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Denkmalschutz und energetische Modernisierung in Dulsberg DULSBERG – Fördergebiet im Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz

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Dulsberg ist ein Wohnstadtteil, der von Fritz Schumacher in den 1920er Jahren geplant wurde. Mit dem Entwicklungskonzept Städtebaulicher Denkmalschutz Dulsberg sollen die Möglichkeiten ernergetischer Modernisierung untersucht werden.

Dulsberg Gebietskulisse

DULSBERG – Fördergebiet im Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz

Fördergebiet Städtebaulicher Denkmalschutz Dulsberg, § 172 BauGB

Das Fördergebiet ist deckungsgleich mit dem Erhaltungsgebiet Dulsberg und hat mit 22% aller Flurstücke einen hohen Denkmalanteil. Es handelt sich dabei um städtebauliche Gesamtanlagen und Gebäudeensembles. Die meisten Fassaden sind mit stadtbildprägendem rotem Klinker verkleidet. Die Denkmäler ermöglichen nicht nur, die besondere Architektur der 1920er Jahre und die mannigfaltigen Möglichkeiten der Fassadengestaltung mit rotem Klinker zu erleben, sondern auch die vielfältigen Qualitäten des von Fritz Schumacher geschaffenen Städtebaus im Stil des Neuen Bauens räumlich zu erfahren.

Die Bewohnerstruktur ist kulturell heterogen, der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund und geringem Einkommen bzw. Transfereinkommen ist vergleichsweise hoch.

Ziel des Entwicklungskonzeptes ist es, die einzigartige städtebauliche Eigenart des Gebietes zu erhalten unter Einbeziehung energetischer Verbesserung sowie CO2-Einsparung

Das Entwicklungskonzept Städtebaulicher Denkmalschutz Dulsberg ist kurz gefasst in die folgenden Schritte unterteilt:

  •  Städtebauliche Bestandsaufnahme mit Schwerpunkt auf der stadträumlichen Wirkung der Fassaden sowie auf den identitätsstiftenden Räumen
  •  Erfassung der Denkmäler, der Kriegsfolgen und der Entwicklung der Freiflächen.
  •  Hochbauliche Bestandsaufnahme der Fassadenmaterialien, sowie der baukünstlerische Bedeutung der Fassaden.
  •  Befragung der Eigentümer zum Gebäudebestand und zu ihrer Haltung gegenüber Modernisierungsvorhaben.
  •  Untersuchung der Voraussetzungen für eine energetische Modernisierung vor dem Hintergrund des Denkmalschutzes.


Ergebnis zu den Belangen des Denkmalschutz

  • Empfehlungen für den Umgang mit den verschiedenen Fassaden, Festlegung der Handlungsbedarfe nach Prioritäten und Benennen von Handlungsschwerpunkten.
  • Aufzeigen von Fördermöglichkeiten sowie kurzfristiger und langfristiger  Lösungsansätze.

Ergebnis zu den Belangen der Energetischen Sanierung

Um die energetische Sanierung mit dem Denkmalschutz in Einklang zu bringen, wurde das Pilotprojekt „Energetische Stadtsanierung Dulsberg“ nachgeschaltet, das die im o.g. Ergebnis geforderte, vertiefende Einzelfallbetrachtung ermöglicht. Schwerpunkt hierbei ist neben konkreten Lösungen zur Energieeinsparung für alle Gebäude, die Optimierung von Fernwärme um die CO2. Bilanz  und den Primärenergieeinsatz für das Gesamtgebiet zu senken.

Dulsberg wurde neben dem Harburger Binnenhafen aus 15 für die Stadt Hamburg von der Vereinigung der Landesdenkmalpflege benannten Gebieten mit besonderer Denkmalbedeutung als Fördergebiet im Städtebaulichen Denkmalschutz ausgewählt.

Der Stadtteil Dulsberg gehört zu den bekanntesten und für die Hamburger Entwicklung der städtischen Wohngebiete der 1920er Jahre wichtigsten Wohnanlagen des experimentierfreudigen Neuen Bauens. Der Denkmal-wert der städtebaulichen Einzigartigkeit ist in der Fachwelt - aber auch in der Bewohnerschaft - anerkannt. Trotz der homogenen Architektursprache  und intakt wirkender Bewohnerstrukturen gehört Dulsberg, gemessen an den Sozialdaten, zu einem der ärmsten Stadtteile Hamburgs, so dass seit Anfang der 1990er Jahre bis 2003 verschiedene Hamburger Programme zur Förderung benachteiligter Stadtteile eingesetzt wurden.

Da die bis heute in ihren Grundzügen erhaltene Siedlung mit einem Großteil von Kleinstwohnungen konzipiert wurde, ist sie für die Nutzung durch Familien nicht prädestiniert. Aufgrund ihres bald 100-jährigen Bestehens müssen viele Gebäude modernisiert und Fassaden schlagregenfest ertüchtigt werden, wobei die Themen Sozialverträglichkeit, Denkmalschutz und die energetischen Ziele des Hamburger Klimaschutzes zu berücksichtigen und abzuwägen sind.

Das Gebiets- bzw. das Sanierungsmanagement wird Eigentümer beraten, die Öffentlichkeit informieren und das Bewohnerverhalten schulen. Die bisher erarbeiten Ergebnisse wurden/werden mit dem Gremium Vor-Ort - dem Stadtteilrat Dulsberg -  rückgekoppelt.  Bisher arbeiteten politische Gremien, Bezirk und Fachbehörden gemeinsam an dem Gelingen des ehrgeizigen Projektes.

siehe hierzu auch das Projekt "Co2ol Bricks"

ENERGETISCHE STADTSANIERUNG DULSBERG

Das sich gegenwärtig in Erstellung befindliche Konzept: `Energetische Stadtsanierung Dulsberg´ konkretisiert die Prioritäten & Empfehlungen des u. a. Entwicklungskonzeptes. Sowohl der Status Quo des Endenergieverbrauches aller Gebäudetypen wird erstellt als auch das bestehende Fernwärmenetz auf Optimierungsansätze überprüft, um die Reduzierung  der CO2- sowie der Primärenergiebilanz des Gesamtgebietes zu erreichen.

PRIORIÄTEN FÜR EINE DENKMALGERECHTE FREIFLÄCHENENTWICKLUNG

Als Ergebnis der städtebaulichen und freiraumplanerischen Analyse zeigt Karte 9.2 welche Prioritäten für die Förderung einer denkmalgerechten Freiraumplanung bestehen. Es sind fünf Förderschwerpunkte vorgesehen:

  •  Grünzug Dulsberg - Stärkung der Gestaltung der   1950er Jahre
  •  Denkmalgerechte Neugestaltung öffentlich  zugänglicher Baublöcke
  •  Sanierung der Rollerbahn im Grünzug Dulsberg
  •  Straßenbaumpflanzungen im Mittelstreifen der gebietsprägenden Straßburger Straße
  •  Denkmalgerechte Vorgartensanierung

9. Förderung

Handlungsempfehlungen zum Umgang mit privaten, halböffentlichen und öffentlichen Grün-und Freiflächen (EGL)


HANDLUNGSBEDARFE UND EMPFEHLUNGEN

Als Ergebnis der städtebaulichen und hochbaulichen Analyse zeigt Karte 10.1 wie im Rahmen einer energetischen Modernisierung mit den Fassaden umgegangen werden sollte.

Die Empfehlungen für den Umgang mit den Fassaden erfolgen in vier Kategorien:

A) Fassaden, die aufgrund ihrer städtebaulichen und künstlerischen Bedeutung gemäß dem Originalzustand zu erhalten oder entsprechend dem Originalzustand wieder herzustellen sind.

B) Fassaden, deren Steinsichtigkeit und Erscheinungsbild unter der Verwendung von Spaltklinkern zu ertüchtigen und zu erhalten sind.

C) Mischfassaden, deren Steinsichtigkeit und Erscheinungsbild unter der Verwendung von Spaltklinkern in Kombination mit einem Wärmedämmverbundsystem mit Thermoputz zu modernisieren und zu erhalten sind.

D) Fassaden, für die eine Verwendung eines Wärmedämmverbundsystems mit Thermoputz denkbar ist.

Zusätzlich werden in Karte 10.1 die Handlungsbedarfe, die für eine energetische Modernisierung aktuell bestehen, in vier Prioritätsstufen unterteilt, dargestellt.

Handlungsempfehlungen zur denkmalgerechten und energetischen Sanierung und dem Umgang mit den Fassaden (PPL)


Handlungsempfehlungen zur denkmalgerechten und energetischen Sanierung und dem Umgang mit den Fassaden (PPL)


Fassade Dulsberg

Gegenüberstellung Originalfassade im Erdgeschoss und nachträglich mit Riemchen und Wärmedämmverbundsystem sanierte Fassade im Obergeschoss.

Ihre Ansprechpartnerin im Bezirksamt Hamburg-Nord

Jasmin Castro Frenzel
Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung
Städtebauliche Sanierung / Städtebaulicher Denkmalschutz
E-Mail: jasmin.castrofrenzel@hamburg-nord.hamburg.de
Kümmellstraße 6
20249 Hamburg

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