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BLC-Jahrestagung 30.09. - 2.10.2021 Lebensmittelüberwachung 4.0 – vernetzt, digital, krisenfest und sicher?

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Die Corona-Pandemie hat in der amtlichen Lebensmittelüberwachung zu einer zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung geführt. Der Bundesverband der Lebensmittelchemiker:innen im öffentlichen Dienst e. V. (BLC) hat sich für seine 31. Jahreshauptversammlung das Thema „Lebensmittelüberwachung 4.0 – vernetzt, digital, krisenfest“ auf die Agenda gesetzt. Das HU brachte hier die Relevanz der IT-Sicherheit und ausreichender Ressourcen in die Diskussion ein.

Lebensmittelüberwachung 4.0 – vernetzt, digital, krisenfest und sicher?

Vom 30. September bis 2. Oktober 2021 tagte der BLC beim Landesverband Nord in Kiel. Neben einigen Vertretern aus dem Bereich der Lebensmittelkontrolle hat auch Jochen Riehle, Leiter des Fachbereichs „Lebensmittelsicherheit und Zoonosen“ am Institut für Hygiene und Umwelt (HU), einen Vortrag gehalten und die Perspektive eines Untersuchungsamtes dargestellt. Hierbei verdeutlichte er, dass angesichts der zunehmenden Digitalisierung das Thema Sicherheit eine große Rolle spielen sollte, dies seiner Ansicht nach bisher aber noch weitgehend unterschätzt und vernachlässigt wird.

Aufhänger seines Vortrages war ein am HU gerade erfolgreich abgeschlossenes Projekt mit dem Kürzel SUNSITI. SUNSITI steht dabei für Sichere Untersuchung – sichere IT-Integration. Riehle berichtet: "Das Projekt soll unter anderem gewährleisten, dass aus Lebensmittelüberwachung 4.0 nicht Lebensmittelüberwachung 0 wird, weil zum Beispiel Kriminelle IT-Spezialisten von außen die Betriebssysteme des Untersuchungslabors lahmlegen."

Zugegeben: Die Digitalisierung von Prozessen und eine gute Vernetzung – intern sowie mit den Partnern der Norddeutschen Kooperation (NoKo) – hat viele Vorteile für den Verbraucherschutz, beispielsweise ergeben sich Kostenreduktionen durch Serieneffekte und bessere Geräteauslastung durch Schwerpunktbildung. Und die Etablierung von Online-Meetings macht den fachlichen Informationsaustausch teilweise deutlich effektiver. Aber: Die Automatisierung, Digitalisierung von Prozessen und das Etablieren von Screening-Methoden (FTIR, NIR, NMR) erfordert neues Wissen und bindet zunächst viele Ressourcen. Es müssen Schnittstellen, Online-Kommunikation oder Remote-Zugriffsmöglichkeiten auf Mess-Systeme eingerichtet werden. Zeitgleich sollten dafür geeignete Sicherheitsmaßnahmen erarbeitet und etabliert werden. Leider ist das nicht immer möglich: Die Ressourcen für Digitalisierungsprojekte können nicht überall aufgebracht werden.

Aber nicht nur deshalb sieht Riehle die Sicherung der Krisenfestigkeit der Lebensmittelüberwachung als eine der wichtigsten Aufgaben der amtlichen Labore: „Personalknappheit, fehlende Redundanz und steigende Anforderungen hinsichtlich Bearbeitungszeit, Know How und Qualitätsmanagement bei praktisch keinem Ausgleich an Ressourcen stellen die amtlichen Labore vor große Herausforderungen“. Hinzu kommt, dass die Corona-Einschränkungen im Präsenzbetrieb Zusatzaufwand und eingeschränkten Output bedeute(te)n.

Wichtig ist Riehle deshalb, dass Prozesse auch hinterfragt, Schwachstellen identifiziert und verbessert werden, bevor es an die fraglos wichtige Digitalisierung geht - und dass natürlich die IT-Sicherheit beim Digitalisieren nicht vergessen wird.

Informationen zur Veranstaltung: Pressemitteilung des Bundesverbandes der Lebensmittelchemiker/-innen im öffentlichen Dienst e. V. (BLC) zur Jahreshauptversammlung 2021 in Kiel

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