Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Migrantinnen und Migranten Interkulturelle Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt und Zwangsheirat

Die Stadt Hamburg fördert die interkulturelle Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt und Zwangsheirat. Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer mit ausländischer oder deutscher Staatsangehörigkeit mit Migrationshintergrund, die  Opfer häuslicher Gewalt und/oder von angedrohter oder vollzogener Zwangsheirat geworden sind. 

Interkulturelle Beratung für Opfer von häuslicher Gewalt und Zwangsheirat

Angebote

Die Beratungsstellen bieten den Betroffenen Hilfestellungen auf ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben an und informieren auch über rechtliche Möglichkeiten. Sie bieten Themenabende für Multiplikatoren und Eltern an.

Damit sollen insbesondere das Unrechts- und Problembewusstsein gegenüber Zwangsverheiratungen in der Öffentlichkeit erhöht und Handlungsmöglichkeiten zur Prävention aufgezeigt werden. 

Logos der Interkulturellen BeratungsstellenDie Beratung ist freiwillig, einzelfallbezogenen und kostenlos. Das Beratungsangebot ist bei zwei Integrationszentren angebunden.

Nähere Informationen zu den Beratungszeiten und - sprachen erhalten Sie auf den Webseiten der Beratungsstellen: 

Zum Hintergrund

Die Betroffenen benötigen Angebote,

  • die es ihnen ermöglichen, in ihrer Sprache über ihre Notlage zu sprechen,
  • die sie in ihrer eigenen Identität anerkennen, ihr Streben nach Freiheit unterstützen und ihnen mit Sympathie begegnen,
  • die nicht von ihnen verlangen, ihre kulturelle Zugehörigkeit zu verleugnen.

Deshalb ist der vielschichtige interkulturelle Beratungsansatz für einen erfolgreichen Zugang der Zielgruppe entscheidend.

Zur spezifischen Gewaltproblematik von Migrantinnen kommt häufig erschwerend hinzu, dass viele Migrantinnen nicht über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse und über eine Schul- bzw. Berufsausbildung verfügen.

Hierdurch gestaltet sich der Aufbau einer eigenständigen ökonomischen Existenz als besonders schwierig, was die Herauslösung aus bestehenden Gewaltverhältnissen erschwert. Vor allem Migrantinnen haben daher einen breiten und längerfristig angelegten Beratungsbedarf.

Die bestehenden Barrieren hinsichtlich der Inanspruchnahme von Hilfen sollen durch einen interkulturellen und thematisch breit gefassten Beratungsansatz abgebaut werden.

Die Beratungsstellen wurden im Haushaltsjahr 2011 von der Stadt Hamburg zusammen mit rund 275.000 Euro gefördert.

Evaluation 

Die Arbeit der beiden interkulturellen Beratungsstellen wurde 2011 im Auftrag der Sozialbehörde evaluiert.

Dokumentation des Fachtages „Gewalt kennt keine Grenzen“

Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund, die von häuslicher oder familiärer Gewalt/Zwangsheirat betroffen sind, erleben oftmals eine Verharmlosung ihrer familiären Situation. Kulturbedingte Zuschreibungen führen häufig zur Bagatellisierung der erlebten und miterlebten Gewalt. Familiäre Gewalt und Zwangsheirat erfordern einen sensiblen Umgang in der sozialpädagogischen Arbeit.

Der Fachtag „Gewalt kennt keine Grenzen - Zwischen Stigmatisierung und Verharmlosung“ am 20. Oktober 2011 hatte zum Ziel, Impulse für eine gelingende Unterstützungsarbeit der beteiligten Fachkräfte zu geben. Die Dokumentation steht als Download (PDF, 14 MB) zur Verfügung.