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Verfassungsschutz Extremisten missbrauchen das populäre Thema „Drogenkonsum“ für ihre Zwecke

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Extremisten missbrauchen das populäre Thema „Drogenkonsum“ für ihre Zwecke

Anti-Drogen-Kampagnen von Rechtsextremisten und der Scientology-Organisation

 

Verkappte Scientology-Werbung: Flyer wie diese legt die verfassungsfeindliche Scientology-Organisation auch in Hamburger Geschäften aus. Verkappte Scientology-Werbung: Flyer wie diese legt die verfassungsfeindliche Scientology-Organisation auch in Hamburger Geschäften aus.

Extremisten instrumentalisieren das populäre Thema „Drogenkonsum“, um öffentliche Aufmerksamkeit und Akzeptanz zu erzielen und um neue Anhänger zu gewinnen. Davor warnt das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz. So nutzen derzeit zwei völlig unterschiedliche, vom Verfassungsschutz beobachtete Organisationen eine Strategie, die thematisch Parallelen aufweist. Die Scientology-Organisation in Hamburg und in anderen Bundesländern sowie die Jugendorganisation der NPD in Sachsen, die „Jungen Nationaldemokraten“ missbrauchen das Thema Drogenaufklärung, um insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen. Dass hinter solchen Kampagnen Extremisten stehen, ist häufig schwer erkennbar.

Die Scientology-Organisation (SO) hat ihre Anti-Drogen-Kampagnen derzeit intensiviert. Unter dem Motto „Sag Nein zu Drogen – sag Ja zum Leben“ organisiert die gleichnamige SO-Nebenorganisation Veranstaltungen und verteilt entsprechende Info-Heftchen und Flyer, die auch in Hamburg zum Beispiel in öffentlichen Bücherhallen und in diversen Geschäften (meist im Wartebereich auf Zeitschriften-Tischen) ausgelegt werden – in der Regel, ohne den Geschäftsinhabern zu sagen, dass hier Scientologen aktiv sind.

Die im Internetauftritt von „Sag Nein zu Drogen – sag Ja zum Leben“ angebotene „Aufklärung“ und „Hilfe“ bei Drogenproblemen verlinkt direkt auf die Homepage des Scientology-Drogenhilfe-Vereins „Narconon“.

Scientology-Kampagne erfolglos: Mitgliederzahlen gehen stetig zurück

Speziell Bildungseinrichtungen wie Schulen, aber auch Behörden, werden mit dieser Thematik durch die Scientology-Anti-Drogen-Gruppe kontaktiert, die solche Aktionen häufig im Internet propagandistisch als Erfolg ausschlachtet. Die eigentlichen Ziele derartiger SO-Tarnorganisationen sind eine breit angelegte gesellschaftliche Verankerung und Akzeptanz sowie die Gewinnung und Bindung neuer Mitglieder – auch dank der Aufklärungsarbeit allerdings ohne messbaren Erfolg: Die Mitgliederzahlen der SO gehen in Hamburg wie auch in ganz Deutschland seit Jahren ständig zurück.
Bundesweit fand in diesem Sommer in Berlin, Dresden, Cottbus, Jena, Erfurt, Magdeburg und Halle/Saale eine von „Sag Nein zu Drogen – sag Ja zum Leben Tour 2014 e.V.“ initiierte Anti-Drogen-Kampagne unter dem Motto „7 Tage – 7 Städte“ statt. Dieser SO-Verein behauptet in seinen Publikationen, dass es in der Gesellschaft angeblich an leicht verständlichen Aufklärungsmaterialien über Drogen mangele. Erst mit dem SO-Material existiere flächendeckend „fundiertes" Wissen zur Drogenthematik. Mit professioneller Drogenaufklärung haben die Scientology-Materialien allerdings wenig gemein. Die Broschüren bieten lediglich isolierte Informationen zu spezifischen Substanzen und zielen vordergründig auf Abschreckung.

Die Drogenaufklärungskampagnen von „Sag Nein zu Drogen – Sag Ja zum Leben“ sind zurzeit in Hamburg und bundesweit ein Zugpferd der Scientology-Organisation. Die SO, die aufgrund ihrer extremistischen Ziele seit 1997 vom Verfassungsschutz beobachtet wird, verbindet damit die Hoffnung, dass dieses positiv besetzte Engagement „gegen Drogen“ als Türöffner für verschiedene gesellschaftliche Bereiche dienen möge.

Rechtsextremistische Anti-Drogen-Kampagne mit Plüsch-Figur

 

Rechtsextremisten nutzen öffentlichkeitswirksame Plüschfiguren, um ihr rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut zu transportieren. Aufnahme vom 2. Juni 2012 Rechtsextremisten nutzen öffentlichkeitswirksame Plüschfiguren, um ihr rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut zu transportieren. Die Aufnahme stammt vom 2. Juni 2012, als Rechtsextremisten eine Veranstaltung unter dem Namen „Tag der deutschen Zukunft“ in Hamburg organisierten.

Die rechtsextremistischen „Jungen Nationaldemokraten Sachsen“ (JN) starteten in diesem Sommer ebenfalls in mehreren Städten Ostdeutschlands Anti-Drogen-Kampagnen. So verteilten JN-Aktivisten unter dem Motto „Weg mit dem Drogendreck“ ihre eigene Schülerzeitung „Platzhirsch – Der Schülersprecher“ und versuchten auf diese Weise, unter dem Mantel des Themas Drogenkonsum ihr rechtsextremistisches Gedankengut an Jugendliche heranzutragen. Inszeniert wird die Verbreitung dieser angeblichen Schülerzeitung durch einen Aktivisten, der die Publikation im Plüschtierkostüm an Schulen verteilte.

Laut Eintrag in einem sozialen Netzwerk nahm die „JN Saar“ die Schülerzeitung „Platzhirsch“ zum Vorbild für eine eigene „Kampagne gegen Drogen“ Ende Juli im Umfeld von Schulen. Als Blickfang diente ein Aktivist im Löwenkostüm – Motto: „Zeig Dein Löwenherz – sag Nein zu Drogen“, die im Internet publizierten Info-Flyer zeigen deutliche ausländerfeindliche Anklänge.

Wiederholt haben neonazistische Vereinigungen in der Vergangenheit versucht, mit vordergründig harmlosen „Plüsch-Figuren“ auf sich aufmerksam zu machen. So inszenierten in diesem Jahr und 2013 Brandenburger Neonazis aus dem Umfeld der im Juni 2012 verbotenen neonazistische Vereinigung „Widerstandsbewegung Südbrandenburg“ die Sesamstraßen-Figur „Krümelmonster“ für politische Aussagen. Auch die 2012 verbotene niedersächsische neonazistische Kameradschaft „Besseres Hannover“ versuchte mehrfach, ihre rassistische und antidemokratische Ideologie durch Auftritte eines in einem Bärenkostüm auftretenden Aktivisten zu verharmlosen. Die Figur wurde auch bei der rechtsextremistischen Großveranstaltung „Tag der deutschen Zukunft“ am 02.06.2012 in Hamburg festgestellt.

Beratung beim Landesamt für Verfassungsschutz: Info-Hotline 244443

Wer Fragen zu extremistischen Bestrebungen hat, kann sich unter Telefon 040-244443 an das Landesamt für Verfassungsschutz wenden. Unter dieser Telefon-Nummer erreichen Ratsuchende auch das Scientology-Beratungsteam des Landesamtes. Mit dem Stichwort „Scientology-Beratung“ werden die Anrufer zur entsprechenden Stelle weiter vermittelt.

Per Mail ist das LfV Hamburg unter poststelle@verfassungsschutz.hamburg.de erreichbar.

Bürgerinnen und Bürger können sich auch per Mail an das LfV wenden, wenn sie beispielsweise im Zweifel sind, ob hinter einer vorgeblich harmlosen Kampagne möglicherweise Extremisten stecken. Anfragen werden grundsätzlich vertraulich behandelt.

Für Rückfragen der Medien:
Landesamt für Verfassungsschutz
Marco Haase
Telefon 040 - 42839-2007 sowie -3264
E-Mail: info@verfassungsschutz.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/verfassungsschutz

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