Stadtbahn: Noch sind viele Fragen offen

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Das Bezirksamt Hamburg-Nord hat vor kurzem zur Planfeststellungsunterlage der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Stellung genommen. Die Bezirksversammlung wurde am 16.12. über den Inhalt in Kenntnis gesetzt. Das Fazit des Gutachtens: So wie bisher geplant kann die Stadtbahn-Trasse nicht gebaut werden.

Stadtbahn: Noch sind viele Fragen offen

Die Planung der Stadtbahn-Trasse zwischen Eichenlohweg und Goernestraße stellt alle beteiligten Behörden und Ämter vor große Herausforderungen. Die fachliche Stellungnahme des Bezirksamtes Hamburg-Nord kritisiert deutlich den gegenwärtigen Planungsstand.  Zugleich werden - wo aus Sicht des Bezirksamtes möglich - Lösungen zur Bewältigung der planerischen Probleme vorgeschlagen.

Die wichtigsten Kritikpunkte aus der Stellungnahme sind hier auszugsweise vorgestellt. Sie betreffen die Planung der konkurrierenden Verkehre entlang der Stadtbahn-Trasse, die zu befürchtenden Eingriffe in stadtbildprägende Grünanlagen und den Wegfall von über einem Drittel aller Parkplätze:

  • Verkehrsgutachten

Die Stadtbahn bedeutet ein zusätzliches Verkehrselement in einem nicht beliebig erweiterbaren Verkehrsraum. Bereits jetzt sind die Grenzen der Verkehrsführung, insbesondere in den Zeiten mit großer Verkehrsdichte erreicht. Selbst kleine Störungen führen immer wieder zu größeren Behinderungen auf den Hauptverkehrsstraßen, insbesondere aber in den engeren Wohnquartieren.
Die Auswirkungen der Veränderungen durch den Wegfall (z. B. Linksabbieger in die Bebelallee) oder die Schaffung neuer Abbiegespuren (z. B. im Jahnring) müssen in einem weiträumigen Verkehrsgutachten umfassend geprüft werden. Hierzu gehört auch die Simulation der Verkehrsentwicklung an den Verkehrsknotenpunkten des betroffenen Hauptverkehrsstraßennetzes. Die bisherigen Verkehrsprognosen lassen den Schluss zu, dass lediglich der unmittelbare Planungsraum der Stadtbahntrasse untersucht wurde.
Neben den Auswirkungen auf den Individualverkehr sind die Veränderungen im ÖPNV für den Busverkehr darzustellen. Durch das neue Stadtbahnnetz werden bisherige Buslinien neu geordnet und bedürfen einer bedarfsgerechten Zuordnung.  

  • Stellplatzbilanz

Die Trassenführung innerhalb des Bezirksamtsbereiches Hamburg-Nord führt im Wesentlichen durch historisch geprägte, enge, gründerzeitliche Stadtquartiere mit den typischen Erschließungsproblemen, eingeschränktem Verkehrsfluss, Parkraumnot und in den Geschäftsbereichen eingeschränkten Bedingungen für den Lieferverkehr. Die Planfeststellungsunterlagen weisen zwar technische Wege zu einer funktionierenden Trassenführung innerhalb dieser Quartiere auf, können aber nicht annähernd einen Ersatz für die wegfallenden Stellplätze im Straßenraum nachweisen. Nach aktuellem Planungsstand fallen von bislang 294 Stellplätzen 83 Stellplätze ersatzlos weg. In die Parkraumbilanz können vorhandene Stellplätze nicht eingerechnet werden. Hier können nur durch bauliche Veränderungen zusätzlich geschaffene Stellplätze in die Parkraumbilanz einfließen. So besteht u. a. im Überseering-West die Möglichkeit der Umwandlung von Längs- in Schrägparkplätze.
Die mit der Neuordnung des ruhenden Verkehrs verbundenen baulichen Maßnahmen in den Quartieren muss im vollen Umfang zu Lasten der HHA erfolgen.

  • Öffentliches Grün

Der Qualität der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen kommt insbesondere im dicht besiedelten Bezirk Hamburg-Nord eine hohe Bedeutung zu. Die dargelegte Trassenführung der Stadtbahn greift in die historisch bedeutenden und stadtbildprägenden Grünanlagen Kellinghusenpark und Stadtpark ein.
Für den Kellinghusenpark bedeutet dies den Wegfall historischer Heckenelemente und den Verlust des Baumbestandes im Eingangsbereich (auch wenn dies planerisch so nicht dargestellt ist).
Die Eingriffe in den Stadtpark stellen vor allem einen umfassenden Eingriff in die Baumsubstanz des Parks, aber auch in den historischen Baumbestand des Mittelstreifens am Jahnring dar. Dieser Baumbestand bildete die ursprüngliche nördliche Stadtparkgrenze und ist z.T. deutlich älter als der Baumbestand im Stadtpark selbst. Zwar wurde bei der Trassenfindung eine möglichst optimierte Variante gesucht, der direkte Eingriff in den Stadtpark konnte jedoch nicht vermieden werden. Dies trifft insbesondere im Bereich des Spielplatzes an der Ohlsdorfer Straße sowie im Bereich der Sportplätze am Jahnring, westlich der Hindenburgstraße, zu. Die planerischen Darstellungen zur Heilung des Eingriffs stellen keine befriedigende Lösung dar.
Es ist zu überprüfen, ob die Begrünungsflächen am Gleiskörper nicht als Fahrbahnfläche genutzt werden können. Damit kann der Fahrbahnrand verlagert und großzügigere Nebenflächen geschaffen werden. Sollte dies nicht der Fall sein, sind die Begrünungsflächen aus Unterhaltungsgründen dem Gleiskörper zuzuschlagen, die Unterhaltung erfolgt somit durch die HHA.

  • Baumbilanz

Das Hinzufügen einer eigenen Trasse in den vorhandenen Straßenraum ist in weiten Teilen nur durch den Flächengewinn in den Randbereichen möglich. Dies führt zwangsläufig zur Reduzierung des Straßenbegleitgrüns und der Einschränkung des vorhandenen Baumbestandes. Letzterer ist durch die jahrzehntelange Entwicklung auf engen Standorten, insbesondere in seinem Wurzelverlauf geprägt. Es muss davon ausgegangen werden, dass weitaus mehr Bäume durch die Umbaumaßnahmen und neuen Einbauten im Wurzelbereich geopfert werden müssen als in den Planungen dargestellt ist. Die Bilanzierung der zu fällenden Bäume fällt mit 1000 Bäumen gegenüber den in der Planfeststellung aufgelisteten 838 Bäumen deutlich negativer aus.
Die geplante Ersatzpflanzung sieht 414 neue Baumpflanzungen vor. Die von den Gutachtern vorgesehenen Pflanzabstände mit 7,50 m sind deutlich zu gering bemessen, um ein für den Habitus eines Straßenbaumes entsprechendes Wachstum zu ermöglichen. Die erforderlichen Abstände von 10,00 – 12,00 m von Baum zu Baum verringern die Anzahl nachpflanzbarer Bäume massiv. Darüber hinaus werden Baumstandorte vorgeschlagen, die mit der Oberspannung der geplanten Stadtbahn, deren Masten und Hausfassaden in Konkurrenz stehen. Auch die zusätzlichen Pflanzstandorte in der City Nord sind nicht realistisch, da sie der gegebenen Grünplanung der City Nord nicht entsprechen.
Insgesamt können von den geplanten 414 Bäumen max. ca. 75 % gepflanzt werden. Bei Ersatzpflanzungen von Straßenbäumen ist generell die Qualität StU(Stammumfang) 20/25cm zu planen.

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