Der Verfassungsschutz informiert Anwerbungsversuche chinesischer Nachrichtendienste über soziale Netzwerke

Die Kontaktaufnahme über soziale Medien ist längst auch für ausländische Nachrichtendienste in den Fokus gerückt. Soziale Netzwerke wie Facebook, LinkedIn oder Xing bieten Möglichkeiten, sich stärker zu vernetzen, neue Kontakte zu knüpfen oder sich beruflich weiterzuentwickeln. Informationen zu Gewohnheiten, Hobbys bis hin zu politischen Interessen können über nur wenige "Klicks" generiert werden. 

Chinesische Nachrichtendienste in sozialen Netzwerken

Anwerbungsversuche chinesischer Nachrichtendienste über soziale Netzwerke

Gerade chinesische Nachrichtendienste sind in Netzwerken wie LinkedIn aktiv und versuchen seit einiger Zeit intensiv über diesen Weg Informationen abzuschöpfen und nachrichtendienstliche Quellen zu werben. Dafür nutzen die Dienste sogenannte Fake-Profile. Sie tarnen sich beispielsweise als Mitarbeiter von Headhunting-Agenturen, Consulting-Firmen, Thinktanks oder als Wissenschaftler. Um das Interesse einer ausgewählten Zielperson zu wecken und die Gesprächsbereitschaft abzuklären, wird im Rahmen einer ersten Kontaktaufnahme vorgegeben, dass man sich für das Arbeitsgebiet der Zielperson besonders interessiere. Sobald die Zielperson Interesse signalisiert verläuft die Anwerbung typischerweise so, dass um die Übersendung eines Lebenslaufs, Kontaktdaten sowie Probearbeiten gebeten wird, für die nicht selten ein vierstelliger Euro-Betrag gezahlt wird. Es folgt eine Einladung zu einem Treffen, bis irgendwann die Aufforderung ergeht, gegen Bezahlung Berichte zu verfassen und dabei interne, sensible Informationen aus dem eigenen Arbeitsbereich weiterzugeben.

Diese Aktivitäten wurden im letzten Jahr intensiv durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) untersucht. So ist es bereits bei mehr als 10.000 deutschen Staatsangehörigen zu derartigen Kontaktversuchen gekommen. Aufgrund dieser massiven Anwerbungsversuche verstärkte das BfV seine Sensiblisierungsbemühungen und veröffentlichte acht der aktivsten Fake-Profile und sechs Organisationen, die von chinesischen Nachrichtendiensten zur Abtarnung der Anbahnungsversuche genutzt werden. Diese wurden kurz darauf gelöscht.

Falls Sie über Soziale Netzwerke eine solche oder ähnliche Kontaktanfrage erhalten haben oder bereits in Kontakt zu Einrichtungen und Personen oder zu anderen – Ihnen verdächtig erscheinenden – Institutionen stehen, melden Sie sich bitte beim Bundesamt für Verfassungsschutz:

E-Mail-Adresse: Soziale_Netzwerke@bfv.bund.de
Rufnummer: 0221/792-0

Weitere Informationen rund um dieses Thema finden Sie hier.


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