Städtebauliche Erhaltungsverordnung Barmbek-Nord

Das Erhaltungsgebiet in Barmbek-Nord wird begrenzt von der Meister-Bertram-Straße, der Schmachthäger Straße, der Steilshooper Straße, der Hellbrookstraße, dem Rübenkamp, Harzloh und Fuhlsbüttler Straße.

Barmbek-Nord

Aufstellungsbeschluss

Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat im September 2016 beschlossen, nach § 172 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Baugesetzbuches (BauGB) in der Fassung vom 23.September 2004 (BGBl. I S. 2415), zuletzt geändert am 4. Mai 2017 (BGBl. I S. 1057) für das Gebiet – Barmbek-Nord - eine Erhaltungsverordnung aufzustellen.

Hintergrund

Der Bezirk Hamburg-Nord plant im Rahmen des Bürgerschaftlichen Ersuchens „Hamburgs Backsteinerbe bewahren“ in Absprache mit der BSW die Aufstellung von Erhaltungsverordnungen für orts- und stadtbildprägende Ensembles und Gebiete in Backsteinarchitektur, die wegen des großen Veränderungsdrucks durch energetische Sanierung im Rahmen neuer Klimaschutzvorschriften in ihrer typischen Gestaltung gefährdet sind.

Die Erhaltungsverordnung -Barmbek-Nord- umfasst neben dem klassischen Milieugebiet Habichtsplatz (Baubehörde-LP, 1985) das südliche Erweiterungsgebiet an der Hellbrookstraße und das nördliche Erweiterungsgebiet zwischen Langenfort und Meister- Bertram-Straße, das im Rahmen der Bestandsaufnahme für die Backsteinkartierung der BSW 2009/10 seitens des Bezirks als Milieugebiet mit Stadtbildbedeutung genannt wurde. Der Stadtteil Barmbek-Nord ist das umfangreichste Stadterneuerungsgebiet der 1920er Jahre und entstand in der Amtszeit des Oberbaudirektors Fritz Schumacher als Teil eines großräumigen Rings neuer Wohngebiete, der sich von Ottensen über Dulsberg bis zur Veddel um die Innenstadt legte.

Das Milieugebiet mit seinen Erweiterungen stellt im Wesentlichen ein bedeutendes Zeugnis Hamburger Backsteinarchitektur der 1920er Jahre mit Bauten im Stil des Traditionalismus, des Expressionismus und des Neuen Bauens dar. Unter Beteiligung namhafter Architekten wie P. R. Frank, K. Schneider oder F. Ostermeyer entstanden hervorragende Architektur und Beispiele neuer Bauformen auf einem Siedlungsgrundriss, der durch historische Wegeführungen und gründerzeitliche Straßenraster vorgeprägt war.
Durch die Aufstellung der Erhaltungsverordnung soll das prägende Ortsbild und die gestalterische Erscheinung des gesamtstädtisch bedeutenden und über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannten Ensembles aus Siedlungsbauten der 1920er und 1930er Jahre (z. T. Wiederaufbau) mit den zeittypischen Backsteinfassaden, Ergänzungen jüngeren und älteren Baualters sowie die Siedlungsstruktur mit den bekannten Platzanlagen (Habichtplatz, Hartzlohplatz, Schwalbenplatz) und den prägenden Grünzügen geschützt werden.

Das in regelmäßiger Struktur gestaltete Grünsystem Barmbek-Nord trägt wesentlich zur Stadtgestalt und des Landschaftsbildes bei und prägt zusammen mit den baulichen Anlagen das Ortsbild in bestimmender Weise. Straßenbegleitende Vorgartenstrukturen bilden zusammen mit identitätsbildenden Plätzen, verbindenden Grünzügen und einem beeindruckenden Großbaumbestand das markante, grüne Rückgrat dieses Ortsteils. Das nahezu unverändert erhaltene Grünsystem Barmbek-Nord gilt als ein herausragendes Beispiel des Sozialen Grüns in der wachsenden Großstadt der 1920er Jahre. Dem ersten Gartendirektor Hamburgs, Otto Linne, ist es mit seinen Planungen gelungen, für alle Altersgruppen attraktive und hochwertig gestaltete und vielfältig nutzbare Freiräume zu entwickeln. Klare Geometrien bilden oftmals die gestalterische Grundprinzipien, verbunden mit einer hohen Durchgängigkeit bei begrenzter Flächenverfügbarkeit und dem Potenzial, „städtische Wanderwege“ nach Westen Richtung Stadtpark und nach Norden Richtung Wendebecken/Langenfort weiter zu entwickeln.

Das ursprüngliche Erscheinungsbild der gestalterisch hoch geschätzten, für Hamburg charakteristischen Bebauung, ist unter anderem durch Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystemen im Rahmen von Klimaschutzvorschriften und den Ersatz der historischen Fenster durch Fenster ohne stilgerechte Fensterteilung bereits gestört bzw. stark gefährdet. Eine weitere erhebliche Störung des Erscheinungsbildes des Stadtteils entsteht durch die zum Teil unmaßstäbliche Verkehrsführung auf dem Ring 2 (Diagonale über den Habichtplatz, Barmbeker-Ring-Brücke) und auf weiteren Hauptverkehrsstraßen. Zahlreiche Gebäude und Ensembles stehen unter Denkmalschutz.

Mit der Erhaltungsverordnung als Instrument sollen die typischen Elemente des gesamten Erscheinungsbildes dieses für Hamburg charakteristischen Stadtteils geschützt und bauliche Veränderungen zu Gunsten des zu erhaltenden Bestandes gesteuert und der Umgebungsschutz der Denkmäler und Denkmalensembles gestärkt werden.

Stil- und Gestaltungsmerkmale

Um das prägende Stadtbild in Gebieten mit städtebaulichen Erhaltungsverordnungen zu erhalten und den Verlust städtebaulicher Qualität zu verhindern, gibt es ein Liste an Gestaltungselementen, die sich in das Erhaltungsgebiet „Barmbek-Nord“ einfügen und zu erhalten sind. Ergänzend zu diesen Stil- und Gestaltungsmerkmalen sollen die gestalterischen Rahmenbedingungen aus dem „Informationsblatt ErhVO Allgemein“ beachtet werden.

Beratung und Auskunft

Bitte beachten Sie, dass die vorstehenden Informationen nur einen allgemeinen Überblick über die erhaltungsrechtlichen Belange geben können. Für eine Bauberatung wenden Sie sich bitte an das Zentrum für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt (Bauprüfung) unter der Telefonnummer 040 42804-6807.

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