Behörde für Inneres und Sport

Scientology-Organisation Neue TATORT-Kommissarin unterstützt radikale Untergruppierung

Schauspielerin Sofia Milos ist für die verfassungsfeindliche Organisation aktiv / SO-Gruppe „CCHR“ fährt Kampagne gegen die Psychiatrie

Neue TATORT-Kommissarin unterstützt radikale Untergruppierung

In den USA kennt man sie aus der erfolgreichen Fernsehserie „CSI Miami“, und im Frühjahr sollte  sie als neue TATORT-Kommissarin zur besten Sendezeit am Sonntagabend auf Verbrecherjagd gehen: die Schauspielerin Sofia Milos. Die 41-Jährige gehört zu der Schar von Prominenten, die für die verfassungsfeindliche Scientology-Organisation (SO) aktiv ist. Die von ihr unterstützte SO-Gruppierung „CCHR“, die in Deutschland unter der Bezeichnung „Kommission für  Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM) auftritt, hat Ende 2009 auch in Hamburg eine Ausstellung mit dem Titel „Psychiatrie: Tod statt Hilfe“  durchgeführt.

Scientology strebt eine Gesellschaftsordnung an, die mit unserer Demokratie nicht vereinbar ist. Zentrale Grundwerte würden in einer „scientologischen Gesellschaft“ eingeschränkt oder außer Kraft gesetzt werden, wie zuletzt auch das Oberverwaltungsgericht Münster 2008 festgestellt hat. Die Organisation wird seit 1997 von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet.

Von der TATORT-Kommissarin bis zum Hollywood-Star: Promis als Werbeträger

Scientology wirbt intensiv um neue Mitglieder. Diese Werbung reicht von Informationsständen, Postwurfsendungen, verschiedensten Internetauftritten bis hin zu Prominenten als  Werbeträger – zum Beispiel Sofia Milos. Für die Betreuung der „Promis“ gibt es die organisationseigenen „Celebrity Center“ (CC); das  glamouröseste Center befindet sich passenderweise in Hollywood. Dort sind die Stars von Scientology unter sich und können sich – ganz im scientologischen  Sinn –  als  „Spitze der menschlichen Evolution“ betrachten.

Die Scientology-Organisation bindet Prominente gezielt in ihre Werbestrategien ein, um über deren Bekanntheitsgrad Zugang zu breiteren Bevölkerungsschichten zu erhalten. So gibt zum Beispiel  Tom Cruise den Botschafter der SO im ShowBiz und bei Treffen mit Politikern. John Travolta fliegt im Namen von Scientology  öffentlichkeitswirksam Hilfsgüter nach Haiti –  und die für eine Rolle im TATORT vorgesehene Schauspielerin Sofia Milos weist auf ihrer Internetseite auf die  „Citizens Commission on Human Rights“ (CCHR) hin.

Kampagnen gegen die Psychiatrie

Die CCHR, in Deutschland auch unter dem Namen „Kommission für Verstöße  der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM) aktiv, ist eine besonders radikale Scientology-Gruppe. Ihr Kampf gilt einem unliebsamen Konkurrenten: der Psychiatrie. Hintergrund: Scientology-Gründer L. Ron Hubbard hatte stets ein Monopol jeglicher psychischer Betreuung angestrebt, die Psychiatrie ist für die SO daher ein besonderer Gegner. So sei es laut einer internen Verlautbarung unter Scientologen „Zeit, das  Feld  der geistigen Gesundheit zu übernehmen“ und nur die „Dianetik“ sei „die  Lösung für  alle Probleme der geistigen Gesundheit" [Quelle: die SO-interne Publikation „Planetary Dissemination News, Issue 2]. „Dianetik“ ist die scientologische Methode zur angeblichen Beseitigung von Krankheiten sowie seelischer Probleme.

Der internationale Zweig der CCHR verunglimpfte Psychiater gar als „Verrückte, Mörder und Vergewaltiger“. Nach Ansicht von Scientology stehe die Psychiatrie für „Misshandlung im Namen der Medizin“, die „Erfindung von seelischen Krankheiten“ und „eine Industrie des Todes“. Zudem wende sie „kriminelle Praktiken“ an und sorge für „die Zerstörung der Moral“ sowie den „Zusammenbruch des Schulwesens und der Gesellschaft“ [Zitate aus CCHR bzw. KVPM-Publikationen]. Auch in Hamburg führte Scientology Ende 2009 eine Ausstellung mit dem Tenor „Psychiatrie: Tod  statt Hilfe“ durch.

Die anhaltende Kampagne der SO mittels CCHR und KVPM gegen die Psychiatrie ist allerdings nur eine Stoßrichtung von vielen – die SO hat diverse gesellschaftliche und politische Bereiche im Visier und versucht beispielsweise auch, über Anti-Drogen-Kampagnen oder auch Aktivitäten rund um das Thema Menschenrechte neue Mitglieder zu rekrutieren. Zudem versuchen Scientologen, den von ihnen reklamierten religiösen Status in den Vordergrund zu rücken, um von ihren demokratiefeindlichen Zielen abzulenken. Der negativ besetzte Begriff Scientology wird bei den verschiedenen Aktivitäten übrigens oft vermieden, um potenzielle neue Mitglieder nicht von vornherein abzuschrecken.

Beratungsangebot beim Landesamt für Verfassungsschutz zum Thema Scientology-Organisation

Wer zum Thema „Scientology-Organisation“ Fragen hat, kann sich gern an das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz wenden, Ansprechpartner dort ist Manfred Napieralla (E-Mail: poststelle@verfassungsschutz.hamburg.de; Tel.: 040-244443). Viele betroffene Bürger oder Firmen machen vom Beratungsangebot Gebrauch. So hat das LfV Hamburg seit September 2010 rund 300 Fälle bearbeitet – von der einfachen Anfrage bis zur Ausstiegshilfe.

Informationen zum Thema „Scientology“ im Internet

Weitere Informationen zum Thema „Scientology“ finden Sie im Internet unter http://www.hamburg.de/verfassungsschutz - dort im Bereich „Arbeitsfeld Scientology-Organisation“ sowie unter der Rubrik „Schlagzeilen“.

Für Rückfragen der Medien

Behörde für Inneres und Sport, Landesamt für Verfassungsschutz Dr. Manfred Murck, Tel.: 040-42839-4886 od. -2493, E-Mail: info@verfassungsschutz.hamburg.de

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