Wann am besten Heizöl bestellen? Heizölpreise sind lang- und kurzfristigen geopolitischen und wirtschaftlichen Faktoren im globalen Maßstab unterworfen und ändern sich dementsprechende stetig. Sinkende Preise auf dem Weltmarkt freuen Sie als Verbraucher in Deutschland und machen eine Ölheizung auch für Umsteiger von Strom- oder Gasheizung attraktiv. Wir informieren Sie über die aktuellen Heizölpreise in Hamburg, über preistreibende und preissenkende Faktoren und geben einen Ausblick auf die Preisentwicklung. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Heizöl nachzuordern oder das Heizöl für den nächsten Winter zu bestellen? Erhalten Sie jetzt eine unverbindliche Preisanfrage.

↘️ Heizölpreise fallen in Hamburg am 18.04.2019 um ca. € -0,24 per 100 Ltr.

Der Heizölpreis ist am heutigen Donnerstag um ca. € -0,24 pro 100 Liter gefallen. Eine Lieferung von 3.000 Ltr. Premium Heizöl EL (extra leicht + schwefelarm) in Hamburg (PLZ 21107 - Tanklagergebiet) kostet heute EUR 71,83 pro 100 Liter bzw. in der Gesamtsumme rund EUR 2.155,-. Alle genannten Heizölpreise verstehen sich zur Orientierung als Richtpreis pro 100 Ltr. inkl. 19% MwSt. und frei Haus.* (Jahresdurchschnittpreise Heizöl: Ø-2018: € 70,35 / Ø-2017: € 58,12 / Ø-2016: € 50,32 / Ø-2015: € 59,20).

Heizölpreis für Hamburg-Wilhelmsburg (21107) bei Abnahme von 3.000 Ltr. Premium Heizöl
Datum ∅-Preis inkl. 19% MwSt. Gesamtsumme Tendenz zum Vortag
18.04.19 71,83 pro 100 Ltr. 2.155,- € für 3.000 Ltr. ↘️ -0,24 € pro 100 Ltr.

Aktuelle Ölpreisentwicklung:
Der Preis für Rohöl der meistgehandelten US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) ist am gestrigen Mittwoch nach Veröffentlichung von leicht bearishen Lagerbestandsdaten in den USA um -0,29 US-Dollar je Barrel auf die Marke 63 US-Dollar gefallen. Gemäß aktuellen Daten des Department of Energy nahmen die Vorräte beim Rohöl, den Destillaten (Heizöl & Diesel) und beim Benzin bei einer gestiegenen Raffinerieauslastung ab. Bei der Schieferölproduktion in den USA zeichnet sich ein Boom ab, den viele Marktteilnehmer für die zweite Jahreshälfte erwarten. Die Anzahl der Crews und Arbeiter, die auf den US-Schieferölfeldern arbeiten, soll Anfang des Monats ein neues Rekordniveau erreicht haben und 12% über der Anzahl von Mitte Januar liegen, so die Zahlen laut Baker Hughes. Die Förderuntenehmen arbeiten nun offenbar intensiv daran die in den letzten Monaten und Jahren gebohrte Ölquellen (DUC) zu erschließen. In der zweiten Jahreshälfte sollen weitere Pipelines fertiggestellt werden, mit deren Hilfe das Rohöl schneller und günstiger zu den Raffinerien an der US-Golfküste transportiert werden kann. Betreiber der Ölfelder konzentrieren sich nun auch auf die Fertigstellung von kleineren Pipelines, die die einzelnen Bohrlöcher mit Sammelpunkten verbinden, damit diese ihr Rohöl dann in die größeren Pipelines einspeisen können. Dieser Trend könnte der US-Rohölförderung in den kommenden Monaten einen neuen kräftigen Schub geben, denn die Anzahl der DUC's (gebohrte aber nicht erschlossene Quellen) liegt auf Rekordhochs. Am heutigen Gründonnerstag notiert der Ölpreis noch unverändert und weiter oberhalb der Marke von insgesamt 63 US-Dollar. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte WTI 63,77 US-Dollar. Das waren nur +0,01 US-Dollar je Barrel mehr als am Mittwochabend (Schlusskurs: 63,76 US-Dollar) in New York.

Bullishe (preistreibende) Faktoren führen zu steigenden Heizölpreisen
+ Zahlen zur Schieferölproduktion in den USA wurden nach unten korrigiert
+ USA haben Sanktionen gegen Venezuela verschärft
+ Libyen droht ein neuer Bürgerkrieg
+ Kasachstan kürzt Produktion im April und Mai deutlich
+ USA wollen durch Sanktionen iranische Rohölexporte um weitere -20% drücken
+ Saudi-Arabien wird die Ölproduktion im April noch weiter drosseln

Bearishe (preisdrückende) Faktoren führen zu fallenden Heizölpreisen
- Zunahme von Rohöl-, Benzin und Destillatbeständen in den USA gem. Department of Energy
- Bearisher Monatsreport der OPEC
- Russland deutet Ende von Produktionskürzungen an
- Brasilien steigert Ölförderung

Marktlage
Russlands Finanzminister hatte am vergangenen Wochenende die Kooperation Russlands mit der OPEC in Sachen Ölförderung erneut in Frage gestellt. Man müsse abwägen, ob man weiter bereit ist eigene Marktanteile an die USA abzugeben oder die Kürzungen beende, so der sinngemäße Inhalt des Kommentars. Russland ist mit den Produktionskürzungen nicht ganz so glücklich wie die OPEC, denn man selber ist gar nicht auf einen derart hohen Ölpreis angewiesen. Russlands Unternehmen und die Regierung sehen den Verlust von Marktanteilen durchaus kritischer als die OPEC Länder, zumal die steigende Ölförderung in den USA den globalen Nachfrageanstieg ausgleichen kann, sodass bisher nicht ersichtlich ist, wann die Kürzungen enden sollen. Sollte Russland tatsächlich aus dem Abkommen mit der OPEC aussteigen, könnte der Ölpreis auf 40 US-Dollar abrutschen, vermuten Marktteilnehmer. Momentan rechnet man allerdings nicht mit einem Bruch zwischen OPEC und Russland, vielmehr baut Russland eine Verhandlungsposition auf für das anstehende Meeting mit der OPEC im Juni auf. Eventuell könnten die Kürzungen generell beibehalten oder/aber reduziert und/oder auch zunächst einmal nur um drei statt um sechs Monate verlängert werden. In USA verdichten sich aktuell die Anzeichen, dass das Schieferölwachstum etwas ausgebremst wird. In den letzten beiden Wochen nahm die Anzahl der Ölbohranlagen in den USA zwar leicht zu, für 2019 steht aber bisher in der Summe ein Minus von 52 Anlagen. Die Energy Information Administration (EIA) hat einem am 15.04.19 veröffentlichten Bericht zudem die Förderung der Schieferölgebiete für April um -0,2 Mio. Barrel pro Tag nach unten korrigiert. Auch die Anzahl der unfertig erschlossenen Ölquellen wurde um -72 angepasst, was darauf hindeutet, dass der Ausbau der US-Schieferölgebiete in diesem Jahr ins Stocken gekommen ist.

Auswahl von aktuellen Ölpreisprognosen 2019
15.04.19 - Bei der Investmentbank Bank of America Merrill Lynch sieht man bei der Ölsorte Brent noch weiteres Aufwärtspotenzial. Demnach könnte die europäische Referenzsorte Ende Juni 82 US-Dollar erreichen. Die Fed habe ihre Straffung der Geldpolitik beendet, was dem US-Dollar Wind aus den Segeln nimmt und diesen gegenüber anderen Währungen etwas schwächt. Das in US-Dollar gehandelte Öl wird für Investoren außerhalb der USA dann günstiger, was die Käufe ankurbelt. Hinzu komme die starken Produktionskürzungen der OPEC+ Gruppe, weshalb man letztlich eine bullishe Markteinschätzung habe. Die Vorräte an Destillaten (Heizöl & Diesel) seien zudem am unteren Ende ihrer Spanne und man sieht eine ähnliche Konstellation wie in 2007/08, als die Destillateproduktion der Raffinerien einen Engpass erlebten. Eine ähnliche Konstellation könnte sich in den kommenden Monaten erneut ergeben, denn ab 2020 werden viele Schiffe von Bunkeröl mit hohem Schwefelgehalt auf Diesel mit niedrigem Schwefelgehalt wechseln. Dies könnte zu Engpässen führen, weshalb man bei Bank of America Merrill Lynch einen Anstieg des Rohölpreises auf bis zu 82 US-Dollar für möglich hält.

10.04.19 - Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben ihre Ölpreisprognose für die Sorte Brent angehoben. Die europäische Referenzsorte sieht man im zweiten Quartal 2019 nun bei durchschnittlich 72,50 US-Dollar und hat damit die alte Prognose von 65 US-Dollar korrigiert. Eine Rallye, die den Rohölpreis über 70 US-Dollar getragen hat, deute auf ein Angebotsdefizit hin, das größer als erwartet sei. Die Produktionskürzungen der OPEC+ Gruppe, die bessere Wirtschaftsentwicklung, die strafferen US Sanktionen gegen Iran und Venezuela bei einem gleichzeitigen Abflauen des Schieferölbooms würde das Angebot in 2019 weiter verknappen. Allerdings werde die Rallye nicht unendlich lange weitergehen können. Ab dem Sommer werden die Preise allmählich von ihren Hochs zurück kommen, da die OPEC einen Ausstieg aus ihren Kürzungen finden muss und die US-Schieferölförderung wieder zunimmt, sobald die Pipelines zum Abtransport des Öls an die Golfküste fertiggestellt sind. Investoren würden dann attraktivere Trades finden als den Frontmonat weiter nach oben zu treiben. Insbesondere beim Handel von Time- und Produkt Spreads würden sich Möglichkeiten auftun. Entscheidend für einen erfolgreichen Ausstieg aus den Kürzungen für die OPEC wird sein, ob es dem Kartell gelingt die Preise für Futures mit einer langen Laufzeit auf niedrigem Niveau zu halten. Aktuell sind solche Futures günstiger als der Frontmonat, was typisch für eine knappe Marktlage ist und Investitionen in den Ausbau der Schieferölförderung reduziert, so das Fazit.

Hier erhalten Sie bei Interesse weitere Hintergrundinformationen über die Ölpreisentwicklung und eine aktuelle Ölpreisprognose.

Erläuterung: West Texas Intermediate (WTI) ist die weltweit am stärksten nachgefragte Rohölsorte mit geringem Schwefelgehalt (Light Sweet Crude) und der NYMEX Light Sweet Crude Future ist der meistgehandelte Rohstoffkontrakt der Welt.

* Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sich unsere Heizölpreise im Großraum Hamburg regional (z.B. Altona, Blankenese, Othmarschen, Rissen, Bergedorf, Eimsbüttel, Harburg, Wandsbek, Ahrensburg, Seevetal und Rosengarten) unterscheiden und auch von anderen Parametern (wie z.B. Liefertermin, Schlauchlänge, Zahlungsart etc.) abhängig sind. Zudem ändert sich der Heizölpreis in Hamburg aufgrund der oftmals volatilen Ölpreis- und Devisenentwicklung mehrmals am Tag, so dass die hier genannten Preise nur eine unverbindliche Momentaufnahme und insbesondere keine Aufforderung zum Kauf darstellen. Erfahren Sie dazu bei Interesse hier mehr.