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Linksextremismus im Kontext G20 Roter Aufbau Hamburg - Aktionen und Akteure

Das politische Grundgerüst antiimperialistischer Gruppen wie dem gewaltorientierten „Roten Aufbau Hamburg“ beruht auf Kernelementen des Marxismus-Leninismus. Sie agitieren überwiegend gegen global tätige Konzerne sowie nationale und internationale Institutionen. Das Gewaltmonopol des Staates lehnen sie ab und reklamieren für sich zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele ein Recht auf Widerstand gegen das „System“, welches auch gewalttätige Aktionen einschließt. Von Autonomen grenzen sie sich aufgrund größerer ideologischer Differenzen ab und haben mit ihnen wenig strukturelle Berührungspunkte.

Roter Aufbau Hamburg - Aktionen und Akteure

Die antiimperialistische Szene Hamburgs verzeichnet seit mehreren Jahren deutliche Zuläufe und gesteigerte Aktivitäten. Dies gilt insbesondere für den „Roten Aufbau Hamburg“, der im Jahr 2016 über etwa 60 Anhänger verfügte. Die „Kommunistische Theorie“ dient dem Roten Aufbau „als Philosophie der Praxis“ mit dem Ziel, die freiheitliche demokratische Grundordnung, auch mit Gewalt, abzuschaffen. In einem taz-Interview (taz.de vom 12. Juni 2016) werden zwei Mitglieder des Roten Aufbau wie folgt zitiert: 

„Wir wollen primär keine bürgerlichen Rechte bekämpfen, wir wollen es aufheben, dieses bürgerliche System.“


Bündnis

  • „G20 entern – Kapitalismus versenken“

 

Geplante Aktionen/Camps

  • Demonstration am 7. Juli 2017 „Revolutionäre Anti-G20-Demo“.
  • Der „Rote Aufbau Hamburg“ steht auch hinter dem geplanten „Spektrenübergreifenden Camp“ im Altonaer Volkspark.

 

Protagonisten

u.a. Halil S. alias Deniz Ergün. Seit mindestens einem Jahrzehnt Führungsperson der gewaltorientierten antiimperialistischen Szene, zunächst bei der „Sozialistischen Linken“ (SoL). Nach Streitigkeiten wandte er sich Ende 2010 der „Roten Szene Hamburg“ zu, die seit 2015 „Roter Aufbau“ heißt.

o   Anmelder zahlreicher Versammlungen des Roten Aufbau.

o   13. Februar 2017, Posting zu einem Artikel der „Hamburger Morgenpost“ zum G20-Gipfel: „Randale? klar! Hamburg abfackeln“.

o   Nach der vom Bündnis „G20 entern“ durchgeführten Aktionskonferenz am 11. Februar 2017 gab Halil S. unter dem Pseudonym „Deniz Ergün“ verschiedenen Tageszeitungen Interviews. In der linksextremistischen „jungen welt“ wird S. wie folgt zitiert: „Wir wollen den Kapitalismus nicht retten, sondern ihm Sterbehilfe leisten… Für uns sind Merkel und die deutsche Delegation unsere direkten Gegner. Sie tragen die Schuld an der Lage in Deutschland, und auch nur sie können wir hier bekämpfen.“


Aktuell: Durchsuchungen bei Mitgliedern des Roten Aufbau Hamburg


Die Roter-Aufbau-Aktivisten „Timo Schmidt“ und „Ernst Hennig“ (Pseudonyme) in der taz vom 2. Dezember 2016:

o   taz: "Wie stehen Sie zu dem Anschlag auf die Messehallen?"

o   Timo Schmidt: "Das Wort Anschlag finde ich ein bisschen hochtrabend. Das ist auch ein legitimer Widerstand. Es wird sicher auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass es was Vergleichbares gibt."

o   Ernst Henning: "Das ist medial sehr aufgebauscht worden. Da sind ein paar Glasscheiben zu Bruch gegangen und ein bisschen Ruß ist da. Man versteht die Leute, die Wut auf diesen Staat haben. Die, die zum OSZE oder zum G20 kommen, sind die wahren Verbrecher."


Weiteres Verhältnis zur Gewalt

In Internetauftritten des Roten Aufbau Hamburg wurde vor einigen Tagen ein Mobilisierungsvideo mit hoher Affinität zur Militanz eingestellt.

Weitere Zitate aus den Internetpräsenzen: 

o „Wir werden mit unserem Hass auf dieses System mehr sein als eine Randnotiz. Wenn sich die Bonzen in Anzügen in Hamburg treffen wollen, dann kommen wir in Adiletten und sprengen ihr Klassentreffen.“

o   „G20 entern – Bullen eure Tage sind gezählt!“

o   „Die Verbrecher der G20, die wollen sich im Juni 2017 zum G20-Gipfel in Hamburg treffen. […] Wenn sie schon einmal hier sind, dann haben wir immerhin die Möglichkeit, ihnen ihren Aufenthalt in Hamburg so unbequem wie möglich zu machen. […] Mit uns gibt es Molotow-Cocktails statt Sekt-Empfang. […] Wenn G20 nach Hamburg kommt, dann brennt die ganze Stadt.“