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Führungswechsel im "Islamischen Zentrum Hamburg"

Führungswechsel im "Islamischen Zentrum Hamburg"

Nach mehrmonatiger Vakanz setzte die Führung in Teheran Seyed Abbas GHAEM-MAGHAMI als neuen Leiter des "Islamischen Zentrums Hamburg" (IZH) ein. An der Strategie der von Iran gesteuerten und finanzierten Einrichtung hat sich indes nichts geändert.

vergrößern Islamisches Zentrum Hamburg: Imam Ali-Moschee Islamisches Zentrum Hamburg: Imam Ali-Moschee

Bereits im September 2003 hatte der damalige Leiter des "Islamischen Zentrums Hamburg e.V." (IZH), Dr. Seyyid Reza HOSSEINI NASSAB, sein Amt nach fast fünf Jahren niedergelegt und Deutschland verlassen. Anfang diesen Jahres trat der aus einer angesehenen schiitischen Gelehrtenfamilie stammende Seyed Abbas GHAEM-MAGHAMI dessen Nachfolge an. Der in Teheran geborene Theologe lehrte zuletzt als Juniorprofessor u.a. für Philosophie, islamische Ideologie und politisches Denken an verschiedenen Universitäten in der iranischen Hauptstadt. Als Ausweis besonderer Linientreue kann der Hinweis auf der Internetseite des IZH interpretiert werden, dass GHAEM-MAGHAMI über 34 Generationen vom Prophetenenkel Imam ZAIN-UL-ABIDIN abstamme.

Das IZH, Träger der "Imam-Ali-Moschee" an der Außenalster, gehört zu den wichtigsten Zentren schiitischen Glaubens in der Bundesrepublik Deutschland und Europa. Seine besondere Bedeutung als Repräsentanz der Islamischen Republik Iran wird dadurch unterstrichen, dass die Einrichtung dem geistigen Oberhaupt Irans unmittelbar unterstellt ist und dieser den jeweiligen Leiter direkt bestimmt. Das IZH verfolgt als verlängerter Arm der Teheraner Revolutionsführung konsequent das Ziel, islamistisches Gedankengut nach heimatlichem Vorbild in Deutschland zu verbreiten und seinen Einfluss auf die schiitische Gemeinde zu intensivieren, u.a. durch die Gründung neuer Islamischer Zentren bzw. die Unterstützung entsprechender Vorhaben sowie durch vielfältige Formen der Kooperation mit anderen Gruppierungen und Einrichtungen in Deutschland und im europäischen Ausland.

Öffentliche Veranstaltungen wie der jährliche "Tag der offenen Moschee" oder Seminare und Vorträge, zu denen auch westliche Wissenschaftler eingeladen werden, sollen einen wohlwollenden, auf Kooperation setzenden Islam vermitteln. Als Einrichtung der iranischen Regierung ist das IZH jedoch weiterhin den Revolutionszielen KHOMEINIs verpflichtet, die auf den Export der islamischen Revolution mit dem Ziel der Islamisierung der gesamten Welt ausgerichtet sind. Ebenso gehört das IZH zu den Organisationen, die die jährlich in Berlin stattfindende Großdemonstration zum "Jerusalem-Tag" ("Quds-Tag", zuletzt am 22.11.2003) veranstalten, auf der das Ziel der Wiedereroberung Jerusalems für die Muslime propagiert und damit die aggressive Konfrontation mit Israel betont wird. Auch in dieser Frage folgt die Einrichtung der politischen Linie der Islamischen Republik Iran. Bezeichnend für die politische Ausrichtung des IZH ist zudem seine Unterstützung der in Hamburg lebenden HIZB ALLAH-Anhänger, denen u.a. Versammlungsräume zur Verfügung gestellt werden.

Stand: 20.01.2004

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