3.2.3 Verdienst nach Arbeitszeitmodell

Definition

Verdienst von Frauen und Männern in Vollzeit- und Teilzeitarbeit in Hamburg 2008 bis 2017

Bedeutung

Der Indikator weist die Entlohnung je Arbeitsstunde in verschiedenen Arbeitszeitmodellen aus.

Er steht im Zusammenhang mit

  • den Verdienstunterschieden zwischen Frauen und Männern,
  • den finanziellen Auswirkungen unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle,
  • dem Handlungsbedarf zur Angleichung der Verdienste vor allem für Vollzeitarbeit.

Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst (in Euro und als Index) Vollzeibeschäftigter in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Index: Anteil des durchschnittlichen Bruttostundenverdiensts der Frauen, wenn der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Männer auf 100 gesetzt wird

Die Abbildung zeigt als Linien den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern in Euro. Von 2008 bis 2017 ist der durchschnittliche Bruttostundenverdienst für beide Geschlechter kontinuierlich gestiegen, wobei der Verdienst der Frauen stets unter dem der Männer lag (2017: Frauen: 23,92 Euro, Männer: 29,56 Euro).

Als Säule ist der Index für den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst der Frauen dargestellt. Er gibt den Anteil des durchschnittlichen Bruttostundenverdiensts der Frauen wieder, wenn der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Männer auf 100 gesetzt wird. Der Index von 80,92 Prozent bedeutet, dass der Verdienst der Frauen im Jahr 2017 knapp 81 Prozent des Verdiensts der Männer betrug, also gut 19 Prozent niedriger war. Im Vergleich dazu lag der Index im Jahr 2008 bei 79,62 Prozent.

Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst (in Euro und als Index) Teilzeitbeschäftigter in Hamburg 2008 bis 2017 nach Geschlecht

Index: Anteil des durchschnittlichen Bruttostundenverdiensts der Frauen, wenn der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Männer auf 100 gesetzt wird.

Die Abbildung zeigt als Linien den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von teilzeitbeschäftigten Frauen und Männern in Euro. Von 2008 bis 2017 ist der durchschnittliche Bruttostundenverdienst für beide Geschlechter kontinuierlich gestiegen, wobei der Verdienst der Frauen über dem der Männer lag (2017: Frauen: 21,12 Euro, Männer: 19,76 Euro).

Als Säule ist der Index für den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst der Frauen dargestellt. Er gibt den Anteil des durchschnittlichen Bruttostundenverdiensts der Frauen wieder, wenn der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Männer auf 100 gesetzt wird. Der Index von 106,88 Prozent bedeutet, dass der Verdienst der Frauen im Jahr 2017 knapp 107 Prozent des Verdiensts der Männer betrug, also knapp sieben Prozent höher war. Im Vergleich dazu lag der Index im Jahr 2008 bei 102,70 Prozent.

Durchschnittlicher Bruttostundenverdienst (in Euro und als Index) in Hamburg 2008 bis 2017 nach Arbeitszeitmodell

 Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Jahr Frauen Männer Frauen Frauen Männer Frauen
in Euro Index in Euro Index
2008 19,49 24,48 79,62 17,87 17,40 102,70
2009 19,94 24,91 80,05 18,37 17,76 103,43
2010 20,33 24,98 81,39 18,78 17,71 106,04
2011 20,70 25,59 80,89 19,12 18,34 104,25
2012 21,43 27,21 78,76 19,03 18,30 103,99
2013 21,84 27,41 79,68 19,33 19,35 99,90
2014 22,13 27,95 79,18 19,68 19,63 100,25
2015 22,73 28,42 79,98 20,06 19,82 101,21
2016 23,40 28,75 81,39 20,58 20,12 102,29
2017 23,92 29,56 80,92 21,12 19,76 106,88

Methodische Hinweise

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Sie wird als Stichprobenerhebung durchgeführt. Grundsätzlich werden Betriebe mit zehn und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einbezogen. Für ausreichende Repräsentativität der Ergebnisse werden in ausgewählten Wirtschaftszweigen auch Betriebe mit fünf und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern befragt. Für Einheiten der Wirtschaftsabschnitte „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ sowie „Erziehung und Unterricht“ werden die Merkmale aus der Personalstandstatistik und aus Tarifangaben geschätzt.

In der Vierteljährlichen Verdiensterhebung werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ihre bezahlten Arbeitsstunden (nicht von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen erfragt. Auszubildende sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Altersteilzeit werden nicht einbezogen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten als teilzeitbeschäftigt, wenn ihre regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt.

Datenquelle

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein; Vierteljährliche Verdiensterhebung für Hamburg der Jahre 2008 bis 2017 im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich (Abschnitte B bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008))