Scientology-Organisation Strukturen und Organisationseinheiten

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Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg

Die "Scientology-Organisation" (SO) ist eine multinationale, streng hierarchisch aufgebaute und kompliziert strukturierte Organisation mit einer Vielzahl von Unter- und Nebenorganisationen. Geführt wird die SO vom Internationalen Management in den USA, der obersten Führungs- und Überwachungsebene für alle kontinentalen und nationalen Organisationsbereiche. Die internationale Führungsspitze wirkt über das kontinentale Management bis in die regionalen Bereiche hinein. An der Spitze des internationalen Managements steht das "Religious Technology Center" (RTC). Es soll als Inhaber aller Rechte und Besitzer aller "Waren- und Dienstleistungszeichen" die Existenz und Funktionsfähigkeit der SO sicherstellen. Ihren Sitz hat die vom HUBBARD-Nachfolger David MISCAVIGE geführte Schaltzentrale in Los Angeles.                                                                 

Die verschiedenen Organisationstypen und Arbeitszweige der SO werden vom "Watchdog Committee" (WDC) überwacht und von weiteren Managementeinheiten in den USA kontrolliert. Dieses Management und die Kontrolle werden auf der kontinentalen Ebene durch die "Continental Liaison Offices" (CLO) gegenüber den nationalen Ebenen fortgesetzt. Das für Deutschland zuständige CLO befindet sich in Kopenhagen. Auf der nationalen Ebene gibt es keine zentrale Organisation, sondern nur so genannte Orgs (s.u.), Missionen und andere Organisationseinheiten, die alle den kontinentalen und internationalen Führungsebenen untergeordnet sind.

Zu den wichtigsten Organisationen im internationalen scientologischem Netzwerk gehört die "Sea Organization" (Sea Org). Diese paramilitärisch organisierte Eliteeinheit, eine Keimzelle der SO, genießt in dieser höchstes Ansehen und ist mit umfassenden Machtbefugnissen ausgestattet. "Sea Org-Missions" dringen mit absoluter Befehlsgewalt auch in nationale und regionale Ebenen ein. Die wichtigsten Führungspositionen auf den verschiedenen Managementebenen sind mit Sea Org-Angehörigen besetzt. Die Sea Org unterhält das so genannte "Rehabilitation Project Force" (RPF), welches von Kritikern als Straf- bzw. Arbeitslager bezeichnet wird. (siehe hierzu ausführlich die Broschüre der AG Scientology der Behörde für Inneres "Gehirnwäsche im "Rehabilitation Project Force" (RPF) der Scientology-Organisation")

Observant des OSA in Hamburg (2000) Observant des OSA in Hamburg (2000)

Die "International Association of Scientologists" (IAS) ist ein weltweiter Verbund von Scientologen mit Hauptsitz in St. Hill/Großbritannien. Sie treibt Mitgliedsbeiträge und Spenden in erheblichem Umfang ein. Aus ihrer "Kriegskasse" finanziert die IAS die PR-Kampagnen der SO und "Schlachten", um "Angriffe" abzuwehren. Von besonderer Bedeutung ist das "Office of Special Affairs" (OSA). Neben seiner Zuständigkeit für Rechtsangelegenheiten, Public Relation und der Steuerung von Lobbyismus führt es geheimdienstähnliche Operationen aus. Das OSA soll alles aus dem Weg räumen, was einer Ausdehnung der SO entgegensteht. Die deutschen Zweigstellen des OSA heißen "Departments of Special Affairs" (DSA).

(siehe hierzu ausführlich die 1998 vom Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Hamburg herausgegebene Broschüre "Der Geheimdienst der Scientology-Organisation")

Angehörige der Sea Org gründeten 1978/79 das "World Institute of Scientology Enterprises" (WISE). Zielsetzung von WISE war und ist, auch im Wirtschaftsbereich zu expandieren, die "Technologien" der SO in die Geschäftswelt hineinzutragen und dort zu verankern. Sehr schnell wurde aus diesem Wirtschaftsverbund scientologischer Geschäftsleute und Firmen ein strategisches und über Beiträge und Spenden auch lukratives Standbein der SO.

"Association of Better Living and Education" (ABLE) heißt eine Vereinigung verschiedener SO-Gruppierungen, die im gesellschaftspolitischen und sozialen Bereich aktiv sind. Beispielsweise sind NARCONON und CRIMINON in der Drogen- bzw. Gefangenenrehabilitation tätig und APPLIED SCHOLASTICS im Bildungsbereich. Diese Aktivitäten sollen dazu beitragen, das angebliche soziale Engagement der SO hervorzuheben. Auch diese Unterorganisationen dienen jedoch in erster Linie der Verbreitung der SO-Technologie und der Werbung neuer Mitglieder.

Einen "Kreuzzug" gegen die Psychiatrie betreibt die "Citizens Commission on Human Rights" (CCHR), die in Deutschland unter dem Namen "Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte" (KVPM) auftritt. Die Psychiatrie ist für die SO ein besonderer Gegner, da Scientology zu ihr in unmittelbarer weltanschaulicher Gegnerschaft steht. Die SO strebt daher eine "Monopolstellung" der Scientology "für jegliche psychische Betreuungsarbeit" an.

"Celebrity Center" (CC) betreuen prominente Scientologen, um deren Popularität und Einfluss insbesondere zu Propagandazwecken zu nutzen.

An der Basis des scientologischen Organisationsgefüges befinden sich auf den nationalen Ebenen, vorzugsweise in Großstädten, die "Class V-Organisationen", die so genannten Orgs. Nach von HUBBARD entwickelten Richtlinien sind sie in sieben Abteilungen gegliedert, darunter die Führungsabteilung einschließlich des OSA, Abteilungen für die Aufrechterhaltung der scientologischen "Ethik" und "Technologie" sowie für Finanzen und "Auditing". Zum so genannten "Auditing" gehört eine raffinierte Frage- und Verhörtechnik mit einem Gerät (E-Meter), das der primitiven Ausführung eines Lügendetektors gleicht.

Die SO übt mit dieser Methode eine Bewusstseins- und Verhaltenskontrolle ihrer Angehörigen aus. Die erste Abteilung, der ein SO-Neuling begegnet, ist die Abteilung für Öffentlichkeitskontakt, die u.a. Mitglieder wirbt.

Alle Organisationsteile der SO dienen, neben ihren spezifischen Aufgaben der Aufrechterhaltung der SO-Technologie, der Durchsetzung von Machtstrukturen innerhalb der Organisation, der Bekämpfung von "Unterdrückern" sowie der ständigen Geldbeschaffung, Mitgliederwerbung und der Darstellung einer internen scientologischen Gegenwelt zu freiheitlichen demokratischen oder anderen Gesellschaften.

Um neue Mitglieder zu gewinnen, ist die SO nicht jederzeit offen aufgetreten. Seit 2007 geht sie bei Anbahnungen und der Verbreitung ihrer Themen gegenüber Personen und Institutionen verstärkt verdeckte Wege. Sie nutzt Nebenorganisationen, deren Zusammenhang mit der SO häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. 

Dazu gehören Initiativen des SO-Vereins "Sag Nein zu Drogen - Sag Ja zum Leben" oder der internationalen Sektion "Foundation for a Drug-Free World" sowie Kampagnen unter den Titeln "Jugend für Menschenrechte" oder "Jugend für Menschenrechte Hamburg". "Youth For Human Rights International" fiel in Hamburg ebenfalls durch Werbezusendungen auf.

Eine Unterorganisationseinheit von ABLE (s.o.), "The Way to Happiness Foundation", machte in Deutschland durch den verstärkten Vertrieb eines Heftes mit dem Titel "Der Weg zum Glücklichsein" auf sich aufmerksam.

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