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Scientology-Organisation Kein guter Start in das neue Jahr. Unruhe im internationalen Management

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Das neue Jahr begann für viele Scientologen mit einer Überraschung. Debbie Cook, eine ehemalige Angehörige des höheren Managements der Scientology-Organisation (SO) schrieb eine Mail an tausende Scientologen weltweit. Darin kritisiert sie den SO-Führer David Miscavige und prangert die finanzielle Ausbeutung von Scientologen an.

Die Kritik an der SO-Führung wächst kontinuierlich. Im Hauptquartier des internationalen Managements der SO in Los Angeles häufen sich die Zerwürfnisse in der Führungsriege. Schon vor Jahren kam es dort zu Streit, Machtgerangel und angeblich handgreiflichen Auseinandersetzungen. Mark Ruthbun war für das „Religious Technology Center“ (RTC) verantwortlich und verließ im Jahr 2004 die SO. Mike Rinder, Chef des sogenannten scientologischen Geheimdienstes „Office of Special Affairs“ (OSA), kehrte ihr 2007 den Rücken. Sie blieben aber überzeugte Scientologen, die die Umsetzung scientologischer Inhalte nach der Überlieferung des Gründers L. Ron Hubbard in der Organisation nicht mehr hinreichend gewährleistet sahen. Seither bemühen sie sich mit Gesinnungsfreunden, weltweit eine scientologische Gegenbewegung unter dem Titel „Independent Scientologists“ zu formieren.

Diese Kritik von nach wie vor überzeugten Scientologen trifft die Organisation härter als die von Aussteigern, die sich von Organisation und Ideologie verabschiedet haben. Anfang Januar 2012 wurde eine Mail von Debbie Cook bekannt, die offenbar ihren Zugang zu Adresslisten von Scientologen nutzte und ihre Kritik tausenden Scientologen schickte. Cook war Chefin des weltweit größten Ausbildungszentrums von Scientology in Clearwater / Florida, der „Flag Service Organization“.

Sie betonte in ihrer Mail, dass sie noch in der SO sei, gut mit ihr stehen würde und keinen Kontakt zu Medien suche. Sie kritisierte jedoch die extremen Spendeneintreibungen bei Mitgliedern, den Umgang mit dem eingenommen Geld (Reserven von über eine Milliarde Dollar) und den Ausbau der Niederlassungen zu pompösen „Idealen Orgs“. Das alles und mehr sei nicht den Richtlinien des Scientology-Gründers Hubbard zu entnehmen. Ihr sei aufgefallen, dass mittlerweile viele Führungskräfte aus dem internationalen Management entfernt worden seien. Sie wende sich mit ihrer internen Botschaft an tausende Scientologen, um Veränderungen in der Organisation zu bewirken und betont, sie habe sich völlig der Technologie von Dianetik, Scientology und den Arbeiten des L. Ron Hubbard verschrieben. Für den Erhalt der Technologie wolle sie kämpfen.

Das Gefühl, von der Organisation ausgebeutet zu werden, tragen viele Scientologen in sich. Auch viele Hamburger Scientologen, die viel investieren mussten, damit demnächst ihre renovierte „Ideale Org“ eröffnet werden kann, zeigten sich frustriert und am Ende unwillig, weiterhin zu spenden. Die Brand-Mail von Debbie Cook könnte einige Scientologen zum Widerstand inspirieren. Intern wird das totalitäre System die Kritiker zum Schweigen bringen; die Zunahme der Kritik von Scientologen an der Scientology-Organisation und die Formierung alternativer Bewegungen werden jedoch weiter Wirkung zeigen.

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