Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Unterstützung Angebote zur Unterstützung im Alltag

Angebote zur Unterstützung im Alltag

Die Betreuung, Fürsorge und Pflege von Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden stellt Angehörige mitunter vor große Herausforderungen. Nicht immer ist es einfach, diese Aufgaben mit dem eigenen Leben in Einklang zu bringen. Angehörige leisten diese Anforderungen manchmal weit über die eigenen Kräfte hinaus. Für diese Pflegepersonen ist es wichtig, Freiräume zu bekommen, damit sie Kraft tanken können. Die Angebote zur Unterstützung im Alltag können dazu beitragen, indem die Pflegebedürftigen regelmäßig betreut werden. In Hamburg gibt es unterschiedliche Angebote zur Unterstützung im Alltag. Die folgende Übersicht stellt dar, welche Angebote Sie bei Bedarf in Anspruch nehmen können.

Von den Pflegekassen werden die Kosten bis zu 125 Euro monatlich übernommen. Dafür müssen die entsprechenden Quittungen der jeweiligen Pflegekasse vorgelegt werden.

Kapitelübersicht

1. Ehrenamtliche Helferinnen- und Helferkreise

Bei Helferinnen- und Helferkreisen besucht ein entsprechend geschulter Ehrenamtlicher wöchentlich den Pflegebedürftigen zu Hause in der vertrauten Umgebung. Sofern mehr Besuche gewünscht sind, werden diese berücksichtigt. Die Begleitung und Unterstützung der Ehrenamtlichen erfolgt durch die Fachkraft des Anbieters, die auch beim ersten Besuch dabei ist. Durch das Angebot bekommen Pflegepersonen freie Zeiten, die sie für sich selbst nutzen können. Aber auch die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen werden berücksichtigt, denn durch die intensive Einzelbetreuung kann sehr individuell auf den Pflegebedürftigen eingegangen werden. Im Rahmen des Helferinnen- und Helferkreises werden ausschließlich betreuende Tätigkeiten angeboten und keine hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Leistungen. 

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2. Betreuungsgruppen

In Betreuungsgruppen betreuen Ehrenamtliche mehrere Pflegebedürftige in den Räumen des Anbieters. Fachkräfte unterstützen die Ehrenamtlichen und sind auch meistens anwesend. Das Angebot findet in der Regel wöchentlich und über mehrere Stunden statt. Im Rahmen der Betreuungsgruppe werden alle Neigungen und Wünsche der Teilnehmer einbezogen und gemeinsame Aktivitäten angeboten. Beispielsweise wird gemeinsam gegessen oder es werden Ausflüge in die Umgebung unternommen. Ein Ehrenamtlicher betreut in der Regel nicht mehr als zwei Pflegebedürftige, so dass eine gute Betreuung gewährleistet werden kann. Durch Betreuungsgruppen haben pflegende Angehörige eine verlässliche Zeit, die sie für sich selbst nutzen können. Im Rahmen der Betreuungsgruppe werden ausschließlich betreuende Tätigkeiten angeboten und keine hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Leistungen.

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3. Gemeinschaftsangebote

Gemeinschaftsangebote sind Veranstaltungen mit einem geselligen Charakter. Dazu zählen beispielsweise kulturelle Veranstaltungen als Café oder Tanztee. In den Gemeinschaftsangeboten haben Pflegebedürftige mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten die Möglichkeit, gemeinsame Stunden miteinander zu verbringen. In dieser entspannten und kulturellen Zeit können die Familien gemeinsam die Sorgen und Nöte des Alltags hinter sich lassen und fröhliche Stunden verbringen. Die Angebote werden von Ehrenamtlichen getragen, die schon in Helferinnen- und Helferkreisen oder in Betreuungsgruppen ehrenamtlich tätig und entsprechend geschult sind. Aber auch die Fachkräfte des Anbieters stehen während des Angebots den Angehörigen für Fragen zur Verfügung. Eine weitere Möglichkeit für Angehörige, Familien und Freunde ist es, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu kommen und sich untereinander auszutauschen. 

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4. Gesprächsgruppen

Gesprächsgruppen sind Zusammenkünfte von Pflegebedürftigen oder Zusammenkünfte von pflegenden Angehörigen, die durch eine Fachkraft geleitet werden. In den regelmäßigen Treffen können sich die Pflegebedürftigen oder die Angehörigen über ihre Anliegen und Probleme mit dem Erleben der Krankheit austauschen. Die Fachkraft trägt dazu bei, dass bestimmte Fragestellungen unterstützend bearbeitet werden können.

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5. Hilfen im Haushalt durch Haus- oder familienpflegerische Dienste

Hilfen im Haushalt können durch Beschäftigte eines haus- oder familienpflegerischen Dienstes erbracht werden. Das Angebot dient dazu, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bei der Pflege durch eine Unterstützung im Haushalt zu entlasten. Im Rahmen des Angebots können beispielsweise folgende Dienstleistungen erbracht werden:

  • Durchführung von Reinigungsarbeiten im Haushalt,
  • Hilfe bei der Ausführung von Haushaltsaufgaben wie Wäschewaschen und – aufhängen, Aufräumen der Wohnung, Müllentsorgung,
  • Hilfe bei der Strukturierung des Haushalts,
  • Begleitung beim Einkauf, Arztbesuchen, Behördengängen oder auch
  • Botengänge.

Es werden ausschließlich unterstützende und hauswirtschaftliche Tätigkeiten angeboten und keine pflegerischen Leistungen.

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6. Familienentlastende Dienste

In familienentlastenden Diensten werden Kinder und Jugendliche mit Behinderungen regelmäßig betreut. Dazu besuchen speziell geschulte Beschäftigte die Familien zu Hause und betreuen die von Behinderung betroffenen Kinder oder Jugendlichen in der vertrauten Umgebung. Sofern Gruppenangebote vom Anbieter erbracht werden, finden diese in den Räumlichkeiten des Anbieters statt. Die Beschäftigten werden von Fachkräften begleitet und unterstützt. In den Zeiten, in denen die Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen betreut werden, haben die Familien freie Zeit für sich selbst. Geschwisterkinder können dann vielleicht gemeinsame Stunden mit ihren Eltern allein genießen. Im Rahmen des familienentlastenden Dienstes werden ausschließlich betreuende Tätigkeiten angeboten und keine hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Leistungen.

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7. Einzelfallbetreuung durch ehrenamtliche Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können auch durch Nachbarschaftshilfe Unterstützung im Alltag bekommen. Die Aufwendungen für Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfer werden von den Pflegekassen bis zu 125 Euro monatlich übernommen. Die Anerkennung von Nachbarschaftshelferinnen und -helfern wird von der Servicestelle Nachbarschaftshilfe ausgesprochen. Dazu müssen sich die Pflegebedürftigen zusammen mit der Nachbarschaftshelferin oder dem Nachbarschaftshelfer registrieren lassen. Voraussetzung für eine Registrierung ist, dass die pflegebedürftige Person und deren Nachbarschaftshilfe nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind. Auch dürfen nicht mehr als zwei Pflegebedürftige von einer Helferin oder einem Helfer betreut werden. Der Aufwand der ehrenamtlichen Nachbarschaftshelferinnen und –helfer kann durch die Pflegebedürftigen mit bis zu fünf Euro pro Stunde entschädigt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Servicestelle Nachbarschaftshilfe.

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8. Haushaltshilfe durch Betreuungs- und Hauswirtschaftshilfen, die von den Pflegebedürftigen beschäftigt werden 

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können Haushaltshilfen für betreuungs- oder hauswirtschaftliche Hilfen beschäftigen. Damit diese Aufwendungen von der Pflegekasse übernommen werden, bedarf es einer Anerkennung durch die Servicestelle Nachbarschaftshilfe. Dazu müssen sich die Haushaltshilfen in der Servicestelle Nachbarschaftshilfe registrieren lassen. Voraussetzung für eine Registrierung ist, dass die pflegebedürftige Person und deren Betreuungs- oder Hauswirtschaftshilfen nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind. Mit der Haushaltshilfe muss ein Arbeitsvertrag geschlossen und der Mindestlohn gezahlt werden. Alle weiteren Voraussetzungen werden von der Servicestelle Nachbarschaftshilfe geprüft. Die Informationen zur Servicestelle Nachbarschaftshilfe finden Sie hier.

Eine Übersicht über die anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag finden Sie im Downloadbereich. In der Übersicht finden Sie alle Informationen rund um das Angebot, die Kontaktdaten des Angebots sowie die für Sie entstehenden Kosten. Bei allen Fragen zu den einzelnen Angeboten wenden Sie sich gerne direkt an die Anbieter.

Sollte es im Rahmen der Angebote zu Schwierigkeiten kommen, ist Ihr erster Ansprechpartner der Anbieter des Angebots. Benötigen Sie weitere Unterstützung, dann können Sie sich an die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz wenden: 

Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Fachabteilung Senioren und Pflege
Billstraße 80
20539 Hamburg
Email: pevo@bgv.hamburg.de

Angehörigenhilfe

Die Angehörigenhilfe Hamburg ist ein Verbund von Einrichtungen, die Angebote zur Unterstützung im Alltag bereitstellen. Nähere Informationen erhalten Sie bei der Angehörigenhilfe Hamburg.

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