Islamismus Öffentlicher Auftritt eines Vertreters der salafistischen Missionierungsbewegung in Hamburg

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Nur begrenzte Zustimmung in der islamistischen Szene. Linksextremisten sind nach wie vor uneins im Umgang mit dem Thema Islamismus.

Öffentlicher Auftritt eines Vertreters der salafistischen Missionierungsbewegung in Hamburg

Pierre Vogel Pierre Vogel

Pierre Vogel, einer der bekanntesten Vertreter der salafistischen Missionierungsbewegung, führte am 09.07.2011 erstmals in Hamburg eine öffentliche Kundgebung durch. Sowohl die Zusammensetzung der Teilnehmer als auch Reaktionen aus der islamistischen Szene nach der Veranstaltung zeigen,  dass Hamburg keine Hochburg der salafistischen Szene ist.  Das linksextremistische Spektrum ist im Umgang mit dem Thema Salafismus nach wie vor unsicher.

Der Kundgebung folgten ca. 1.200 Personen. Überzeugte Vogel-Anhänger waren in der Minderheit, die Mehrheit bestand aus eher kritisch interessierten Zuhörern. Die intensive Berichterstattung im Vorfeld hatte offensichtlich dazu beigetragen, dass sich neben den tatsächlichen Anhängern der salafistischen Ideologie auch zahlreiche Jugendliche und Heranwachsende mit muslimischem Hintergrund von der Kundgebung angezogen fühlten. Für sie standen erkennbar der Eventcharakter und das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund und betrachteten Vogel eher als „muslim celebrity“. Weder das Äußere noch das Verhalten dieser jugendlichen, sogenannten Pop-Muslime sprachen dafür, dass sie mehrheitlich aufgrund inhaltlicher Übereinstimmung mit Vogel teilnahmen. Dieses war bereits schon bei anderen Veranstaltungen mit Pierre Vogel festzustellen.

Die islamistisch motivierten Zuhörer waren in der Minderheit. Sie waren zum Teil der salafistischen Szene zuzurechnen, aber auch Angehörige der  islamistischen Hizb-ut Tahrir  waren anwesend. Die islamistische Klientel war zwar im Grundsatz mit Inhalt und Vortragsstil Vogels einverstanden. Man zeigte sich aber darüber erstaunt, dass sich Vogel – im Vergleich zu vielen seiner Internet-Videos – doch eher zurückhaltend äußerte. Dies wurde insbesondere den behördlichen Auflagen zugeschrieben. Vogels Akzeptanz ist bei den jihadistisch ausgerichteten Teilnehmern aus dem Umfeld der geschlossenen Taiba-Moschee in der letzten Zeit eher wieder gestiegen. Dies dürfte unter anderem darauf beruhen, dass sich Vogel wieder den Positionen der Gewalt befürwortenden Prediger Abu Nagie und Abu Dujana angenähert hat. 

Trotzdem bleibt Vogel auch innerhalb des salafistischen Spektrums umstritten. So wird ihm vorgeworfen, sich wie ein Popstar zu verhalten. Zu diesem Eindruck tragen nicht nur die ihn umgebenden Bodyguards, sondern auch sein sonstiges Verhalten bei. So fuhr Vogel in Hamburg mit einem sehr hochpreisigen Geländefahrzug vor. Es trug ein Wunschkennzeichen mit direkter Bezugnahme zum islamischen Namen Vogels und endete mit der in diesen Kreisen unzweideutigen Ziffernkombination „911“.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Hamburg im Vergleich zu anderen Regionen keine Hochburg des Salafismus ist, wie ihn Pierre Vogel vertritt. Gleichwohl sind derartige Auftritte geeignet, für jugendliche Muslime erste Berührungspunkte für salafistisches Gedankengut zu bieten.

Am Rande der Hauptkundgebung gab es geringfügige Gegenproteste aus der linksextremistischen Szene. „solid“ - Jugendorganisation der Partei „Die Linke“ – hatte gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen Partei „die Freiheit“ mobilisiert, die ihrerseits gegen die Vogel-Veranstaltung protestierte. Ein Aufruf der „antifa hh“, sich gegen die Islamisten zu engagieren, wurde nach kurzer Zeit wieder aus dem Internet entfernt. Dies zeigt, dass die linksextremistische Szene erhebliche Schwierigkeiten hat, mit dem Thema Islamismus umzugehen.

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