Linksextremismus Anarchisten

Anarchisten streben nach einer selbstverwalteten Gesellschaft ohne Hierarchien und Herrschaft. Jede Art von Hierarchie bedeute „Unterdrückung von Freiheit“ und wird von ihnen abgelehnt. Diese Grundüberzeugung ist das verbindende Element innerhalb der zersplitterten anarchistischen Szene in Hamburg, der rund 50 Personen angehören.

Anarchisten

Die beständigste anarchistische Gruppe in Hamburg ist die Ortsgruppe der bundesweit aktiven „Freien ArbeiterInnen Union“ (FAU), die sich im „Libertären Kommunikations- und Aktionszentrum "Schwarze Katze" (LKA)“ in Eimsbüttel trifft. Sie ist auf europäischer Ebene der „Freien Arbeiter-Union/Internationale Arbeiter-Assoziation“ (FAU/IAA) angegliedert. Das selbstverwaltete „Libertäre Zentrum“ (LIZ e. V.) im Karolinenviertel, welches vor Jahren noch als Treffpunkt traditioneller Anarchisten galt, wird auch von Angehörigen der autonomen Hamburger Szene als Veranstaltungs- und Versammlungsort genutzt.

Im Kontext des bevorstehenden G20-Gipfels im Juli 2017 in Hamburg wurde auf „linksunten.indymedia“ am 26. August 2016 ein sog. "Anarchistischer Aufruf gegen das G20-Treffen in Hamburg“ veröffentlicht. Darin riefen die lediglich als „@“ auftretenden Verfasser insbesondere „zu einer Kampagne im Vorfeld auf – gegen jede Form von Herrschaft“. Als Vorbild könne die „militante Kampagne gegen G8 in Heiligendamm 2007“ dienen, in deren Rahmen bundesweit zwischen 2005 und 2007 zahlreiche linksextremistische Straftaten verübt wurden, zu denen sich militante Linksextremisten mit Selbstbezichtungsschreiben bekannten. Hinsichtlich möglicher Angriffsziele betont der Aufruf:

„In Hamburg und in jedem Dorf sind unendlich viele Ziele zum Zerstören geeignet, wir sollten jetzt damit anfangen.“

Bis Anfang Mai 2017 wurden bundesweit bei durch Linksextremisten begangenen Straftaten mit OSZE- bzw. G20-Bezug sechs Fälle bekannt, in denen "Anarchisten" ihre jeweiligen Taten in diesen Kontext stellten und in Bekennungen oder begleitenden Beiträgen begründeten.

Diese Entwicklung von im G20-Vorfeld zunehmenden Veröffentlichungen militanter anarchistischer Gruppierungen ist auch in anderen Städten Deutschlands, insbesondere in Berlin, zu beobachten. Insofern kann – angesichts der Vorreiterrolle der linksextremistischen Szene dieser beiden Metropolen – auf eine im Vergleich zu früheren Jahren steigende Hinwendung zur Auseinandersetzung mit traditionell-anarchistischen Theorieelementen und dem Bemühen um eine entsprechende militante Praxis geschlossen werden.

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