Behörde für Inneres und Sport

Beratungsangebot Konstant hohe Nachfrage bei der Scientology-Beratung

Seit September 2010 bietet der Verfassungsschutz eine Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Scientology und die Aktivitäten der Scientology-Organisation an. Seither gehen jährlich rund 400 bis 500 Anfragen ein.

Konstant hohe Nachfrage bei der Scientology-Beratung

Nachdem die Scientology-Beratung vom Hamburger Verfassungsschutz übernommen wurde, wird sie fortlaufend dokumentiert. Im Ergebnis zeigt sich ein hohes und stabiles Informationsaufkommen. Auch wenn es mit der Scientology (SO) selber deutlich bergab geht, sorgt sie immer noch für Verunsicherung. Mit ihrer Angebotspalette zielt sie auf breite Teile der Gesellschaft und geht dabei auch verdeckt und subversiv vor.

Das Beratungsteam des Hamburger Verfassungsschutzes verfügt neben Kenntnissen zu allen extremistischen Bereichen und insbesondere zu Scientology über vielfältige Kompetenzen in Sozialpädagogik, psychosozialer Intervention, Sektenberatung und Ausstiegshilfe.

Fast täglich melden sich Menschen bei der Beratungsstelle. Sie rufen an, sie mailen und kommen persönlich vorbei. Die Gründe für eine Kontaktaufnahme sind vielfältig:

  • Ein neuer Freund oder ein Geschäftspartner ist Scientologe.
  • Scientologen wollen aussteigen oder haben schon damit begonnen.
  • Ein neuer Mitarbeiter stellt fest, dass er in einer „Scientology- Firma“ gelandet ist.
  • Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Geschäften, Antidrogen- und Jugendarbeit, mit Psychiatriekritik und im Bildungsbereich tun sich auf.
  • Worauf ist das distanzierte Verhalten eines Angehörigen zurückzuführen? Steckt da ein Kult, Esoterik oder Scientology dahinter? Und wie verhält man sich dann am besten?
  • Unruhe im Management und in der Firma: Ist das neue Coaching vielleicht von Scientology geprägt?

Patentrezepte und schematische Handlungsanweisungen gibt es nicht. Am Ende entscheidet der Ratsuchende selbst über sein Verhalten, Ausstiegshilfe ist immer Hilfe zur Selbsthilfe. Häufig kann die Beratungsstelle sofort Stellung nehmen. In anderen Fällen kommt es zu Recherchen, um Hintergründe zu erhellen. So gibt es Anfragen zu Firmen und Fortbildungseinrichtungen, die noch nicht in Scientology-Zusammenhängen bekannt sind und sogar auf anderen Kontinenten residieren. Die Arbeit kann dann aufwändiger werden, aber in der Regel gibt es ein aussagefähiges Ergebnis. Verhaltenstipps erfolgen erst, wenn fallbezogene Informationen vorliegen und analytisch betrachtet werden können. Bei Ausstiegsfällen kann Betreuung auch über längere Zeiträume erforderlich sein.

Neben privat motivierten Anfragen nutzen auch Behörden, Journalisten, Parteien, Universitäten und Schulen den Beratungs- und Informationsservice des Verfassungsschutzes für allgemeine Auskünfte, Vortrags- und Interviewanfragen sowie Schutz- und Erkennungsmerkmalen bezüglich Scientology.

Monatlich werden rund 50 Anfragen an das Landesamt für Verfassungsschutz gestellt. Vorwiegend sind es Anfragen aus Hamburg und Norddeutschland. Aber zu rund 25 % auch aus dem sonstigen Bundesgebiet und zu 5% sogar aus dem europäischen Ausland. Mittlerweile erfolgen etwa ein Drittel aller Beratungen per E-Mail.

Bei etwa 15 % aller Anfragen geht es nicht um Scientology, sondern um andere religiöse, kultische, esoterische und extremistische Phänomene. Jenseits der Arbeitsfelder des Verfassungsschutzes kann dann nicht explizit Stellung genommen werden. Aber selbstverständlich erfolgt auch in solchen Fällen zumindest eine erste Hilfe mit personenbezogener Beratung und nötigenfalls einer Weiterleitung an andere Stellen.

Alle Anfragen werden vertraulich behandelt und finden getrennt von der sonstigen Arbeit des Verfassungsschutzes statt. Für die Evaluation werden nur statistische Angaben erfasst, die keine Rückschlüsse auf betroffene Personen und Institutionen zulassen.

Nutzen Sie das Beratungsangebot des Landesamtes für Verfassungsschutz Hamburg (LfV)

Wer bereits Kontakt zur Scientology (SO) hatte und wissen möchte, wie man am besten den Weg aus dem Einfluss von Scientology heraus findet, kann sich gerne an die Beratungsstelle des LfV Hamburg wenden. Ansprechpartner ist dort
Britta Pavlovic
(E-Mail: poststelle@verfassungsschutz.hamburg.de ; Tel.: 040-244443).

Hintergrund-Informationen

Die „Scientology-Organisation“ (SO) wird nach einem Beschluss der Innenminister und -senatoren seit 1997 von Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Die Rechtmäßigkeit dieser Beobachtung wurde im Februar 2008 vom OVG Münster bestätigt. Das Gericht stellte in seiner Entscheidung fest, dass die SO eine Gesellschaftsordnung anstrebe, in der zentrale Grundwerte außer Kraft gesetzt werden sollen.