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Wolfgang Borchert Schriftsteller der Trümmerliteratur

Wolfgang Borchert wurde nur 26 Jahre alt. Doch zählen seine Lyrik, Kurzgeschichten und die Theaterstücke zu dem unmittelbarsten und ehrlichsten, was die Literaturszene in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu bieten hat.

Wolfgang Borchert - Schriftsteller der Trümmerliteratur

Weitere Geschichtsthemen

Wolfgang Borchert Am 20. Mai 1921 in Hamburg - Eppendorf geboren, begann Wolfgang Borchert schon als Jugendlicher Gedichte zu schreiben. Auf Anregung seiner Eltern hin fing er eine Buchhändlerlehre bei Heinrich Boysen an, die er allerdings 1940 abbrach, als er die Schauspieler-Abschlussprüfung bestand. Nur wenige Monate stand er auf der Bühne, dann wurde er zum Kriegsdienst eingezogen.

Kriegsjahre

Nach seiner Ausbildung als Panzergrenadier und dem ersten Fronteinsatz wurde er 1942 verwundet und erkrankte außerdem an Diphtherie. Es enstand der Verdacht, er hätte sich die Schussverletzung selbst zugefügt. Nach einer dreimonatigen Einzelhaft forderte der Anklagevertreter das Todesurteil wegen "Wehrkraftzersetzung". Dazu kam es zwar nicht, doch wurde rasch ein neuer Grund gefunden, den aufrührerischen Geist inhaftieren zu lassen.

Seine Briefe, die angeblich gegen das "Heimtückegesetz" verstießen, genügten dem Gericht, den 21jährigen mit sechs Wochen verschärfter Haft und anschließender "Frontbewährung" zu bestrafen. Bei der Kurierung der Erfrierungen, die er sich im Feld zuzog, infizierte er sich mit Gelbsucht und Fleckfieber und wurde in ein Lazarett überstellt.

Nach seiner weitgehenden Genesung, einem kurzen Fronturlaub und einigen Monaten im Feld wurde ihm für seine kabarettistischen Auftritte 1943 erneut der Prozess gemacht. Wegen "Wehrkraftzersetzung" wurde er zu neun Monaten Gefängnis verurteilt und später zur "Feindbewährung an der Front" entlassen. Die Einheit, an die er überstellt wurde, ergab sich 1945 in der Nähe von Frankfurt am Main französischen Truppen. Borchert gelang die Flucht. Zu Fuß erreichte er am 10. Mai 1945 sein Elternhaus in Hamburg.

Kurze Karriere

Durch Krankheit geschwächt, konnte Borchert nur phasenweise am kulturellen Leben in der Trümmerzeit Hamburgs teilnehmen. Er engagierte sich als Regieassistent am Hamburger Schauspielhaus, schrieb für das Kabarett "Janmaaten im Hafen" und war Mitbegründer des Hinterhoftheaters "Die Komödie" in Hamburg-Altona. Als die Ärzte ihm eröffneten, dass er wegen eines Leberleidens nicht mehr als ein Jahr zu leben habe, verfasste er in rasend rascher Folge etwa 20 Prosastücke.

Am 20. November 1947 starb der Autor, der sich zeitlebens gegen Gewalt und Dummheit aufgelehnt hatte, in einem Schweizer Krankenhaus einen Tag vor der Uraufführung seines letzten Werkes "Draußen vor der Tür" in den Hamburger Kammerspielen.

In Hamburg erinnern eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus in der Tarpenbekstraße und bei der Friedenseiche am Eppendorfer Marktplatz eine Inschrift mit seinem Gedicht "Sag nein!" an Wolfgang Borchert. Er wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof beerdigt.

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