Fassadenbegrünung Grün geht die Wände hoch

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Fotoaktion vor Hamburgs grünen Fassaden

Grün geht die Wände hoch

Im Rahmen des diesjährigen Hamburger Architektursommers organisierte die Behörde für Umwelt und Energie zwei ganztägige Fotoaktionen vor bekannten begrünten Hamburger Fassaden. Ziel der Aktion war, Aufmerksamkeit für grüne Fassaden zu erwecken und den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich über Gebäudebegrünung und ihre Vorteile zu informieren. Neben Informationsmaterial und Gesprächsmöglichkeiten bekamen die Teilnehmenden jeweils eine Kletterpflanze und ein professionell erstelltes Foto von sich vor einer begrünten Fassade geschenkt.

Diskussion und Führungen im Inselpark

Am 15.6. 2019 ging es nach Wilhelmsburg. Am Informationsstand im Wilhelmsburger Inselpark konnten sich Bürgerinnen und Bürger zu Fassaden- und Dachbegrünung in Hamburg erkundigen. Behördenmitarbeiterinnen stellten bewährte Beispiele vor, beantworteten Fragen über Gründachförderung und tauschten Erfahrungen mit Interessierten aus. Einige Bürger und Bürgerinnen berichteten, wie in ihrem Umfeld Wände und Fassaden begrünt wurden. Oft sei die Fassadenbegrünung eine Freude. Nichtsdestotrotz mangelt es gelegentlich auch an Möglichkeiten zur Pflege einer Begrünung, die dann entfernt werden muss. Das gesammelte Wissen um derartige Erfahrungen trägt zur Weiterentwicklung der Strategie Grüne Fassaden bei.

Zum Programm gehörten auch drei Führungen entlang der Fassadenbegrünungen des Wilhelmsburger Inselparks: Im Rhododendrongarten ist eine bodengebundene Begrünung mit Wildem Wein und Kletterhortensie zu finden. Beim Mehrfamilienhaus „Smart ist grün“ schmückt die Kletterhortensie die Balkone in großen Pflanzkübeln. Die Lärmschutzwand zwischen Inselpark und Bahnschienen wird vor allem von Graffiti bedeckt, aber auch von verschiedenen Waldrebe- oder Clematissorten und Wildem Wein. Höhepunkt der Touren war jedoch die wandgebundene Begrünung der Inselparkhalle mit ihren Stauden, Gräsern und Kleingehölzen. Hier wachsen ganz normale Zierpflanzen wie Bergenien, Storchenschnabel und Purpurglöckchen (in substratgefüllten Körben) auf einer senkrechten Fläche. Der visuelle Effekt dieser unterscheidet sich deutlich von der traditionellen, bodengebundenen Variante, was auch in den Fotografien gut zu erkennen ist. Die Fotografin Isadora Tast lichtete Interessierte vor den begrünten Fassaden ab.

Vorteile von Fassadenbegrünung anhand des Beispiels Alte Post

Am 10. Juli 2019 fand eine zweite Fotoaktion vor der ehemaligen Alten Post in Rotherbaum, Eimsbüttel statt. Das denkmalgeschützte Gebäude mit seiner intensiv bewachsenen Ostfassade bildete eine beeindruckende Kulisse für die Aktion. Höhe und Breite der Begrünung machten Führungen unnötig - es gibt kaum einen besseren Ort, um die Möglichkeiten der Fassadenbegrünung zu erklären:
Fassadenbegrünung schafft einen unverwechselbaren Charakter für das Bauwerk und ist zudem werbewirksam.  Die Vorteile der Fassadenbegrünung sind aber nicht nur ästhetischer Art sondern auch konkret: Durch die Verdunstungskühlung und die Verschattung, die Fassadengrün bietet, werden Überhitzung der Gebäude und der Umgebung vermieden. Dies kann die negativen gesundheitlichen Folgen des zunehmenden städtischen Wärmeinseleffekts und häufigerer sommerlicher Hitzenächte lindern.  Auch für das Gebäude selbst bringt Wärmeschutz durch Fassadenbegrünung deutliche Vorteile. Des Weiteren schützt Wandgrün die Fassaden vor Witterungseinwirkungen und vor Strahlenbelastungen aus UV-Licht. Damit kann sich die Lebensdauer von Außenwandmaterialien erheblich verlängern.

Die zunehmende Verbreitung begrünter Fassaden kann sich in einer verdichteten inneren Stadt durch Feinstaubbindung, Verstoffwechselung von Schadstoffen und durch Sauerstoffproduktion positiv auf die Luftqualität auswirken. Auch vermindert Fassadenbegrünung die Lärmbelastung durch Reflexions- und Absorptionsleistung und schafft physisch und psychologisch einen positiv erlebbaren auditiven Freiraum um das begrünte Gebäude herum. Wie groß der Effekt für das Gebäude ist, hängt vom Begrünungstyp, vom jeweiligen Gesamtaufbau der Wand und von der Anzahl der Begrünungen in einer Straße ab. Für eine Berücksichtigung in Planverfahren besteht grundlegender Forschungsbedarf.

Fassadenbegrünung beeinflusst die biologische Vielfalt in der Stadt vorteilhaft, insbesondere wenn standortheimische Pflanzenarten eingesetzt und die Bedürfnisse der einzelnen, lokalen, wild lebenden Tierarten in allen Ebenen der Planung und Umsetzung berücksichtigt werden („Animal Aided Design“). Fassadenbegrünung erweitert das Nahrungs-, Nist- und Lebensraumangebot für Lebewesen und trägt damit zur lokalen Artenvielfalt bei.

Die Fotoaktion hatte sich schnell in der Nachbarschaft herumgesprochen und viele Interessierte schauten vorbei.

Fotoaktion an der Ida-Ehre-Schule

Bei einer dritten Fotoaktion handelte es sich um eine Kooperation mit der Hamburger Ida-Ehre-Klimaschule und der HafenCity Universität: Am 6. September 2019 wurde Schülerinnen und Schülern vor der begrünten Schulfassade Feiluftunterricht von der HafenCity Universität erteilt. Themen hierbei waren Klimaanpassung und der Nutzen begrünter Fassaden fürs Klima. Außerdem setzten die Schülerinnen und Schüler ihre grüne Fassade selbst in Szene, was wiederum wie bei den vorherigen Aktionen von einer professionellen Fotografin festgehalten wurde. Hamburgerinnen und Hamburger waren dazu eingeladen, mitzumachen, sich ebenfalls mit Klimawandel und Klimaanpassungsstrategien und begrünten Fassaden auseinanderzusetzen.

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Kurzfilm Hamburgs Grün in Zahlen

Kurzfilm "Hamburgs Grünes Netz"