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Importstandort Hamburg treibt Klärung voran Höchstwerte für Pyrrolizidinalkaloide eingeführt

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Seit Mitte 2022 gibt es einen Höchstgehalt, welche Menge an Pyrrolizidinalkaloiden in diversen pflanzlichen Lebensmitteln wie Tees und Gewürzen enthalten sein dürfen. Diese neue gesetzliche Vorgabe stellt die Lebensmittelüberwachung vor Herausforderungen. Insbesondere an den deutschen Eingangsorten wie Hamburg, wo die Rohwaren in sehr großen Mengen aus Drittländern ankommen, fehlt noch Klarheit zum Verfahren der Probenahme. Auch die Grundlagen der gesundheitlichen Bewertung sind noch nicht abschließend geklärt. Um sinnvolle Vorgaben zu definieren, haben Bund und Länder mit dem Fachverband der Gewürzindustrie e. V. und dem Teeverband e. V. ein Projekt gestartet, bei dem das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) die Federführung übernommen hat und Hamburg unter den Ländern eine führende Rolle einnimmt.

Höchstwerte für Pyrrolizidinalkaloide eingeführt

Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind eine große Gruppe von Naturstoffen, die teilweise in pflanzlichen Lebensmitteln nachgewiesen werden. Dies ist problematisch, da PA eine chronisch leberschädigende Wirkung haben und einige PAs im Verdacht stehen, das Erbgut zu schädigen und krebserregend zu sein. Zu den in Deutschland heimischen PA-bildenden Pflanzen gehören zum Beispiel das Jakobskreuzkraut und andere „Unkräuter“, die manchmal zwischen Nutzpflanzen wachsen und die Ernte verunreinigen können. Bei Untersuchungen der Überwachungsbehörden fielen in der Vergangenheit insbesondere Tees und Gewürze wegen recht hoher PA-Gehalte auf. Auch in Honigen aus bestimmten Gebieten wurden erhöhte Gehalte dieser Verbindungen gefunden.

Seit dem 1. Juli 2022 gilt die Verordnung (EU) 2020/2040 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006. In dieser werden Höchstgehalte an Pyrrolizidinalkaloiden für Tees, Kräutertees, Nahrungsergänzungsmittel, Pollenprodukte und Kräuter festgelegt.  Allerdings bedarf es auch Probenahmevorschriften, die die Besonderheiten von Gewürzen und große Sendungsvolumina berücksichtigen. Denn über die deutschen Häfen werden sehr große Mengen Tee und Gewürze in die EU eingeführt. Die Ware wird meist in Form von losen Blättern und Saaten in Containern beziehungsweise großen Säcken verschifft, die weiter gehandelt werden und später als reines Gewürz, in Würzmischungen oder in verarbeiteten Lebensmitteln wie Fertiggerichten in den Handel kommen. Für die Kontrolle stellt sich nun die Frage, wie eine Probe aus einem Container zu ziehen ist, damit anhand der Analyseergebnisse eine echte Aussage zur Verkehrsfähigkeit getroffen werden kann. Wie viele Proben sind zu ziehen? An welchen Stellen und auf welche Art ist die Probe zu entnehmen? Auch praktische Aspekte wie Transport und Aufbereitung der Proben müssen bei den Vorgaben für die Kontrolleure und Labore berücksichtigt werden. 

Bei der Beurteilung der Untersuchungsergebnisse sind neben der Frage, ob die neuen Höchstgehalte eingehalten werden, weiterhin toxikologische Bewertungen erforderlich. Bei Letzteren wird berücksichtigt, wofür die Ware später eingesetzt wird beziehungsweise wie stark die Belastung für die Konsumenten später voraussichtlich sein wird. Wird die Ware einer exotischen Gewürzmischung beigemengt, die in Deutschland traditionell eher selten zum Einsatz kommt, ist das Risiko für die Konsumenten deutlich geringer, als wenn die Ware in Reinform verkauft und hierzulande häufig verwendet wird. Nicht immer ist zum Zeitpunkt der Einfuhr schon klar, zu welchem Zweck die Ware verwendet werden soll. Dieses erschwert die toxikologische Bewertung von beanstandeten Sendungen.  

Um für diese offenen Fragen sinnvolle und praktikable Lösungen zu finden, stehen die Überwachungsbehörden von Bund und Ländern in engem Austausch mit den Warenverbänden. Insbesondere die Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz sowie das Hamburger Landeslabor, Institut für Hygiene und Umwelt, bringen in diese Diskussion die Expertise der Importstandorte ein und treiben die Lösungssuche voran.

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