Handbuch Großtagespflege Bauordnungsrechtliche Anforderungen

Wo viele Kinder zusammen leben und spielen, gelten auch aus bauordnungsrechtlicher Sicht erhöhte Anforderungen an die Räumlichkeiten. Je nach Größe der Großtagespflegestelle bzw. der Anzahl der zeitgleich betreuten Kinder sowie Art der Räume muss daher eine Nutzungsgenehmigung erfolgen. Das Bauordnungsrecht beinhaltet dazu auch brandschutztechnische Anforderungen.

Ein Junge stapelt Bauklötze in der Kita (Foto: Meyborg)

Bauordnungsrechtliche Anforderungen Handbuch Großtagespflege Hamburg

Einordnung der Großtagespflege

Aus bauordnungsrechtlicher Sicht wird die Großtagespflege nach der Anzahl der zu betreuenden Kinder sowie der Art der Räume unterschieden. Daraus ergeben sich drei Formen der Großtagespflege:

  • die "kleine" Großtagespflege mit sechs bis zehn zeitgleich betreuten Kindern in auch für Wohnzwecke genutzten Räumen,
  • die „kleine“ Großtagespflege mit sechs bis zehn zeitgleich betreuten Kindern in eigens angemieteten Räumen sowie
  • die "große" Großtagespflege mit elf bis 20 zeitgleich betreuten Kindern.

Diese drei Formen der Großtagespflege sind mit unterschiedlichen bauordnungsrechtlichen Anforderungen verbunden; große Großtagespflegestellen müssen auf Grund der höheren Anzahl zu betreuender Kinder höhere Anforderungen berücksichtigen als kleine Großtagespflegestellen.

Übersichten

Durch das Hamburger Amt für Bauordnung und Hochbau wurden "Bauordnungsrechtliche Anforderungen für die Großtagespflege" formuliert, die Sie sich ebenso wie eine tabellarische Übersicht herunterladen können (siehe unten).

Daraus wird deutlich, wie die jeweiligen Großtagespflegestellen bauordnungsrechtlich eingestuft und welche Anforderungen an sie gestellt werden. Gegebenenfalls ist eine Nutzungsänderungsgenehmigung für die genutzten Räume erforderlich.

Beispielsweise ist eine Nutzungsänderungsgenehmigung nicht erforderlich für Räume, die auch für Wohnzwecke genutzt werden und in denen nicht mehr als zehn Kinder betreut werden.

Nutzungsgenehmigung für Räumlichkeiten

Ist eine Genehmigung zur Nutzungsänderung erforderlich, müssen Sie diese bei der zuständigen Bauprüfdienststelle in Ihrem Bezirk beantragen (Antrag auf Nutzungsänderung). Für die Antragstellung benötigen Sie einen Architekten bzw. eine Architektin als sogenannte bauvorlageberechtigte Person.

Weitere Informationen zum Genehmigungsverfahren bietet auch die Broschüre "Hamburgische Bauordnung 2006" (PDF, 1 MB) der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.

Information und Beratung

Zur weiteren Information und Beratung wenden Sie sich bitte an Ihre Tagespflegebörse sowie an die zuständige Bauprüfdienststelle in Ihrem Bezirk.

Die Bauprüfdienststellen in den Bezirksämtern sind zuständig für die Erteilung der Nutzungsgenehmigungen für Räumlichkeiten, in denen Großtagespflege stattfinden soll.

Hier können Sie sich auch schon im Vorfeld beraten lassen sowie - mit einer entsprechenden Vollmacht des potenziellen Vermieters - die Bauakte der betreffenden Räumlichkeiten einsehen.

Im Internet ist außerdem für jeden Stadtteil der jeweilige Bebauungsplan online verfügbar. Hierzu geben Sie die Adresse der betreffenden Räume ein und klicken auf "Suche". In der Karte wird das betreffende Gebäude mit einem roten Kreis hervorgehoben. Mit Klick auf den roten Kreis sind Informationen zum Bebauungsplan verfügbar. Mit Klick auf die in diesen Informationen blau hinterlegte Adresse wird der gültige Bebauungsplan als pdf hochgeladen. Der Bebauungsplan kann hilfreich bei der Einschätzung sein, ob eine Nutzungsänderungsgenehmigung notwendig ist.

Bestehende Großtagespflegestellen

Auch bereits bestehende Großtagespflegestellen, die noch keine Nutzungsgenehmigung haben, müssen gegebenenfalls einen entsprechenden Nutzungsänderungsantrag stellen. Dies kann dazu führen, dass beispielsweise ein zweiter baulicher Rettungsweg nachträglich eingebaut werden muss.

Nähere Informationen sowie die Ansprechpartner in den bezirklichen Bauprüfdienststellen können Sie dem Leitfaden "Bauordnungsrechtliche Anforderungen an die Großtagespflege" (siehe unten) entnehmen.

Zum Erhalt von Betreuungsplätzen in der Großtagespflege können bei der zuständigen Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) Fördermittel beantragt werden. Mehr Information zu dieser Zuwendung finden Sie hier...