GrünMachtGeld … wer grüne Städte bauen will

GrünMachtGeld – ein Kongressrückblick vom 25. bis 26. September 2015 in Hamburg

… wer grüne Städte bauen will

Was ist Glück? Im Privaten sicherlich an erster Stelle die eigene Gesundheit und bestimmt auch die Harmonie in der Familie. Was aber macht einen Veranstalter glücklich? Ein voller Saal. Sicherlich. Aber noch mehr, wenn im Verlaufe eines sehr langen Veranstaltungstages, wie der erste Tag von GrünMachtGeld 2015, plötzlich ein roter Faden, nein, DER rote Faden zu Tage tritt. Vom Veranstalter, der Behörde für Umwelt und Energie, gar nicht so geplant. Das darf man durchaus eingestehen.

Der Tag begann mit einem grünen, umweltpolitischen Statement des Staatsrates der Behörde für Umwelt und Energie, Michael Pollmann, dass die Städte auf der Welt zunehmend zum Wohn- und Lebensort der Menschen werden. Das Ländliche reicht für die Herstellung von Lebensmitteln und die Fahrradtour am Wochenende. Die Stadt aber braucht eine neue Strategie. Eine grüne Strategie, die sich nicht in erster Linie politisch begründet, wohl aber an Schumachers Idee der Entwicklung von Städten, von Hamburg, entlang von Achsen orientiert.

Das Hamburger Landschaftsprogramm, mit seinem Grünen Netz, der Kölner und der Frankfurter Grüngürtel, Bostons und New Yorks Grünstrategie und letztlich auch Kopenhagens „let´s get back the green into the city“ orientieren sich an dieser zwar nicht ganz neuen aber bahnbrechenden Veränderung städtischer Strukturen. Insbesondere die konsequente Realisierung dieser Idee, dieser dann letztendlich doch neuen grünen Infrastruktur, macht deutlich, dass es geht.

Jan Gehl als key-speaker der Tagung brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt: es geht um den Menschen. Punkt. Lasst uns nicht über Autos reden. Lasst uns über Menschen reden. Punkt. Und zeigte anhand von Beispielen aus aller Welt, was er damit meinte. War in den vergangenen zwanzig Jahren Barcelona der Ort der Architektur-Pilger, wird es morgen sicherlich Kopenhagen sein.

Und so bestätigten alle folgenden Referent/innen Jan Gehls Maxime vom Menschen. Immer aus anderen Blickwinkeln. Immer aus anderen Städten und immer von anderen Disziplinen interpretiert. Wer grüne Städte bauen will, besser hätte es geheißen, wer lebenswerte Städte bauen will, muss sich an grünen Infrastrukturen, an den Bedürfnissen von Menschen orientieren.

Das ist keine Kehrtwende aber immerhin eine andere Maxime, die deutlich macht, dass Autos wichtig sind, um von A nach B zu kommen. Dass Straßen aber auch Freiräume sind und für das schnöde Abstellen von Fahrzeugen in einer dichter werdenden Stadt schlicht zu schade oder auch zu teuer sind. Kinder müssen nicht mehr mit romantisch verklärtem Blick zwischen Wäldern und Getreidefeldern groß werden. Stadt darf gerade ihnen Qualitäten bieten, die weit entfernt sind von der autogerechten Stadt, bei der seit dem Kriegsende zuerst die Straßen gebaut werden, dann plant der Architekt die Häuser an den Straßen und den Rest macht der Landschaftsarchitekt irgendwie grün.

GrünMachtGeld 2015 war vielleicht die aktuelle Zusammenfassung, wie sich Stadtentwicklung verändern wird und eine tatsächlich neue Europäische Stadt entwirft. (Die von den Referent/innen autorisierten Vorträge stellen wir Ihnen hier zum Download bereit.) Und vielleicht bekommt auch der Berufsstand der Landschaftsarchitekten nach der Ökobewegung der 80er und 90er Jahre eine andere Bedeutung in der Stadtentwicklung von morgen.

Insofern bedankt sich die Behörde für Umwelt und Energie ganz besonders beim Publikum und sein Durchhaltevermögen. Aber genauso gilt unser Dank den Vordenkern wie Cornelia Poletto, Prof. Jan Gehl, Prof. Dr. Barbara Hahn, Charles Landry, Anna Rose, Tom Koenigs, Dr. Joachim Bauer, Michael Schwarze-Rodrian, Klaus Hoppe und Susanne Metz.

Bleibt die Aussicht auf das nächste Mal GrünMachtGeld – vielleicht sagen Sie uns einmal, was Sie besprechen möchten. Gerne an werner.steinke@bue.hamburg.de

Mit den besten Grüßen

Werner Steinke

Vorträge

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Werner Steinke

Behörde für Umwelt und Energie


Amt für Naturschutz, Grünplanung und Energie
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg

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