Der Hamburger Verfassungsschutz informiert Versammlung mit Bezug zur Scientology-Organisation

Unter dem Motto „Keine Psychopillen für unsere Kinder“ ist für den kommenden Sonnabend, 23. April, 14.30 bis 18 Uhr, eine Versammlung in Hamburg angemeldet, die von der Straße Alter Fischmarkt (Domstraße) unter anderem über die Mönckebergstraße führen soll. Aus der Anmeldung dieser Demonstration ergibt sich ein Bezug zu der Organisation „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte“ (KVPM). Das Landesamt für Verfassungsschutz informiert: KVPM ist eine Nebenorganisation der verfassungsfeindlichen Scientology-Organisation(SO).

Versammlung mit Bezug zur Scientology-Organisation

International und regional betreibt die SO zahlreiche Organisationseinheiten und Gruppierungen, um in verschiedensten gesellschaftlichen Themenfeldern aktiv zu sein – immer mit dem Ziel, neue Anhänger zu gewinnen und politisch, sozial, kulturell sowie wirtschaftlich Einfluss zu erlangen. Die „Citizens Commission on Human Rights“ (CCHR), die in Deutschland unter dem Namen „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte" (KVPM) auftritt, betreibt seit Jahren Kampagnen gegen die Berufsstände der Psychiatrie und der Pharmakologie. 

Hintergrund: Warum agitiert die SO mit derartiger Intensität gegen die Psychiatrie? 

Es ist der Kampf gegen einen unliebsamen Konkurrenten. SO-Gründer L. Ron Hubbard hatte stets ein Monopol jeglicher psychischer Betreuung für Scientologen angestrebt. In einer internen Verlautbarung (Planetary Dissemination News, Issue 2) heißt es: „Es ist Zeit, das Feld der geistigen Gesundheit zu übernehmen“ und „Dianetik ist die Lösung für alle Probleme der geistigen Gesundheit“. Dianetik nennt die SO die scientologische Methode zur angeblichen Beseitigung von Krankheiten sowie seelischer Probleme. Am Ende soll eine Art Übermensch, der scientologische „Clear“, stehen. Mit dieser scientologischen Technologie behandelt, funktionieren Menschen durch Bewusstseins- und Verhaltenskontrolle wie gleichgeschaltete Marionetten. Seine Methoden der Manipulation möchte der totalitäre Psychokult auf die gesamte Gesellschaft ausdehnen. 

Die Hetze gegen die Psychiatrie ist dabei nur eine  Stoßrichtung. Scientology hat auch für andere gesellschaftliche und politische Bereiche, die ebenfalls stets herabgewürdigt werden, Gegenangebote im Programm. Die Kampagne gegen die Psychiatrie soll den Boden für scientologische Alternativen und einen möglichen Einstieg in die extremistische Organisation bereiten. Sollten sich tatsächlich Ratsuchende zur SO verirren, könnte dies möglicherweise gefährlich für sie werden. Einige psychische Krankheiten gebe es beispielsweise laut Scientology nicht – und manch anderes Leiden könne etwa mit Dianetik, Handauflegen („Touch Assists“) und überdosierten Vitaminen („Purification Rundown“) erledigt werden.

Beratungsangebot

Informationen und Beratung über die Scientology-Organisation durch den Verfassungsschutz

Für Informationen, Beratungen und Ausstiegshilfe im Zusammenhang mit der Scientology-Organisation (SO) wenden Sie sich gern an das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV).
E-Mail: poststelle@verfassungsschutz.hamburg.de
Telefon: (040) 24 44 43

Unter dem Hinweis „Scientology“ werden Sie mit der Beratungsstelle im LfV verbunden. Alle Eingänge werden vertraulich behandelt. 

Empfehlungen