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Linksextremismus Roter Aufbau Hamburg (RAH)

Der Rote Aufbau Hamburg (RAH, ehemals Rote Szene Hamburg) hatte 2015 nach internen Streitigkeiten das „Internationale Zentrum“ verlassen und sich umbenannt. Der führende Aktivist dieser gewaltorientierten Gruppierung ist Halil S., der auch unter dem Pseudonym "Deniz Ergün" in der Öffentlichkeit als Sprecher auftritt.

Roter Aufbau Hamburg (RAH)

Ein wichtiges Thema für den RAH ist das G20-Treffen. Als erste Gruppe aus dem linksextremistischen Lager äußerte sich der RAH am 26. Januar 2016 auf seiner Facebookseite hierzu:

„Wir werden mit unserem Hass auf dieses System mehr sein als eine Randnotiz. Wenn sich die Bonzen in Anzügen in Hamburg treffen wollen, dann kommen wir in Adiletten und sprengen ihr Klassentreffen!“

Am 26. März 2016 beteiligte sich der RAH mit einem eigenen Stand am Schanzenfest. Die gemeinsam mit der Gruppe „Radikale Linke Berlin“ (RLB) verfasste Broschüre: „Grenzenloser Widerstand. Gegen Krieg und Kapital. Für die soziale Revolution“ vom 7. April 2016 enthält die Forderung:

„Es wird also Zeit, dass wir den Kampf gegen ihren Sicherheitsapparat und Überwachungsstaat als Teil des Klassenkampfes verstehen und führen.“

Zusammen mit dem Bündnis „Revolutionäre Linke Hamburg“ (RLH) veröffentlichte die Gruppe den Beitrag: „Klasse gegen Klasse – Heraus zur revolutionären 1. Mai-Demonstration 2016!“. Darin heißt es: „Nur ein revolutionärer Bruch mit dem Kapitalismus...bietet die Möglichkeit, eine andere Gesellschaft aufzubauen...“ 

Am 9. Mai 2016 schrieb RAH auf seiner Facebookseite anlässlich des 40. Todestages der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof: „Wir verneigen uns vor einer Intellektuellen...“. 

Anlässlich des Streiks zu Beginn der Fußball-WM in Frankreich verkündete der RAH: "Die aktuellen Streiks und Demonstrationen in Frankreich lassen unsere Herzen höher schlagen als jedes deutsche Tor während der WM...“. Der Artikel endet mit: „...unser Klassenhass ist grenzenlos!“ 

Die olympischen Spiele 2016 in Rio kommentierte der RAH in einem Artikel vom 9. August 2016 mit der Bemerkung: "Eines Tages wendet sich das Blatt...Friede den Hütten, Krieg den Palästen!" 

Anlässlich einer nicht-extremistischen Großdemonstration gegen die Handelsabkommen TTIP und CETA am 17. September 2016 in Hamburg schrieb der RAH.: 

„Lassen wir das Kapital dieser Welt vor uns erzittern! Bringen wir eine revolutionäre Bewegung auf die Straße, die es vermag für ihre Rechte zu kämpfen.“

Der RAH bot am 12. November 2016 gemeinsam mit der „Marxistischen Abendschule MASCH e.V.“ mehrere Tagesseminare zum Thema Marxismus an. Die Veranstaltungsreihe fand im „Marxistischen Bildungszentrum“ („mabiz“) in Altona statt, reicht bis ins Jahr 2017 hinein und soll der theoretischen Grundlagenbildung dienen. Angehörige des RAH bilden auch die Vorstände in den Vereinen „Internationale Gruppe e.V.“, „Klassenkultur e.V.“ und "Junges Hamburg e.V.“.

Die Einstellung des RAH zu politischer Gewaltanwendung wird unter anderem in einem Beitrag vom 1. Dezember 2016 deutlich. Darin teilte der RAH einen Facebook-Beitrag, in dem sich die PKK-nahe „Apoistische Jugendinitiative Hamburg“ zu einem Angriff mit Molotow-Cocktails auf ein Gebäude zweier türkischer Vereine in Hamburg bekannte. Am 3. Dezember 2016 erschien in der taz unter dem Titel „Wut auf diesen Staat“ ein Interview mit zwei Protagonisten des RAH. Darin erklärten diese den Brandanschlag auf die Hamburger Messehallen am 26. November 2016 als „legitimen Widerstand“. Ferner betonten sie: „Strafrechtsnormen und Grenzen des Staates sind für uns sekundär.“

Das herausragende Ereignis für den RAH war die „Revolutionäre 1. Mai-Demonstration 2016“ in Verbindung mit dem am 30. April 2016 erneut durchgeführten HipHop-Konzert unter dem Tenor: „Klassenfest gegen Staat und Kapital“ am Bahnhof Sternschanze. An der zum Teil gewalttätig verlaufenen Veranstaltung nahmen gut 800 Personen teil. Während der Veranstaltung war unter anderem folgender Redebeitrag zu hören:

„Mit uns gibt es Molotowcocktails statt Sektempfang! Wenn der G20 nach Hamburg kommt, brennt die ganze Stadt!“

An dem Aufzug „Klasse gegen Klasse - Heraus zum revolutionären 1. Mai!“ am 1. Mai 2016, zu dem das Bündnis „Revolutionäre Linke Hamburg“ (RLH) und der RAH aufgerufen hatten, nahmen rund 2.000 Personen teil. Nach diversen Flaschen- und Böllerwürfen auf Einsatzkräfte der Polizei, Abbrennen von Pyrotechnik und Wasserwerfer-Einsätzen wurde die Demonstration auf der Fruchtallee vorzeitig aufgelöst. Daraufhin kam es im Bereich Schulterblatt zu weiteren Auseinandersetzungen mit der Polizei, die sich bis in die Nacht hineinzogen.

Im Anschluss an die Demonstration versuchte sich die RLH zu rechtfertigen: „Die Eskalation ging nicht von uns aus und wir missbilligen die absolut unverhältnismäßigen und brutalen Prügel-Attacken auf unsere Demonstration.“ Auch der RAH ging in seinem Kommentar nicht auf die Straftaten im Kontext der Demonstration ein, sondern sagte der freiheitlichen demokratischen Grundordnung einmal mehr den Kampf an:

„Die Cops haben mal wieder gezeigt, was sie von der Versammlungsfreiheit halten und einen kleinen Einblick auf ihr Verhalten nächstes Jahr beim G20 gezeigt. Pferdestaffeln, Wasserwerfer, Pfefferspray und prügelnde Bullen werden uns auch künftig begegnen, denn die Schoßhunde der Bonzen beschützen dieses System, welches wir dem Kampf angesagt haben!“