2.3.1 Studierende

Definition

Studierende Frauen und Männer an Hamburger Hochschulen WS 2011/2012 bis WS 2017/2018 nach Fächergruppen und Hochschulart

Bedeutung

Der Indikator steht für das Interesse von Frauen und Männern an einem Studium und für deren Wahl des Studienfaches. Er gibt Hinweise auf

  • geschlechtsspezifische Wahl eines Studiums als Ausbildungsmöglichkeit,
  • geschlechtsspezifisches Studienwahlverhalten,
  • den Einfluss traditioneller Rollenbilder bei der Studienwahl von Frauen und Männern,
  • die geschlechtsspezifische Segregation in „typisch weibliche“ und „typisch männliche“ Studienfächer bzw. Studienfächergruppen und des Arbeitsmarktes.

Studierende in Hamburg WS 2011/2012 bis WS 2017/2018

Die Abbildung zeigt, dass im Beobachtungszeitraum die Anzahl der Studierenden sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern beinahe kontinuierlich über alle Hochschularten anstieg. In allen betrachteten Jahren überstieg dabei die Anzahl der studierenden Männer die der Frauen, wobei sich der Unterschied von knapp plus neun Prozent mehr männliche Studierenden im WS 2011/2012 auf nur noch knapp plus 1,0 Prozent mehr studierende Männer im WS 2017/2018 reduzierte. Frauen liegen damit beinahe gleichauf.

Studierende in Hamburg WS 2011/2012 zum WS 2017/2018 nach Hochschulart

Die Abbildung verdeutlicht, dass im Beobachtungszeitraum sowohl bei den Frauen als auch beiden Männern durchgängig die Universität die bevorzugte Hochschulart war, gefolgt von den Fachhochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen), die in den letzten Jahren immer weiter aufholen. Kunst- und Verwaltungsfachhochschulen spielen im Vergleich eine untergeordnete Rolle.

Studierende in Hamburg WS 2017/2018 nach Fächergruppe

Frauen

Männer

 

Diese Abbildung macht deutlich, dass es bei der Wahl der Studienfächer nach wie vor große Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Zwar liegt der Schwerpunkt der Studienfachwahl bei Frauen und Männern bei den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Es studierten jedoch im Wintersemester 2017/2018 mehr Männer technische und mathematische Studienfächer, Frauen hingegen mehr Geistes- und Gesundheitswissenschaften.

Frauenanteil der Studierenden in Hamburg WS 2011/2012 und WS 2017/2018 nach Fächergruppe

Bei der Betrachtung des Frauenanteils je Fächergruppe zwischen dem WS 2011/2012 und 2017/2018 ist in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften ein leichter Anstieg um plus 0,3 Prozentpunkte hervorzuheben, aber vor allem in der Fächergruppe Mathematik / Naturwissenschaften mit plus 11,7 Prozentpunkten. Dies ist ggf. auf die Neuorganisation der Fächersystematik zurückzuführen, da hier eine Verschiebung des Faches „Informatik“ von Mathematik / Naturwissenschaften in Ingenieurwissenschaften erfolgte.

Studierende vom Wintersemester 2011/2012 bis Wintersemester 2017/2018 in Hamburg nach Fächergruppe

Fächergruppe WS 2011/12 WS 2012/13 WS 2013/14 WS 2014/15 WS 2015/16 WS 2016/17 WS 2017/18
weiblich
01 Sprach- und Kulturwissenschaften ab WS 2015/16 Geisteswissenschaften 10.782 11.550 11.892 11.928 4.407 4.614 4.650
02 Sport 81 96 102 117 111 102 111
03 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 14.499 15.654 16.380 16.707 24.795 25.986 28.977
04 Mathematik, Naturwissenschaften 3.207 3.612 3.888 4.200 3.630 3.780 3.870
05 Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften 5.346 6.003 6.414 6.585 6.699 6.846 7.350
07 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 510 555 582 594 591 588 558
08 Ingenieurwissenschaften 3.141 3.429 3.591 3.948 4.659 4.725 4.728
09 Kunst, Kunstwissenschaften 3.006 3.246 3.330 2.886 3.054 3.234 3.441
10 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 42 33 33 48 39 15 42
Insgesamt 40.614 44.178 46.212 47.013 47.985 49.890 53.727
männlich
01 Sprach- und Kulturwissenschaften ab WS 2015/16 Geisteswissenschaften 5.247 5.454 5.475 5.622 2.352 2.436 2.466
02 Sport 186 201 216 216 228 225 225
03 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 17.853 18.513 18.375 18.927 22.344 23.001 25.425
04 Mathematik, Naturwissenschaften 6.117 6.675 7.146 7.554 4.332 4.482 4.518
05 Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften 2.727 2.904 3.021 3.108 3.180 3.204 3.462
07 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 303 285 288 303 330 339 288
08 Ingenieurwissenschaften 10.755 11.175 11.493 12.030 15.477 15.786 15.942
09 Kunst, Kunstwissenschaften 1.314 1.428 1.488 1.443 1.500 1.500 1.557
10 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 123 93 99 69 156 204 300
Insgesamt 44.625 46.728 47.601 49.272 49.899 51.177 54.183
insgesamt
01 Sprach- und Kulturwissenschaften ab WS 2015/16 Geisteswissenschaften 16.029 17.004 17.367 17.550 6.759 7.050 7.116
02 Sport 267 297 318 333 339 327 336
03 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 32.352 34.167 34.755 35.634 47.139 48.987 54.402
04 Mathematik, Naturwissenschaften 9.324 10.287 11.034 11.754 7.962 8.262 8.388
05 Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften 8.073 8.907 9.435 9.693 9.879 10.050 10.812
07 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 813 840 870 897 921 927 846
08 Ingenieurwissenschaften 13.896 14.604 15.084 15.978 20.136 20.511 20.670
09 Kunst, Kunstwissenschaften 4.320 4.674 4.818 4.329 4.554 4.734 4.998
10 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 165 126 132 117 195 219 342
Insgesamt 85.239 90.906 93.813 96.285 97.884 101.067 107.910

Methodischer Hinweis

Studierende sind in einem Fachstudium immatrikulierte / eingeschriebene Personen, ohne Beurlaubte, Gasthörerinnen und Gasthörer oder Studienkollegiaten. Als Hochschulen werden alle nach Landesrecht anerkannten Hochschulen, unabhängig von der Trägerschaft, ausgewiesen. Sie dienen der Pflege und der Entwicklung der Wissenschaften und der Künste durch Forschung, Lehre und Studium. Das Studium an Universitäten, Pädagogischen und Theologischen Hochschulen setzt die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife voraus. Die Definition eines Studienfaches richtet sich nach dem Hochschulstatistikgesetz (HStatG) und unterliegt einer bundeseinheitlichen Fächersystematik, die die Fächer in Studienbereiche und Fächergruppen einordnet. Die Fächersystematik wurde zwischen 2014/2015 und 2015/2016 neu organisiert, so dass die Vergleichbarkeit der Angaben eingeschränkt ist.

Bei der Tabelle wird aus Datenschutzgründen die 3er-Rundung angewendet. Bei diesem datenverändernden Verfahren werden alle Werte auf einen durch 3 teilbaren Wert auf- oder abgerundet. Dadurch entsprechen die Summenpositionen i. d. R. nicht der Summe der einzelnen Positionen. Auch der Wert 0 (für die Fallzahlen 0 und 1 gesetzt) kann Ergebnis dieser Rundung sein.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Studierendenstatistik für Hamburg 2019

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