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Islamismus Formen des Islamismus

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Islamistische Bewegungen lassen sich anhand ihres politischen Ansatzes, ihrer Zielrichtung und der Wahl ihrer Mittel drei Richtungen zuordnen. (Vgl. hierzu "Understanding Islamism", International Crisis Group, Middle East / North Africa Report No. 37 – 2 March 2005.)

Formen des Islamismus

  • Politischer oder legalistischer Islamismus: Umfasst Gruppen, die über eine Einflussnahme auf gesellschaftliche Entscheidungsprozesse versuchen, die politische Macht auf nationalstaatlicher Ebene zu erlangen ("Marsch durch die Institutionen"). Gewalt zur Durchsetzung dieser Ziele lehnen die Vertreter des politischen Islamismus in der Regel ab. Zu dieser Richtung gehören Gruppen wie z. B. die → Muslimbruderschaft oder die  → Islamische Gemeinschaft Milli Görüş IGMG).
  • Missionarischer Islamismus: Im Zentrum der Tätigkeit missionarischer Islamisten steht die Bekehrung Andersgläubiger (z. B. Juden und Christen) und säkular eingestellter Muslime zu einem als "authentisch" verstandenen Islam. Missionarische Islamisten definieren das durchaus auch im Volksislam anerkannte Gebot zur Missionierung allerdings in einen religiös-politischen Auftrag um, der nicht immer offen erkennbar ist. Die Aktivitäten missionarischer Islamisten richten sich vornehmlich auf die Wiederherstellung bzw. den Erhalt der muslimischen Identität sowie die Verbreitung des islamischen Glaubens.

Vertreter dieser Richtung sind z. B. die → Tabligh-i Jama’at sowie Teile der heterogenen Salafiya-Bewegung.

  • Jihadistischer Islamismus bzw. Jihadismus: Verbindendes Element der Anhänger des Jihadismus ist der bewaffnete Kampf ( Jihad), der als sechstes Glaubensgebot neben den sog. "fünf Säulen des Islam" – dem islamischen Glaubensbekenntnis, dem fünfmaltäglichen Gebet, der Pilgerfahrt nach Mekka, dem Almosengeben und dem Fasten im Monat Ramadan – verstanden wird.

Einige jihadistische Gruppen richten ihre terroristischen Aktivitäten gegen die Herrschaftshäuser und Regierungen in den islamischen Ursprungsländern (der sog. "nahe Feind"), deren Herrschaftsmethoden als "unislamisch" gebrandmarkt und die aus Sicht der Jihadisten somit zu "Ungläubigen" (arab. kuffar) bzw. Apostaten (arab. murtaddun) werden. Zu diesen  lokal orientierten bzw. internen Jihad-Gruppen zählt beispielsweise die ägyptische Gama’a Islamiya (GI) oder die Tschetschenische Separatistische Bewegung (TSB).

Zu den  regional operierenden jihadistischen Organisationen gehören die palästinensische → HAMAS und die Bewegung → Palästinensischer Islamischer Jihad (PIJ). Ziel dieser Gruppen ist die „Befreiung“ von Gebieten die unter "nicht islamischer" Herrschaft stehen und deren (Wieder-) Eingliederung in die islamische Gemeinschaft
(→ Umma).

Daneben gibt es das relativ neue Phänomen des globalen Jihadismus. Hauptgegner dieser Bewegung ist der "verderbte Westen" (der sog. "ferne Feind"), insbesondere vertreten durch die USA und Israel (in der Diktion der Jihadisten: der Große und der Kleine Satan). Ziel der Jihadisten ist die Vertreibung der als "Kreuzzügler" (arab. salibiyun) bezeichneten westlichen Mächte und ihrer Truppen aus der islamischen Welt (z. B. Afghanistan, Irak) und die Schaffung eines islamischen Weltreiches. (→ al-Qa’ida)

Insgesamt ist zu beobachten, dass die Grenzen zwischen lokal, regional und global agierenden jihadistischen Gruppen verwischen ( GSPC).

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