Ida Ehre Schauspielerin und Regisseurin

Die Schauspielerin und Prinzipalin Ida Ehre (1900-1989) lebte von 1945 bis zu ihrem Tode in der Hallerstraße 74. Nach dem Ende des Nationalsozialismus wirkte sie am Wiederaufbau des Theaterlebens in Hamburg entscheidend mit.

Ida Ehre - Schauspielerin und Regisseurin

Weitere Geschichtsthemen

Ida EhreIda Ehre wurde am 9. Juli 1900 in Prerau/Mähren als Tochter eines jüdischen Oberkantors geboren. Ida war von sechs Kindern das zweitjüngste. Schon mit 14 Jahren begann sie ihre schauspielerische Ausbildung in Wien. Sie debütierte als Iphigenie in der schlesischen Provinz. Bukarest, Stuttgart, Mannheim und Berlin waren ihre nächsten Stationen, bevor die Nazis ihr als Jüdin ein Berufsverbot auferlegten.

Ein Leben ins Angst

Im Jahr 1939 wollte sie mit ihrem Mann, dem Gynäkologen Bernhard Heyde, nach Chile auswandern. Das Schiff war bereits unterwegs, musste wegen des Kriegsausbruchs aber wieder in den Hamburger Hafen zurück.

Es folgten Verhöre, KZ in Fuhlsbüttel und Gestapo - ein Leben in ständiger Angst. Aus diesen Erfahrungen heraus hat sie immer wieder vor dem leichtfertigen Umgang mit der Geschichte gewarnt. Sie hat die Menschen mit ihrem Spiel wachgerüttelt und so vor der Trägheit des Hirns und des Herzens zu bewahren versucht.

Starke Frau

Mehr als vier Jahrzehnte prägte sie das Geschehen in Hamburg entscheidend mit, unter anderem als Schauspielerin und Prinzipalin der Hamburger Kammerspiele in der Hartungstraße. So brachte sie als Uraufführung in Deutschland Wolfgang Borcherts "Draußen vor der Tür" heraus und blieb dieser risikoreichen Bereitschaft zu Uraufführungen, verbunden mit der Förderung junger Nachwuchskräfte, bis an ihr Lebensende treu. Hamburg dankte es ihr mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.

Für sie war es eine der ersten Bürgerpflichten, sich einzumischen und sich Gehör zu verschaffen. Sie war eine unermüdliche Mahnerin, Warnerin und eine mutige Bekennerin. Ida Ehre starb am 16. Februar 1989 im Alter von 88 Jahren in Hamburg, der Stadt, die sie liebte und die sich ihr verbunden fühlte.

Quelle: Dieser Text ist entnommen aus dem Band "Beatles, Hagenbeck & Schopenhauer - Menschen und Ereignisse in Hamburg" über Gedenktafeln der Patriotischen Gesellschaft von 1765.

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Die Schauspielerin und Prinzipalin Ida Ehre (1900-1989) lebte von 1945 bis zu ihrem Tode in der Hallerstraße 74. Nach dem Ende des Nationalsozialismus wirkte sie am Wiederaufbau des Theaterlebens in Hamburg entscheidend mit.
20170104 13:49:19