2.3.1 Studierende

Definition

Studierende Frauen und Männer an Hamburger Hochschulen WS 2011/2012 bis WS 2016/2017 nach Fächergruppen und Hochschulart

Bedeutung

Der Indikator steht für das Interesse von Frauen und Männern an einem Studium und für deren Wahl des Studienfaches. Er gibt Hinweise auf

  • geschlechtsspezifische Wahl eines Studiums als Ausbildungsmöglichkeit,
  • geschlechtsspezifisches Studienwahlverhalten von Frauen und Männern,
  • den Einfluss traditioneller Rollenbilder bei der Berufswahl von Frauen und Männern,
  • die geschlechtsspezifische Segregation in „typisch weibliche“ und „typisch männliche“ Studienfächer bzw. Studienfächergruppen und des Arbeitsmarktes.

Studierende in Hamburg WS 2011/2012 bis WS 2016/2017 nach Geschlecht

Die Abbildung zeigt, dass im Beobachtungszeitraum die Anzahl der Studierenden sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern beinahe kontinuierlich über alle Hochschularten anstieg. In allen betrachteten Jahren überstieg dabei die Anzahl der studierenden Männer die der Frauen, wobei sich der Unterschied von knapp plus neun Prozent mehr männliche Studierenden im WS 2011/2012 auf nur noch plus 2,5 Prozent mehr studierende Männer im WS 2016/2017 reduzierte.

Studierende in Hamburg WS 2011/2012 zum WS 2016/2017 nach Hochschulart und Geschlecht

Die Abbildung verdeutlicht, dass im Beobachtungszeitraum sowohl bei den Frauen als auch beiden Männern durchgängig die Universität die bevorzugte Hochschulart war, gefolgt von den Fachhochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen). Kunst- und Verwaltungsfachhochschulen spielen eine untergeordnete Rolle.

Studierende in Hamburg WS 2016/2017 nach Fächergruppe und Geschlecht

Frauen

Männer

 

Diese Abbildung macht deutlich, dass es bei der Wahl der Studienfächer nach wie vor signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. So studierten beispielsweise im Wintersemester 2016/2017 mehr Männer technische und mathematische Studienfächer, Frauen hingegen mehr Geistes- und Gesundheitswissenschaften.

Frauenanteil der Studierenden in Hamburg WS 2011/2012 und WS 2016/2017 nach Fächergruppe

Bei der Betrachtung des Frauenanteils je Fächergruppe zwischen dem WS 2011/2012 und 2016/2017 ist in der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften ein leichter Anstieg um plus 0,4 Prozentpunkte hervorzuheben, aber vor allem in der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften mit plus 11,4 Prozentpunkten. Dies ist ggf. auf die Neuorganisation der Fächersystematik zurückzuführen, da hier eine Verschiebung des Faches „Informatik“ von Mathematik/Naturwissenschaften in Ingenieurwissenschaften erfolgte.

Studierende vom Wintersemester 2011/2012 bis Wintersemester 2016/2017 in Hamburg nach Fächergruppe und Geschlecht

Fächergruppe WS 2011/12 WS 2012/13 WS 2013/14 WS 2014/15 WS 2015/16 WS 2016/17
weiblich
01 Sprach- und Kulturwissenschaften ab WS 2015/16 Geisteswissenschaften 10.781 11.551 11.891 11.928 4.407 4.613
02 Sport 80 95 101 118 110 102
03 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 14.501 15.656 16.379 16.706 24.795 25.987
04 Mathematik, Naturwissenschaften 3.208 3.610 3.889 4.200 3.629 3.780
05 Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften 5.345 6.002 6.413 6.585 6.697 6.848
07 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 512 556 583 593 589 586
08 Ingenieurwissenschaften 3.143 3.429 3.593 3.947 4.658 4.726
09 Kunst, Kunstwissenschaften 3.007 3.244 3.332 2.889 3.055 3.231
10 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 42 33 33 48 39 15
Ingesamt 40.619 44.176 46.214 47.014 47.979 49.888
männlich
01 Sprach- und Kulturwissenschaften ab WS 2015/16 Geisteswissenschaften 5.247 5.455 5.476 5.622 2.353 2.438
02 Sport 185 202 216 217 228 226
03 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 17.854 18.512 18.377 18.926 22.346 22.999
04 Mathematik, Naturwissenschaften 6.118 6.674 7.146 7.555 4.332 4.482
05 Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften 2.728 2.905 3.019 3.107 3.181 3.203
07 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 301 283 287 302 331 338
08 Ingenieurwissenschaften 10.756 11.175 11.493 12.031 15.477 15.787
09 Kunst, Kunstwissenschaften 1.314 1.429 1.487 1.442 1.498 1.503
10 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 121 92 99 70 156 205
Ingesamt 44.624 46.727 47.600 49.272 49.902 51.181
insgesamt
01 Sprach- und Kulturwissenschaften ab WS 2015/16 Geisteswissenschaften 16.028 17.006 17.367 17.550 6.760 7.051
02 Sport 265 297 317 335 338 328
03 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 32.355 34.168 34.756 35.632 47.141 48.986
04 Mathematik, Naturwissenschaften 9.326 10.284 11.035 11.755 7.961 8.262
05 Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften 8.073 8.907 9.432 9.692 9.878 10.051
07 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften 813 839 870 895 920 924
08 Ingenieurwissenschaften 13.899 14.604 15.086 15.978 20.135 20.513
09 Kunst, Kunstwissenschaften 4.321 4.673 4.819 4.331 4.553 4.734
10 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 163 125 132 118 195 220
Ingesamt 85.243 90.903 93.814 96.286 97.881 101.069

Methodischer Hinweis

Studierende sind in einem Fachstudium immatrikulierte/ eingeschriebene Personen, ohne Beurlaubte, Gasthörerinnen und Gasthörer oder Studienkollegiaten. Als Hochschulen werden alle nach Landesrecht anerkannten Hochschulen, unabhängig von der Trägerschaft, ausgewiesen. Sie dienen der Pflege und der Entwicklung der Wissenschaften und der Künste durch Forschung, Lehre und Studium. Das Studium an Universitäten, Pädagogischen und Theologischen Hochschulen setzt die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife voraus. Die Definition eines Studienfaches richtet sich nach dem Hochschulstatistikgesetz (HStatG) und unterliegt einer bundeseinheitlichen Fächersystematik, die die Fächer in Studienbereiche und Fächergruppen einordnet. Die Fächersystematik wurde zwischen 2014/2015 und 2015/2016 neu organisiert, so dass die Vergleichbarkeit der Angaben eingeschränkt ist.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Studentenstatistik für Hamburg 2018