"Realität Islam" immer aktiver Islamistische Veranstaltung in Glinde geplant

„Realität Islam“ mit großer ideologischer Nähe zur Hizb ut-Tahrir

Islamistische Veranstaltung in Glinde geplant

Für den morgigen Sonnabend, 8. Dezember 2018, ist in Glinde eine Veranstaltung der Organisation „Realität Islam“ geplant, bei der unter anderem der bekannteste Vertreter der Gruppierung, Raimund Hoffmann, auftreten soll. Mit mindestens mehreren Hundert Teilnehmern wurde zuletzt gerechnet. Die Organisation „Realität Islam“ weist große ideologische Schnittmengen zur verbotenen islamistischen Hizb ut-Tahrir (HuT) auf. Über den verfassungsfeindlichen Charakter des Termins hat der Verfassungsschutz alle Beteiligten informiert. „Realität Islam“ steckt auch hinter der Online-Petition „Deine Stimme gegen das Kopftuchverbot“ an den Deutschen Bundestag. Die maßgeblich beteiligten Personen rund um „Realität Islam“ werden vom Hamburger Verfassungsschutz aufgrund der Nähe zur HuT als islamistisch eingeschätzt. Gleiches gilt für die Bewegung „Generation Islam“.

Logo Realtität Islam als gerastertes Bild Realität Islam / Hizb ut-Tahrir - Im Raster des Verfassungsschutzes
                                      

Die Organisation „Realität Islam“ fiel in den vergangenen Monaten durch mehrere Unterschriftensammelaktionen und Flyerverteilungen in mehreren großen deutschen Innenstädten auf. Vor allem in Frankfurt, Berlin und Hamburg wurden seit dem April 2018 vornehmlich in Innenstädten und Fußgängerzonen gezielt Muslime sowie Nicht-Muslime angesprochen, um sich an einer Unterschriftensammelaktion für die Online-Petition „Deine Stimme gegen das Kopftuchverbot“ zu beteiligen.

Der Auslöser für die Unterschriftensammelaktionen war der Vorschlag der Nordrhein-Westfälischen Staatssekretärin Serap Güler (CDU), das Kopftuch für unter 14-jährige Mädchen zu verbieten. Dieser Vorschlag wurde bei vielen Muslimen als Angriff auf die Ausübung ihrer Religionsfreiheit angesehen.

Dies nutzte die Organisation „Realität Islam“, um in den sozialen Netzwerken Stimmung gegen den Vorschlag der Staatssekretärin zu machen. Unter dem Hashtag #NichtohnemeinKopftuch beteiligten sich viele Muslime wie Nicht-Muslime in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram, durchaus emotional, an der Diskussion.

Neben der Diskussion in den sozialen Netzwerken wurde gleichzeitig durch „Realität Islam“ eine Online-Petition initiiert, die sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages richtete und am Ende der Frist am 12.10.2018 über 170.000 Unterschriften umfasste.

Einer der Hauptpersonen bzw. „Gesichter“ von „Realität Islam“ ist Raimund Hoffmann. Hoffmann, der unter anderem bei Facebook unter dem Namen „Suhaib R. Hoffmann“ ein Profil betreibt und die Online-Petition offensiv auf seinem Kanal beworben hat, weist starke Bezüge zu der islamistischen und mit einem Betätigungsverbot belegten Partei Hizb ut-Tahrir auf.

Die 1953 gegründete Hizb ut-Tahrir (HuT, übersetzt „Befreiungspartei“), gehört innerhalb des islamistischen Spektrums zu den verbal-radikalsten Gruppierungen. Das Ziel der HuT ist die Vereinigung der Umma in einem weltweiten Kalifat, einhergehend mit der Einführung der Scharia. Die HuT wurde am 15.01.2003 durch das Bundesministerium des Inneren mit einem Betätigungsverbot belegt, welches am 23.01.2006 durch das Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde. In Hamburg werden der HuT derzeit rund 220 Personen zugerechnet.

Belege für eine Verbindung Hoffmanns zur HuT lassen sich auf der offiziellen Homepage der Hizb ut-Tahrir finden. Dort wird das Buch „Das Leben der Nichtmuslime im islamischen Staat“ von Suhaib Hoffmann als ein sogenannter „Buchtipp“ empfohlen. Da sich die HuT von nahezu allen ihrer Ideologie nicht entsprechenden Organisationen und Personen distanziert, kann die Bewerbung von Hoffmanns Schrift als deutlicher Hinweis auf eine ideologische, wenn nicht gar organisatorische Nähe gedeutet werden. Weiterhin weist das Vorgehen und die Zielsetzung von „Realität Islam“ in der Gesamtbetrachtung der Diskussion rund um ein mögliches Kopftuchverbot Parallelen mit der Strategie der Hizb ut-Tahrir auf.

So warnt „Realität Islam“ durch zahlreiche Videos auf ihren Kanälen in den sozialen Netzwerken davor, dass aus einer regionalen Debatte (Kopftuchverbot für unter 14-Jährige in NRW) ein bundesweites Kopftuchverbot für alle Muslima folgen könne. Durch den von Realität Islam verwendeten Begriff der „Wertediktatur“ soll der Eindruck vermittelt werden, dass die westlichen Staaten mit ihrer Politik den Muslimen ihre Kultur und Werte aufzwingen und die Muslime an der Ausübung ihrer Religion behindern.

Durch die Unterschriftenaktionen in verschiedenen deutschen Städten wurden auch die Medien aufmerksam auf „Realität Islam“ und berichteten in diversen Artikeln über die Organisation und deren islamistische Einstellung.[1]

Die Gefahr, die von Organisationen wie „Realität Islam“ oder auch „Generation Islam“ ausgeht, besteht darin, dass junge Menschen – die sich häufig in den sozialen Netzwerken informieren –  ungewollt mit islamistischen Gedankengut konfrontiert und entsprechend beeinflusst werden. Jugendliche werden so über den Weg von unverfänglichen Themen, wie der Diskussion über ein mögliches Kopftuchverbot, an islamistische Themen und Auffassungen herangeführt.

„Realität Islam“ und „Generation Islam“ werden im kommenden Hamburger Verfassungsschutzbericht 2018 ausführlich dargestellt werden.

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[1] www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-09/islamismus-aktivismus-kopftuchverbot-identitaer

www.hessenschau.de/gesellschaft/verfassungsfeindliche-gruppe-mobilisiert-in-fussgaengerzonen-gege-kopftuchverbot,realität-islam-kampagne-100.html

 

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