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Die Vespermanns und ihr Bodenkarussell Karussellfahren wie vor 100 Jahren

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Seit 1902 dreht sich das Bodenkarussell der Familie Vespermann – es ist das älteste Fahrgeschäft auf dem Hamburger Volksfest. Emmy Vespermann berichtet aus 117 Jahren Karussell-Geschichte, und warum die Fahrt nicht nur etwas für Kinder ist.  

Das Karussell der Vespermanns auf dem DOM

Wer mit dem Karussell der Vespermanns fährt, geht auf Zeitreise. Langsam bewegen sich die weißen Pferde, das rote Feuerwehrauto und die Kutschen, Orgelmusik erklingt im Hintergrund und schon wird das Karussell schneller – gerade im richtigen Tempo, um das Treiben auf dem DOM zu beobachten, und trotzdem Fahrtwind zu spüren. Für die meisten Besucher ist es aber vor allem der nostalgische Charakter, der das Karussell so besonders macht. Eine Fahrt gehöre für ihre Stammkunden einfach dazu, „sonst ist es für viele kein richtiger DOM-Bummel", sagt Emmy Vespermann. Die 79-Jährige betreibt das Karussell gemeinsam mit ihrem Mann Rolf Vespermann in dritter Generation. Es ist der ganze Stolz der Beiden und schon immer im Besitz der Familie. 

Nostalgisches Fahrgeschäft

Mit seinen 117 Jahren ist das Bodenkarussell heute das älteste Fahrgeschäft auf dem Hamburger DOM. Die dazugehörige Orgel stammt aus dem Jahr 1911. Zwischen den Achterbahnen, Autoscootern und leuchtenden Fahrgeschäften besticht das Karussell vor allem mit seiner Detailverliebtheit und den historischen Figuren. Bis auf den selbstgestalteten Feuerwehrwagen und die Rakete, die aus den 1960er Jahren stammen, sind alle Wagen noch die originalen Anfertigungen von 1902. Dahinter steckt viel Aufwand: Die Erhaltung der gern genutzten Karusselpferde, die Reparatur- und Malerarbeiten an den Figuren, Raketen und Kutschen sind alles Handarbeiten. Einen Großteil davon übernehmen mittlerweile die Kinder der Vespermanns – in vierter Generation. Ohne die Familie ginge es nicht, betont Emmy Vespermann. 


Eine Liebe auf dem DOM

Kennengelernt hat sich das Ehepaar auf dem Hamburger DOM. Das war vor rund 60 Jahren. "Meine Schwiegereltern hatten eine Zuckerbude, da habe ich meinen Mann Rolf getroffen. Ich war berufstätig und bin dann abends nach Feierabend immer auf den DOM gegangen, zum Kassieren und Helfen", erzählt sie. Ihr Mann arbeitet seit seinem 13. Lebensjahr am Karussell, ging aber auch einem weiteren Beruf nach. "Morgens früh aufstehen und dann abends spät ins Bett – von dem Karussell allein kann man nicht leben", sagt Emmy Vespermann. Deshalb arbeiten auch ihr Sohn und ihre Tochter heute nicht nur im Familiengeschäft auf dem DOM.

Karussell für Groß und Klein

Das Karussell ist nicht für kleine DOM-Besucher ein echtes Highlight. "Wenn mich jemand fragt, wie alt man sein muss, sage ich: Von der Geburt bis zum Schluss. Dann lachen die Leute, aber es stimmt ja." Opa, Tochter, Enkelkind - hier kann jeder mitfahren. "Zu uns kommen auch viele junge Leute, denen die anderen Geschäfte zu schnell sind. Das freut uns natürlich." 

Weitermachen wollen die beiden, solange sie können. "Unser Sohn wird das Geschäft übernehmen. Auch die Enkelkinder sind mit dem Herzen dabei, aber sie hätten gern was Schnelleres", sagt sie, und lacht. Außerdem sind die beiden gerade Urgroßeltern geworden, "es läuft weiter", sagt Emmy Vespermann. 

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