Vorfälle in der Schule Erzieherische Maßnahmen

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Regelverletzungen, Übergriffe und Gewalthandlungen in der Schule werden über erzieherische und Ordnungsmaßnahmen des novellierten Hamburger Schulgesetzes geahndet.

Eine Frau signalisiert mit ihrer Hand "Stopp!"

Erzieherische Maßnahmen Handeln gegen Jugendgewalt Hamburg

Grundlagen

Das Hamburgische Schulgesetz sieht eine Verknüpfung von Ordnungs- und erzieherischen Maßnahmen im schulischen Zusammenhang vor. Die Ordnungsmaßnahmen (vom Schulverweis bis zur Umschulung) sind verbindlich geregelt (vgl. Paragraf 49 Hamburgisches Schulgesetz). 

Der Einsatz erzieherischer Maßnahmen ist entsprechend dem Einzelfall, der Schwere der Tat und der Fallkonstellation den pädagogischen Fachkräften überlassen. Die Bandbreite der erzieherischen Maßnahmen ist um angemessene, sinnvolle und spürbare Auflagen und Interventionen ergänzt worden.

So bieten Hamburger Schulen spezielle soziale Trainingskurse, Coolnessgruppen und verbindliche Auflagen für jugendliche Gewalttäter an, die konzeptionell für den Kontext Schule entwickelt und in Kooperation mit Fachkräften aus Schule, ReBBZ und Jugendhilfe umgesetzt werden.

Eine Checkliste zum pädagogisch wirkungsvollen Umgang mit dem Paragrafen 49 des Hamburgischen Schulgesetzes verschafft Lehrkräften und Schulleitungen eine größere Handlungssicherheit nach Gewaltvorfällen.

Die pädagogische Handreichung "Stärkung der Verbindlichkeit erzieherischer Maßnahmen an Schulen" (PDF, 2 MB) mit einer Übersicht von konkreten Maßnahmen, Praxisbeispielen, Ansprechpartnern und Umsetzungsvorschlägen ermöglicht vielfältige, trotzdem verhältnismäßige, vergleichbare, und dennoch zielgruppenspezifische Reaktionen auf Fehlverhalten, Straftaten und Gewalthandlungen im schulischen Zusammenhang.

Im Folgenden werden die Maßnahmen des Handlungskonzepts vorgestellt, die im Zusammenhang mit der Stärkung der Verbindlichkeit erzieherischer Maßnahmen an Schulen von Bedeutung sind.

Interventionsschritte zur Sicherung der Verbindlichkeit

Die folgenden Interventionsschritte sollen den Schulen als Absicherung dienen. Werden einzelne Vereinbarungen, Maßnahmen und Auflagen nicht eingehalten bzw. umgesetzt, sollte klar und strukturiert der nächste Schritt eingeleitet werden. Bei manchen Schülerinnen und Schülern bieten sich zunächst weitere schulinterne Schritte an, bei anderen sind sofort andere Institutionen einzuschalten.

(1) Schulinterne Klärungen

Bei massiven Gewaltvorfällen innerhalb der Schule sind zunächst alle schulinternen Ressourcen und Beratungskompetenzen zu nutzen, zum Beispiel die Beratungslehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und die Gewaltmoderator/innen an den Sonderschulen. Alle notwendigen Informationen müssen an die Schulleitung gegeben werden.

Zuständigkeiten für unterschiedliche Schweregrade von Konflikten (Alltagskonflikte, Mobbing, Gewalthandlungen) und für bestimmte Situationen (Pausen, Fachunterricht) sind in einer zuvor im Kollegium zu erarbeitenden Übersicht zu erstellen. Dabei soll deutlich werden, welche Verantwortlichkeit die Pausenaufsicht, die Fachlehrkraft, die Klassenführung, der Beratungsdienst, die Abteilungsleitung und die Schulleitung hat. Problematische Einzelfälle oder Konflikte können in schulinternen Fallbeschreibungen reflektiert oder über ein internes Fallmanagement gesteuert werden.

Bei Straftaten und Gewalthandlungen sind die Verfahrensschritte gegenüber anderen Dienststellen und Institutionen der Richtlinie „Meldung und Bearbeitung von Gewaltvorfällen in der Schule“ zu entnehmen. Die Einschaltung der Polizei über dieses Meldeverfahren entspricht einer polizeilichen Anzeige.

(2) ReBBZ-Meldung / BZBS-Hilfen

Schulen wenden sich, wenn sie wegen Kindern mit gewaltauffälligem Verhalten an die Grenzen ihrer eigenen Handlungsmöglichkeiten kommen, regelhaft über ihren Beratungsdienst, Beratungslehrer oder Schulsozialarbeiter mit ihren Anliegen zuerst an ReBBZ. Gemeinsam mit ReBBZ werden einzelfallspezifische Vorgehensweise, Hilfe- und Förderpläne, Elternarbeit und weitere Maßnahmen erörtert. Jede Schule hat ihren persönlichen Ansprechpartner bei den ReBBZ. Für die beruflichen Schulen ist das BZBS (Beratungszentrum Berufliche Schulen) Ansprechpartner bei Schwierigkeiten mit Schülerinnen und Schülern.

Ausnahme: Akutfälle, die eine Mitteilung wegen des Verdachts auf eine akute Kindeswohlgefährdung erfordern, richten die Lehrkräfte unverzüglich direkt an den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) im zuständigen Jugendamt. (Hierfür wurde ein einheitliches Verfahren vereinbart.)

(3) Arbeitsschwerpunkt „Gewaltprävention im Kindesalter“ (ReBBZ, ASD)

Ziel dieses neuen Arbeitsschwerpunktes „Gewaltprävention im Kindesalter“ (GiK) in ASD und ReBBZ ist das frühzeitige Erkennen von Verhaltensauffälligkeiten und Gefährdungslagen bei Kindern, die auf ein Risiko der Entstehung von späterem gewalttätigem Verhalten hindeuten. Dazu werden frühzeitige und gewaltpräventiv wirksame Hilfen für Kinder und Eltern vorgehalten.

Die erste Zielgruppe sind Kinder in Kitas und Vorschulen, die mit frühen Präventionsprogrammen in ihren sozialen Kompetenzen gefördert werden. Die Kinder dieser Altersgruppe erhalten neue Unterstützungsangebote in Kindertagesstätten, Vorschulklassen und anderen Einrichtungen, die sie besuchen. Ihre Eltern erhalten in diesem Rahmen Zugänge zu gezielten Elterntrainings, um ihre erzieherischen Kompetenzen weiter zu entwickeln.

Als zweite Gruppe sollen die älteren Kinder erreicht werden, die ein verinnerlichtes, erkennbares und vorherrschend aggressives, antisoziales Verhaltensmuster aufweisen. Sie zeigen kein oder ein kaum glaubhaftes Unrechtsbewusstsein und sind nicht in der Lage Verhaltensalternativen einzusetzen.

Die Fachkräfte „Gewaltprävention im Kindesalter“ von ReBBZ und ASD entscheiden nach gemeinsamer Diagnostik, welches Hilfeangebot bzw. -arrangement für das betreffende Kind, seine Eltern und ggf. seine Lehrer (und Erzieherinnen in der Kindertagesstätte) geeignet und notwendig ist.

(4) Fachgespräche mit ReBBZ/BZBS und ASD

In Bezug auf Kinder und Jugendliche, mit denen ReBBZ/BZBS befasst ist und die über den ASD bei einem Jugendhilfeträger in Betreuung sind, können gemeinsame Fachgespräche geführt werden. Sie dienen der Koordination und Abstimmung der verschiedenen Maßnahmen und Institutionen. Darin können beispielsweise auch regelmäßige Treffen der Lehrkräfte mit dem zuständigen Einzelfallbetreuer ausgehandelt werden.

Auch bei Hilfeplangesprächen der Jugendämter unter Beteiligung der Sorgeberechtigten und ggf. auch des Jugendlichen können schulische Vertreter/-innen eingeladen werden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen aber nicht sämtliche Informationen an die Lehrkräfte weitergegeben werden. Hier bietet sich die Teilung der Veranstaltung an: der erste Teil beginnt mit schulischen Fachkräften zum Komplex Schule und schulischem Verhalten; anschließend setzen sich die ASD-Fachkräfte und die Betreuer/-innen des Jugendhilfeträgers mit der Familie zusammen und erörtern persönliche und familiäre Hintergründe und mögliche Hilfen.

Einladende Institution ist der ASD (somit nur für Kinder und Jugendliche, bei denen das bezirkliche Jugendamt eine Hilfe plant oder umgesetzt hat).

(5) Beratungsrunde mit ReBBZ / Beratungszentrum Berufliche Schulen und der Beratungsstelle Gewaltprävention

Beratungsrunden setzen sich in der Regel aus Fachkräften der Schule und mehrere Institutionen im direkten Umfeld der Schule zusammen, die mit denselben Kindern, Jugendlichen und Familien in Kontakt stehen oder bei Kontaktaufnahme zuständig sind. Die Federführung der Veranstaltung liegt bei ReBBZ/BZBS oder der Schule.

Ziele sind der Austausch zwischen den Institutionen, die Klärung von Fragen „auf kurzem Wege“, die Abstimmung von Maßnahmen und die Diskussion von hochproblematischen bzw. gefährdeten Einzelfällen. Diese Beratungen können dazu führen, dass Kontakt zum Jugendamt aufgenommen werden sollte. Interessierte Schulen können sich an ihre zuständige ReBBZ Dienststelle bzw. das BZBS oder an die Beratungsstelle Gewaltprävention wenden.

(6) Überbehördliche Fallkonferenzen

Die überbehördlichen Fallkonferenzen bestehen in der Regel aus einem Fachgespräch, zu dem Behörden und Ämter eingeladen werden, die zu der betroffenen Person etwas beitragen können. In der Besprechung der Fachkräfte sollen Wege und Lösungsansätze aufgezeigt werden.

Zielgruppe sind im Schwerpunkt jugendliche Intensivtäter im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Alle Beteiligten erhalten gleichzeitig denselben Informationsstand, um zu einer gemeinsamen Einschätzung und Position zu gelangen. Die Fallkonferenz berät auch darüber, ob, auf welchem Weg und inwieweit die Erziehungsberechtigten oder der Jugendliche über den wesentlichen Inhalt oder bestimmte Inhalte des Gesprächs informiert werden sollen. Unabhängig hiervon bestehen gesetzliche Informationspflichten einzelner Behörden und Ämter im Strafverfahren oder im familiengerichtlichen Verfahren.

Fallkonferenzen im Sinne dieser Geschäftsordnung finden grundsätzlich ohne die betroffenen Personen statt. Eine Anmeldung erfolgt über die zuständige ReBBZ, das BZBS oder die Beratungsstelle Gewaltprävention.

Maßnahmen der Beratungsstelle Gewaltprävention im Rahmen des Handlungskonzeptes "Handeln gegen Jugendgewalt"

Maßnahmen der Beratungsstelle Gewaltprävention im Rahmen des Handlungskonzeptes Handeln gegen Jugendgewalt

 

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