"Schwimmen können" - was bedeutet das eigentlich?

Bewegung im Wasser verändert und erweitert Erfahrungen, die der Mensch an Land gemacht hat. Kinder und Erwachsene müssen sich im Bewegungsraum Wasser erst einmal neu orientieren und mit unbekannten Einflußfaktoren zu Recht kommen.

"Schwimmen können" - was bedeutet das eigentlich?

Ab ins Wasser! Wassergewöhnung

Zu diesen Faktoren gehören die Temperatur des Wassers, der Wasserdruck und der Wasserwiderstand. Die meisten müssen die Erlebnisse und Erfahrungen, die sie mit diesen Einflussfaktoren sammeln, erst einmal verarbeiten und finden heraus, dass beispielsweise Begriffe wie „leicht“ und „schwer“ im Wasser eine neue Bedeutung bekommen als an Land.

"Wassergewöhnung" und "Wasserbewältigung"

Für die Eltern sollte das Thema Schwimmen lernen daher die gleiche Priorität haben, wie das Laufen oder Sprechen lernen. Letztlich handelt es sich hierbei um überlebenswichtige Fertigkeiten eines jeden Menschen. Dabei ist zu beachten, dass die Eltern nicht darauf warten sollten, bis das Schwimmen lernen in der Schule auf dem Stundenplan steht. Das findet in der Regel erstmals in der dritten oder vierten Klasse statt. Das richtige Alter zum Schwimmen lernen ist das Vorschulalter, wobei nicht ein bestimmtes Lebensjahr entscheidend ist sondern die individuelle Entwicklung des einzelnen Kindes. Jedes Kind sollte frühzeitig an das Wasser gewöhnt werden - das kann mit geeigneten Spielen zu Hause in der Badewanne geschehen oder in speziellen Wassergewöhnungskursen der öffentlichen Bäder.

"Ab ins Wasser - aber sicher!" Logo Nach Abschluss der Wassergewöhnung muss zunächst gelernt werden, sich die physikalischen Eigenschaften des Wassers zu Nutze zu machen. Diesen Lernschritt nennt man in Fachkreisen "Wasserbewältigung". Hier werden die Kernelemente des Schwimmen Könnens (Atmen - Schweben - Gleiten – Antreiben) gelernt, bevor es an das Üben bestimmter Schwimmstile geht.

Schwimmen lernen

„Schwimmen“ ist dann aber nicht nur die Bewältigung einer Strecke von A nach B. Es bedeutet vielmehr, vielfältige Bewegungsformen im Wasser ausführen können. Wenn man „richtig schwimmen“ kann, ist die Voraussetzung dafür geschaffen, lebenslang Spaß am Sporttreiben im Wasser zu haben. Speziell für Kinder ist wichtig, durch die frühzeitigen, psychomotorischen Lernschritte im Bewegungsraum Wasser auch vielseitige Bewegungsmöglichkeiten im alltäglichen Leben zu erfahren.

Schwimmen lernen ist ein langfristiger Prozess, der nicht mit einem Kurs über drei Wochen abgeschlossen ist. Es ist ein laufender Prozess, bei dem laufend Bewegungsformen variiert, kombiniert und verfeinert werden können. 

Das Fehlen von einzelnen Erfahrungen kann im Rahmen der Schwimmausbildung zur Gefahr werden. So wird ein Kind, das nicht gelernt hat zu tauchen oder sich auf den Rücken zu drehen, nicht in der Lage sein, sich aus einer Notsituation im Wasser selbst zu retten. Das Gleiche gilt natürlich auch für Jugendliche und Erwachsene.  Nur derjenige, der über ein umfangreiches Repertoire an motorischen Fähigkeiten im Wasser verfügt, wird von sich sagen können, dass er  „schwimmen kann“. 

„Schwimmen können“ bedeutet also:

  • angstfreier Aufenthalt im Wasser
  • Sicherheit
  • lebenslanger Spaß an der Bewegung im Wasser
  • Förderung der Gesundheit

Der Deutsche Schwimmverband (DSV) beschreibt das "Schwimmen können" sehr anschaulich mit Hilfe folgender Übersicht:

  Definition "Schwimmen können" des DSV
(Quelle: Schwimmen lernen, Kursleiterhandbuch zur Kursleiterausbildung Deutscher Schwimm-Verband e.V. (Hrsg.), Kassel 2006)

Bei funktioneller Betrachtung, ist das Schwimmen in die bereits genannten vier Kernelemente unterteilt:

Atmen - Schweben - Gleiten - Antreiben

Diese Elemente enthalten alle wesentlichen Funktionen, die man zum Schwimmen braucht –basierend auf den physikalischen Eigenschaften des Wassers. 

Nur derjenige, der diese (Kern-) Elemente erlernt hat, kann sich sicher im und unter Wasser bewegen, und kann auf dieser Grundlage die einzelnen Schwimmarten so erlernen, dass er sie sicher, technisch sauber und ökonomisch ausführen kann. Jede Schwimmart und jede Schwimmtechnik lässt sich mit diesen Elementen erklären und funktionell begründen.

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