Wohnen mit Haustieren Haustiere im Mietvertrag

Wer eine neue Wohnung sucht, muss bei der Selbstauskunft angeben, ob er Haustiere hat oder nicht. Viele befürchten, dass mit Haustieren Ihre Chancen auf dem Wohnungsmarkt sinken. Was aber sind tatsächlich Ihre Rechte und Pflichten, wenn Sie mit tierischen Freunden die Wohnung teilen, und sind die Bedenken begründet?

Haustiere im Mietvertrag

Tierhaltung in der Mietwohnung

Haustiere machen ihren Besitzer/innen eine Menge Freude und sind oft treue Freunde in einsamen Stunden. Für viele Hamburger Familien und ältere Menschen sind Haustiere eine wunderbare Begleitung und ein zuverlässiger und lieb gewonnener Spielgefährte. Allerdings hat das Halten der Vierbeiner oder gefiederten Freunde auch seine Schattenseiten. Beim Wohnen fängt das an mit Haaren, die auf den Polstern und in der ganzen Wohnung zu finden sind, dem Geruch und der Zeit und Verantwortung, die die Tiere beanspruchen. Sucht ein Tierhalter eine neue Wohnung kann sein Haustier unter bestimmten Umständen sogar ein Ausschlusskriterium sein.

Wohnen mit Kleintieren

Vorweg eine gute Nachricht: Das Wohnen mit Kleintieren geht fast immer! Als Kleintiere gelten beispielsweise Hamster, Meerschweinchen, Hasen, Kaninchen, Schildkröten oder Mäuse, Vögel, die im Allgemeinen im Käfig gehalten werden oder Fische in Aquarien. Die Haltung dieser Tiere in Wohnungen muss im Allgemeinen vom Vermieter geduldet werden und muss nicht extra gemeldet werden. Sollte im Mietvertrag stehen, dass die Haltung jeglicher Tiere verboten ist, ist dies unwirksam. Es gibt allerdings Fälle, wo es durch Kleintiere in übermäßiger Zahl oder durch nachlässige Haltung zu Belästigung anderer Mieter durch Lärm, Ungeziefer oder Gestank kommt. Dann muss im Zweifelsfall ein Gericht entscheiden, ob der Mieter sich von den Tieren trennen muss.

Ausnahmen: Gefährliche Tiere wie Schlangen oder Vogelspinnen, aber auch Frettchen und Ratten und einige andere Arten sind dem Vermieter grundsätzlich zu melden.

Die besten Freunde des Menschen

Ein Hund oder eine Katze - je nach Vorliebe - sind in manchen Fällen beinahe wie ein zusätzliches Familienmitglied. Menschen wohnen seit Jahrhunderten mit domestizierten Tieren zusammen. Und das soll nun ein Problem sein? Leider kommt es, wenn Menschen auf engem Raum zusammenwohnen, manchmal zu Streit, weil sich andere Mieter durch Tiere belästigt oder bedroht fühlen.

Katzen und Hunde im Mietvertrag

Tatsächlich ist die Erlaubnis der Tierhaltung nicht grundsätzlich im Gesetz geklärt. Hier verlässt man sich zum einen auf den Mietvertrag, der das Halten von Tieren nicht gänzlich und unbegründet verbieten darf, und zum anderen auf eine Klärung der Parteien untereinander. Laut Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20.3.2013 – VIII ZR 168/12 ist eine „Allgemeine Geschäftsbedingung in einem Mietvertrag über Wohnräume, die den Mieter verpflichtet, „keine Hunde und Katzen zu halten“  wegen unangemessener Benachteiligung des Mieters unwirksam.“ Dennoch wissen Vermieter, dass es bei Mietern mit Haustieren zu Ärger kommen kann, wenn sich andere Bewohner wegen Lärm oder anderen Störungen beschweren. Daher bauen sie in den Mietvertrag teilweise „wichtige Gründe“ ein, wie zum Beispiel eine Tierhaarallergie eines Nachbarn oder eine mögliche Gefährdung durch ein Haustier wie einen Kampfhund oder eine Würgeschlange. In solchen Fällen haben Gerichte bereits Vermietern recht gegeben.

Kommunikation mit dem Vermieter

Wenn nicht anders im Mietvertrag vermerkt, müssen die Bewohner die Anschaffung eines Tieres, das kein Kleintier ist, melden. Es empfiehlt sich also ein offener, freundlicher und rücksichtsvoller Umgang mit dem Vermieter und den Mitmietern um einen „vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache“, also der Wohnung, zu demonstrieren, denn es gilt: Der Vermieter muss im Einzelfall entscheiden. Darüber hinaus will man ja ein harmonisches Miteinander.

Wenn Sie nachweisen können, dass Sie Ihr Tier zum Leben brauchen, wie etwa ein erblindeter Mieter einen Blindenhund, überwiegt das Interesse des Mieters, dem des Vermieters und Sie wären auf der sicheren Seite!

Ist man auf der Suche nach einer neuen Wohnung, sollte man auf keinen Fall verschweigen, dass man einen Hund oder eine Katze hat, denn sonst kann das ein Kündigungsgrund sein, wenn der Sachverhalt auffliegt, was meistens unvermeidlich ist. Schauen Sie im Mietvertrag, ob Gründe für ein Haustierverbot genannt werden.

Immerhin: In den meisten Fällen sind Haustiere sehr willkommen und es entfaltet sich ein positives Miteinander zwischen Mensch und Tier! Wir wünschen Ihnen, dass Sie für sich und Ihr Haustier bald das perfekte Zuhause finden!

Haustiere im Mietvertrag
Wer eine neue Wohnung sucht, muss bei der Selbstauskunft angeben, ob er Haustiere hat oder nicht. Viele befürchten, dass mit Haustieren Ihre Chancen auf dem Wohnungsmarkt sinken. Was aber sind tatsächlich Ihre Rechte und Pflichten, wenn Sie mit tierischen Freunden die Wohnung teilen, und sind die Bedenken begründet?
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