Klaus Störtebeker Pirat, Legende, Mythos

Klaus Störtebeker ist eine der bekanntesten Personen der hamburgischen Geschichte. Um ihn ranken sich viele Legenden und Mythen, die bis heute überdauert haben. hamburg.de hat die wichtigsten Fakten und Fiktionen zu "Gottes Freund, der Welt Feind" zusammengetragen.

Einer der bekanntesten Piraten der hamburgischen Geschichte: Klaus Störtebeker

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Der bekannteste Pirat der hamburgischen Geschichte 

1878 entdeckten Arbeiter auf dem Grasbrook, einem Teilstück der heutigen HafenCity, einen Schädel. Dieser wurde aufgrund seines Alters und der unter Fremdeinfluss vorsichtig hinzugefügten Schädelverletzung Klaus Störtebeker zugeschrieben. Störtebeker war einer der Piraten, die die norddeutschen Städte im ausgehenden Mittelalter in Angst und Schrecken versetzten. Zusammen mit seiner siebzig Mann starken Besatzung überfiel er die Koggen, die Handelsschiffe der Hanse. Diese beförderten wertvolle Güter wie Wachs, Salz und Pottasche. Dabei hatten es die Piraten besonders auf die Schiffe der wohlhabenden Hamburger Kaufleute abgesehen. Doch es ging ihnen in erster Linie nicht um den Kampf, sondern darum Beute zu machen. Diejenigen, die sich nicht wehrten, wurden deshalb meist über Bord geschmissen.

Festnahme vor Helgoland - war es Sabotage?

Um die Piraten zu bekämpfen, schlossen sich norddeutsche Städte bereits ab dem 13. Jahrhundert zusammen. Hamburg trat diesem Bündnis im 14. Jahrhundert bei. Störtebeker konnte seinen Verfolgern oft entkommen, doch im Jahr 1401 wird er letztlich doch noch von Hamburger Ratsherrn vor Helgoland gestellt. Der Legende nach soll einer seiner Männer mit den Hamburgern verbündet gewesen sein und das Schiff manövrierunfähig gemacht haben. Die gesamte Mannschaft wurde dann auf der "Bunten Kuh" nach Hamburg gebracht. 

Störtebekers sagenumwobene Hinrichtung auf dem Grasbrook


Störtebekers Hinrichtung Foto: FHH Störtebekers Hinrichtung
Kapitän samt Mannschaft wurden vor den Senat gebracht und zum Tode verurteilt. Am 20. Oktober des gleichen Jahres fand auf dem Grasbrook die sagenumwobene Hinrichtung statt. Eine riesige Menge Schaulustiger wohnte dem Spektakel bei. 

Störtebeker wurde zuerst hingerichtet. Doch zuvor konnte er dem Bürgermeister das Versprechen abringen, diejenigen Männer zu begnadigen, an denen er noch kopflos vorbeizulaufen vermochte. Der Bürgermeister gab ihm sein Wort. Störtebeker soll dann an elf seiner Männern vorbeigelaufen sein, bevor der Henker ihm schließlich ein Bein stellte. Dieser sah seinen Verdienst gefährdet, denn er bekam acht Schilling pro Kopf. Im Anschluss brach der Bürgermeister sein Versprechen und ließ auch die mehr als siebzigköpfige Mannschaft hinrichten. Die Köpfe wurden danach auf Pfähle aufgespießt und zur Abschreckung entlang der Elbe aufgestellt.

Im Anschluss wird der Henker selbst geköpft!

Auf die Frage des Senats an den Henker, wie ihm bei der Tat zumute gewesen sei, antwortete er frech: "Oh gestrenge Herrn, mir war so wohl dabei, daß ich auch noch gern den ganzen weisen Senat hätte abtun mögen." Die Stadtväter hatten keinen Sinn für schwarzen Humor und ließen den Henker dafür mit dem Leben bezahlen.

Mythos Störtebeker

Schon die Hinrichtung trug zum Mythos Klaus Störtebeker bei. Doch im Laufe der nächsten Jahrhunderte kamen noch viele weitere Legenden hinzu. Dabei findet auch der Störtebeker Schatz immer wieder Erwähnung. Einen Teil davon, eine goldene Kette mit dem Ausmaß, dass sie einmal um ganz Hamburg passen und mehrere Hundert Kilogramm Gewicht besitzen würde, soll der Kapitän dem Senat im Gegensatz für seine Freilassung geboten haben. Bis heute wurde der vermeintliche Schatz nicht gefunden. Heutzutage sind Schiffe, Straßen, Biere, Sportvereine, Feste und Lieder nach Störtebeker benannt, das älteste entstand zirka ein Jahr nach seinem Tod. Es besitzt fünfzehn Strophen und die erste klingt wie folgt:

Bilder: Störtebeker Denkmal Das Denkmal stammt von dem Künstler Hansjörg Wagner. Es steht heute vor dem Maritimen Museum in der HafenCity.

Störtebeker und Godecke Michels
de rovenden beiden to gliken deel
to water und to lande
so lange, dat it Got von Hemmel verdroot
do mosten se liden grote Schande

Denkmal in der HafenCity

Gottes Freund, der Welt Feind! Diese Inschrift steht auf dem im August 1982 errichteten Störtebeker-Denkmal in der HafenCity. Einerseits ist das Denkmal eine touristische Sehenswürdigkeit, andererseits stellt sich die Frage, ob es Ehrfurcht oder Abschreckung symbolisieren soll. Auf jeden Fall handelt es sich um einen einmaligen Fall, in dem eine Stadt ihrem eingeschworenen Feind und einem hingerichteten Verbrecher ein Denkmal errichten ließ.

Namensherkunft - aus Liebe zum Bier?!

Und wer sich nun abschließend noch fragt, wieso Störtebeker eigentlich 'Störtebeker' hieß: Laut Anekdote brachte ihm seine Vorliebe für den Alkohol diesen Namen ein. Denn dieser bezieht sich auf die niederdeutsche Aufforderung "Stürz' den Becher", da er eine Elle Bier, also ungefähr vier Liter, ohne abzusetzen ausgetrunken haben soll. Im Hamburg Museum kann der auf dem Grasbrook gefundene "Störtebeker-Schädel" neben einer Reproduktion aus Wachs seit 1922 besichtigt werden. Eine zweifelsfreie Zuordnung des Schädels zu Klaus Störtebeker war bislang jedoch nicht möglich. 

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