (Rechts- und Wirtschaftswissenschaften) je Fächergruppe.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2017 nach Fächergruppe und Geschlecht

 Jahr
Fächergruppe 2012 2013 2014 2015 2016 2017
weiblich
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 8 8 7 7 6 6
Humanmedizin 22 33 42 52 52 55
Ingenieurwissenschaften 24 25 27 44 47 50
Kunst 71 80 73 75 73 69
Mathematik 52 51 55 43 47 49
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 157 176 173 229 191 200
Geisteswissenschaften 111 129 120 76 76 78
Weitere Fächergruppen 12 10 9 13 5 9
Insgesamt 457 512 506 539 497 516
männlich
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 12 9 9 9 4 5
Humanmedizin 104 124 128 137 135 145
Ingenieurwissenschaften 289 279 270 336 329 332
Kunst 177 168 146 134 140 131
Mathematik 227 238 241 171 171 172
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 410 388 394 487 373 410
Geisteswissenschaften 141 143 138 82 94 92
Weitere Fächergruppen 14 15 13 14 11 11
Insgesamt 1.374 1.364 1.339 1.370 1.257 1.298
insgesamt
Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 20 17 16 16 10 11
Humanmedizin 126 157 170 189 187 200
Ingenieurwissenschaften 313 304 297 380 376 382
Kunst 248 248 219 209 213 200
Mathematik 279 289 296 214 218 221
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 567 564 567 716 564 610
Geisteswissenschaften 252 272 258 158 170 170
Weitere Fächergruppen 26 25 22 27 16 20
Insgesamt 1.831 1.876 1.845 1.909 1.754 1.814

Professuren in Hamburg 2017 nach Besoldung und Geschlecht

Frauen

Männer

 

Betrachtet man die Professuren nach den unterschiedlichen Besoldungsgruppen, zeigt sich, dass Frauen im Jahr 2017, im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen (76,2 Prozent), zu einem größeren Anteil W-Professuren innehatten (84,8 Prozent). Vor allem der Anteil an W1-Professuren (Juniorprofessuren) lag bei den Frauen mit 10,5 Prozent von allen Professorinnen deutlich höher als bei den Männern (4,2 Prozent von allen Professoren). Im Gegenzug dazu war auf der C4-Besoldung der Frauenanteil am niedrigsten.

Professuren in Hamburg 2012 bis 2017 nach Besoldung und Geschlecht

 Besoldung
Jahr C 2 C 3 C 4 W 1 W 2 W 3
weiblich
2012 17 60 26 35 111 73
2013 14 59 27 33 152 76
2014 13 51 24 35 162 80
2015 15 44 22 35 173 87
2016 7 41 19 32 185 96
2017 7 36 17 41 188 103
männlich
2012 53 213 165 38 278 255
2013 41 187 152 41 334 236
2014 38 139 135 40 342 256
2015 36 126 127 36 357 272
2016 23 113 114 37 373 283
2017 20 106 100 40 390 295
insgesamt
2012 70 273 191 73 389 328
2013 55 246 179 74 486 312
2014 51 190 159 75 504 336
2015 51 170 149 71 530 359
2016 30 154 133 69 558 379
2017 27 142 117 81 578 398

Professuren in Hamburg 2012 bis 2017 nach Besoldung, Arbeitszeit und Geschlecht

Die Abbildung veranschaulicht, dass im Betrachtungszeitraum mehr Professorinnen als Professoren in Teilzeit arbeiteten, dass Teilzeit vor allem bei den W-Professuren häufiger vertreten war und dass der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit bei den W-Professuren bei beiden Geschlechtern anstieg. Ersichtlich wird zudem, dass der Anteil der W-Professuren im Verhältnis zu den C-Professuren im Laufe der Jahre deutlich zunahm.

Methodischer Hinweis

Die Professorinnen und Professoren (einschließlich Juniorprofessorinnen und- professoren) nehmen die ihrer Hochschule jeweils obliegenden Aufgaben in Wissenschaft und Kunst, Forschung und Lehre in ihren Fächern nach näherer Ausgestaltung ihres Dienstverhältnisses selbständig wahr. In den ersten vier Abbildungen werden neben den hauptberuflichen Professuren auch die Gastprofessuren und Emiriti sowie die Honorarprofessuren und Privatdozentinnen und -dozenten betrachtet.

Ab dem Berichtsjahr 2002 werden entsprechend dem 5.Gesetz zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes die Juniorprofessorinnen und -professoren (W 1) sowie die W 3- und W 2-Professorinnen und -Professoren in der Hochschulpersonalstatistik erhoben. Hierbei ist zu beachten, dass im Wesentlichen nur dann Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren gemeldet werden, wenn das einschlägige Bundesrecht bereits in Landesrecht umgesetzt wurde.

In den beiden letzten Abbildungen werden nur Besoldungsgruppen nach Beamtenrecht betrachtet. Außen vor bleiben Professuren, die auf anderer Grundlage besoldet werden, z.B. angestellte Professorinnen und Professoren. Daher kommt es zum Teil zu Abweichungen zu den ersten vier Abbildungen.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Statistik des Hochschulpersonals Hamburg 2018, zum Erhebungsstichtag 1. Dezember