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Verbraucherschutz Olivenöl und Vanille auf dem Prüfstand

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Institut für Hygiene und Umwelt an internationaler Überwachungsaktion beteiligt

Im Rahmen der internationalen Aktion OPSON IX zur Bekämpfung von Lebensmittelbetrug hat auch das Institut für Hygiene und Umwelt (HU) Olivenöle und vanillehaltige Produkte untersucht. Bei einer Probe hat sich der Verdacht auf Verfälschung bestätigt: Bei Vanillestücken, die in einem Tee enthalten waren, wurde augenscheinlich das natürliche Vanillearoma extrahiert, um sie nachträglich mit deutlich günstigerem, synthetischem Vanillearoma zu versetzen. Bei den Olivenölproben aus der Hamburger Gastronomie hingegen gab es keine Hinweise auf den Zusatz von Fremdölen oder auf unerlaubte Behandlungsmethoden. 

Olivenöl und Vanille auf dem Prüfstand

Bei dem OPSON IX-Projekt (OPSON = altgriechisch für Essen, Mahlzeit) haben sich Deutschland und zehn weitere europäische Staaten zusammengeschlossen, um Lebensmittelbetrug im Zusammenhang mit Olivenöl aufzudecken. Von Anfang Januar bis Ende März 2020 wurden dazu mehr als 3.694 Liter Olivenöl der Güteklasse „nativ extra“ daraufhin überprüft, ob zum Beispiel Verfälschungen mit Olivenölen geringerer Güte vorliegen. In einer zusätzlichen, deutschlandweiten Aktion untersuchten die Behörden vanillehaltige Erzeugnisse wie Speiseeis, Backwaren und Tee. Ziel war es auch hier, irreführende und betrügerische Praktiken aufzudecken, etwa durch den Ersatz der ausgelobten echten Vanille durch synthetisch hergestelltes Vanillin.

Die zehn untersuchten Olivenölproben stammten aus der Hamburger Gastronomie, es handelte sich dabei um bereits geöffnete Flaschen. Die Grenzwerte zu den „Lagerindikatoren“ wurden bei der Mehrzahl der Proben überschritten: Durch zu lange oder zu warme Lagerung kam es zu Qualitätsverlusten. Zusätzlich wurde eine Reihe von Kennzeichnungsmängeln festgestellt. Die Beanstandungsquote fiel damit recht hoch aus, nur zwei der zehn Proben waren ganz ohne Mängel. Allerdings handelt es sich nicht um Fälle von Verfälschungen im Sinne von Lebensmittelbetrug, da die Mängel vor allem auf eine unsachgemäße Lagerung der Öle in der Gastronomie zurückzuführen sind. Vor allem angebrochene Fünf-Liter-Kanister bergen durchaus Probleme hinsichtlich eines Qualitätsverlusts der Öle in den Küchen der Gastronomie. Eine Gefahr für die Gesundheit besteht beim Verzehr jedoch nicht.

Bei den zehn Vanille-Proben handelte es sich um Vorprodukte zur Herstellung von Eis und Gebäck sowie Vanilleextrakte und Tee aus dem Hamburger Einzelhandel. Ein schwarzer Tee mit Vanillestücken zeigte Auffälligkeiten. Diese Probe wurde beanstandet, da die Vanillestücke nachträglich mit künstlichem Aroma versetzt worden waren. Die Verpackungsaufschrift versprach dem Verbraucher allerdings edle Bourbon-Vanillestücke. Für Hersteller und Händler ist der Betrug mit Vanille ein lukratives Geschäft: Die bereits extrahierten Schoten, die bei der Herstellung von Vanillearoma übrig bleiben, werden günstig eingekauft, mit synthetischem Aroma behandelt und anschließend wieder teuer verkauft oder, wie hier, Produkten als „echte Vanille“ hinzugefügt. Die behördlichen Ermittlungen zu der beanstandeten Probe sind noch nicht abgeschlossen.

Die bundesweiten Ergebnisse von OPSON IX zeigen, dass beim Olivenöl „nativ extra“ in rund einem Viertel der Fälle die ausgelobte Qualität nicht (mehr) vorhanden war oder sogar eine Verfälschung mit Ölen geringerer Qualität oder anderer Herkunft stattgefunden hatte. So wurden die Öle beispielsweise mit günstigeren Ölen aus Sonnenblumen oder Raps verdünnt oder solche Öle eingefärbt und als Olivenöl vertrieben. Olivenöl gehört zu den am häufigsten gefälschten Lebensmitteln, da durch den Verschnitt oder gar Ersatz durch Fremdöle hohe Gewinnspannen zu erzielen sind. Bei den vanillehaltigen Produkten wurden in 17 Prozent der Fälle Unregelmäßigkeiten festgestellt, etwa indem natürliche Vanille durch den preisgünstigen, künstlichen Aromastoff Ethylvanillin ersetzt wurde. Auch hier ist die Gewinnspanne für die Betrüger groß, denn Vanille ist nicht nur eins der beliebtesten, sondern auch eins der teuersten Gewürze der Welt.

Weitere Informationen zum OPSON-Projekt finden Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: https://www.bvl.bund.de/DE/Home/Header-Inhalte/OPSON_9.html;jsessionid=F52BD0B83CC6223EFB6B10F6F7616A48.1_cid360

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