Heidi Kabel Volksschauspielerin und Sängerin

Heidi Kabel war die berühmteste Volksschauspielerin der Hansestadt. Große Bekanntheit erlangte sie durch das Stück "Tratsch im Treppenhaus" am Ohnsorg Theater. Bis heute ist ihr Name eng mit dem Theater verbunden.

Heidi Kabel - Volksschauspielerin und Sängerin

Weitere Geschichtsthemen

Eine echte "Hamburger Deern"

Heidi Kabel wurde am 27. August 1914 in Hamburg geboren und blieb ihrer Heimatstadt ihr Leben lang treu. Nach dem Wunsch ihrer Eltern sollte sie Konzertpianistin werden, doch fehlte ihr dazu das nötige Talent. Ganz anders war es mit der Schauspielerei. Im Jahr 1932 begleitete sie eine Freundin zum Vorsprechen an die «Niederdeutsche Bühne», die Richard Ohnsorg gegründet hatte, und wurde vom Fleck weg engagiert. Sie nahm Schauspielunterricht und spielte sich auf der Bühne des Ohnsorg-Theaters schnell in die Herzen der Zuschauer. Sie heiratete 1937 ihren Schauspielkollegen Hans Mahler und bekam mit ihm drei Kinder. Tochter Heidi Mahler ist ebenfalls Schauspielerin.

Kabel stand 65 Jahre auf der Bühne

Über 65 Jahre stand die Schauspielerin in über 160 plattdeutschen Stücken im Ohnsorg-Theater auf der Bühne. Dabei spielte sie geschwätzige Nachbarsfrauen, ewig unzufriedene Ehefrauen, liebevolle Mütter und schrullige Alte. Neben dem Kölner Willy Millowitsch gehörte sie schnell zu den beliebtesten Volksschauspielern. Stücke wie "Tratsch im Treppenhaus", "Die Kartenlegerin" und "Trautes Heim" bleiben unvergessen. Sie überzeugte das Publikum mit Charme, Humor, Mutterwitz und Aufrichtigkeit und machte das Plattdeutsche weit über den Norden hinaus bekannt. Heidi Kabel hatte das Herz auf dem rechten Fleck - und wurde dafür geliebt.

Als das Fernsehen in den 50er Jahren die Aufführungen aus dem Ohnsorg-Theater ausstrahlte, wurde Kabel in der gesamten Bundesrepublk populär. Neben dem Theater übernahm Heidi Kabel auch Rollen in zahlreichen Fernsehfilmen und –serien. Dazu gehören unter anderem „Wenn die Heide blüht“ (1960), „Klein Erna auf dem Jungfernstieg“ (1969) und „Der Sonne entgegen“ (1985/86).

Rückzug ins Privatleben

Ab dem Jahr 2002 zog sich Kabel immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, übernahm 2007 jedoch noch einmal eine kleine Rolle neben ihrer Tochter Heidi. Der Film „Hände weg von Mississippi“ war ihr letztes Schauspielprojekt. Im Juni 2010 starb sie im Alter von 95 Jahren an Altersschwäche. Sie liegt neben ihrem Mann auf dem Nienstedtener Friedhof in Hamburg begraben.

In Hamburg sagt man Tschüß - Heidi Kabels Lieder

Heidi Kabel machte sich auch als Sängerin in Deutschland einen Namen. Sie nahm einige Schallplatten mit meist Hamburger Liedern auf. Zu den bekanntesten gehören „Hamburg ist ein schönes Städtchen“, „Hammonia – Mein Hamburg, ich liebe dich“, „In Hamburg sagt man Tschüß“, oder „An de Eck steith’n Jung mit’n Trudelband“.

Denkmal in Hamburg

2011 wurde das Heidi-Kabel-Denkmal, eine lebensgroße Bronzefigur, auf dem Hachmannplatz eingeweiht und ein Teil des Platzes vor dem neuen Ohnsorg-Theater in Heidi-Kabel-Platz umbenannt.



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