Linksextremismus im Kontext G20 Autonome Szene (Rote Flora und Umfeld) - Aktionen und Akteure

Autonome sind gewaltorientierte Linksextremisten ohne einheitliches ideologisches Weltbild. Ihr politischer Kampf richtet sich gegen die bestehende politische und gesellschaftliche Ordnung. Den Kapitalismus lehnen sie als angebliche Ursache aller gesellschaftlichen Missstände ab und streben eine herrschaftsfreie Gesellschaft an – ohne autoritäre und hierarchische Strukturen des Staates und seiner Einrichtungen, insbesondere seiner „Repressionsorgane”, also der Polizei, Justiz und Nachrichtendienste.

Autonome Szene (Rote Flora und Umfeld) - Aktionen und Akteure

Aufgrund der Ablehnung von Hierarchien und Herrschaft gibt es zu anderen linksextremistischen Akteuren, zum Beispiel organisierten marxistisch-leninistischen Gruppierungen, zum Teil große weltanschauliche Differenzen. Ideologisch lehnen sich Autonome an Grundfragmente des Anarchismus, aber auch des Kommunismus an und vermengen diese. Gewalt wird von Autonomen als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele betrachtet. Vor allem bei Demonstrationen richtet sich die Militanz der Autonomen häufig gegen Polizisten als Vertreter des Staates. Die „Rote Flora“ ist seit 1989 der bedeutendste politische Treff- und Veranstaltungsort der autonomen Szene in Hamburg.​​​​​​​


Bündnis

  • „Bündnis gegen den G20“ 


Geplante Aktionen/Camps

  • Demonstration am Donnerstag, 6. Juli 2017: „Für eine solidarische Welt gegen den G20-Gipfel in Hamburg“ / „G20 – Welcome to hell“. Die autonome Szene steht auch hinter dem geplanten „Antikapitalistischen Camp“ im Stadtpark.


Protagonisten

Der bekannte Akteur Andreas Blechschmidt, der seit der Besetzung der Roten Flora 1989 an den Aktivitäten der autonomen Szene in Hamburg beteiligt ist.

o  Blechschmidt tritt regelmäßig als Sprecher in der Öffentlichkeit auf.

o  Anmelder zahlreicher Versammlungen.

o  Nach dem „Schanzenviertelfest“ am 12. September 2009 griffen 150 Personen das Polizeikommissariat (PK) 16 an. Sie setzten einen vor dem PK abgestellten PKW in Brand und beschädigten mehrere Scheiben des Gebäudes.

o  Blechschmidt wird dazu in einem Abendblatt-Interview vom 17. September 2009 wie folgt zitiert: „Gewalt als politisches Mittel schließe ich nicht aus. Die Wache ist ein Symbol für das Konzept von Innensenator Ahlhaus, 2300 Polizisten zum Schanzenfest bereitzustellen.“

o  Abendblatt-Interview vom 5. April 2011: Es gäbe keine Flora, wenn man sich im Sommer 1989 auf Unterschriftenaktionen und symbolische Blockaden beschränkt hätte. Es sei „politisch wichtig, den Rahmen des Legalen zu überschreiten.“ „Damit, dass wir uns grundsätzlich von Gewalt nicht distanzieren, ist schon alles beantwortet. Alles andere ist Teil der politischen Auseinandersetzung. Gewalt ist selbstverständlich kein Selbstzweck, wir streben ja auch Zustände an, in denen es gewaltfreie Verhältnisse gibt. Aber leider sind diese Ziele nun einmal nicht gewaltfrei zu erreichen.“

o  Aus einem ARD-Report-Mainz-Interview vom 20. Juni 2017: „Linker Protest ist in der ganzen Geschichte der Bundesrepublik und der neuen Linken immer auch mit Formen von militantem Widerstand verbunden gewesen.“

o  Blechschmidt wird in der ZEIT vom 29. Juni 2017 wie folgt zitiert:

  • ZEIT: „Mit Ihrem Demo-Motto Welcome to Hell deeskalieren Sie aber auch nicht gerade.“ – Blechschmidt: „Es ist ja klar, dass wir nicht die katholische Pfadfinderjugend versammeln. Es geht uns um eine kämpferische Demo.“
  • […] „Militanz ist eine bewusste Regelübertretung.“
  •  „Vielleicht regen diese Anschläge zur Nachdenklichkeit an.“[Auf die Frage nach den Anschlägen auf Bahnanlagen]
  •  „Sich im Vorfeld von Gewalt zu distanzieren bedeutet für uns, in die ideologische Falle der Gegenseite zu laufen.“


Weiteres Verhältnis zur Gewalt mit Bezug zum G20

Aus einem in der autonomen Szene kursierenden Faltblatt („G20 Hamburg 2017… JOIN THE BLACK BLOCK):

„Vergleichbare Gipfel liefen ab Ende der 1990er Jahre nicht mehr ohne uns und ungestört ab… gingen als starke Momente des antikapitalistischen Widerstands in die Geschichte ein… Wir machten gemeinsame Erfahrungen und kämpften zusammen… wurden von Bullen angegriffen… und schlugen zurück […] Wir wollen den praktischen Bruch mit der herrschenden Ordnung… den reibungslosen Ablauf der Gipfel-Inszenierung… stören und blockieren […] Es wird kein ruhiges Hinterland geben.“

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