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Sturmflut Wie kann ich meine Gefährdung abschätzen?

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Hier unterstützen wir Sie als Bewohnerin und Bewohner der schönsten Stadt der Welt (O-Ton Radio Hamburg), um Ihre persönliche Gefährdung durch Hochwasser im Binnenbereich oder durch Sturmfluten abzuschätzen.

Sturmflut - Abschätzung der Gefährdung

Schutz vor Hochwasser - Gefahrenabschätzung

Nicht jeder in Hamburg ist von Sturmfluten betroffen. Der Sturm kann Bäume knicken und Dächer abdecken, aber die Sturmflut kommt nicht überall hin. Gefährdet sind daher nur die elbnahen Gebiete, die Flussinseln Wilhelmsburg und Veddel, sowie Finkenwerder, Harburg und das Vier- und Marschland. Auch das Alstergebiet ist gefährdet - aber nur gering. 103 km öffentliche Hochwasserschutzanlagen schützen die Stadt und ihre Bewohner zuverlässig vor der Gefahr.

Hamburgs tiefgelegene Gebiete sind mit über 100 km Hauptdeichlinie geschützt

Ein Restrisiko bleibt!

Hamburg ist aufgrund seiner Lage im Stromspaltungsgebiet der Elbe mit seinen tiefliegenden Marschen in großen Teilen sturmflutgefährdet. In diesem Gebiet, das fast die Hälfte der Stadtfläche umfasst,

  • leben mehr als 325.000 Menschen,
  • befinden sich mehr als 165.000 Arbeitsplätze und
  • lagern Waren und Güter mit einem Wert von mehr als 10 Mrd. Euro.

Leider gibt es aber keinen hundertprozentigen Schutz, weil Naturereignisse immer wieder gezeigt haben, dass sie in ihren Auswirkungen oftmals unkalkulierbar sind.

Wann sprechen wir von einer Sturmflut?

Die erwarteten Wasserstände werden in Metern über Normal Höhen Null (NHN) oder in Metern über dem Mittleren Hochwasser (MHW) angegeben. Man erhält die Höhe über Normalhöhennull, wenn man zu der Angabe über Mittlerem Hochwasser ca. 2,15 m hinzurechnet.

Beispiel: Eine Vorhersage von 3,50 m über MHW entspricht 5,65 m über NHN.

(Berechnung: 3,50 m + 2,15 m = 5,65 m).

Sturmflut

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) spricht bei Wasserständen, die 1,5 m höher sind, als das üblicherweise eintretende Hochwasser (= NHN +3,65 m) bereits von einer Sturmflut. Hier werden einige sehr tiefgelegene Gebiete in Hamburg überschwemmt, zum Beispiel die elbnahen Parkplätze in Neumühlen und Rissen. Auch der Campingplatz am Falkensteiner Ufer ist betroffen und der Fischmarkt beginnt vollzulaufen. Eine Übersicht finden Sie hier. Für Hamburg besteht keine Gefahr.

Schwere Sturmflut

Ab 2,5 m über dem mittleren Hochwasser (= NHN +4,65 m) spricht das BSH von einer schweren Sturmflut. Hier kommt es vor allem im Hafen bereits zu deutlich mehr Überflutungen von Straßen und Plätzen. Durch die Hauptdeichlinie ist Hamburg aber auch hier gut geschützt.

Sehr schwere Sturmflut

Ab 3,5 m über dem mittleren Hochwasser (= NHN +5,65 m) haben wir eine sehr schwere Sturmflut. Immer mehr Straßen und Plätze im Hafen und den nicht durch die Hauptdeichlinie geschützten Bereichen der Stadt werden überflutet und es kommt zu immer mehr Sperrmaßnahmen durch die Polizei. Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Deichwacht und des Technischen Hilfswerks (THW) überwachen die Deichsicherheit und greifen ein, wenn es notwendig wird.

Ein Sturmflut-Poster der Umweltbehörde erläutert Ihnen anschaulich die Begriffe. Eine Info-Grafik stellt die Begriffe Sturmflut, schwere Sturmflut und sehr schwere Sturmflut ins Verhältnis zu den Höhen NHN und Mittleres Hochwasser. Bei einer Warnung vor Sturmfluten veröffentlicht Hamburg immer beide Werte!

Hochwasser

Bei Starkregen oder auch Dauerregen über mehrere Tage können Bäche und Flüsse anschwellen, tiefer gelegene Bereiche überfluten und auch in Souterrain-Wohnungen, Keller und Tiefgaragen eindringen. Eine Gefährdungsabschätzung können sie auf dem Geo-Online-Portal (FHH-Atlas) vornehmen, wenn die Senkentiefen, Fließpfeile und Fließwege ausgewählt sind. Informationen zu Starkregen erhalten Sie auf den Seiten des Projekts Regen-Infra-Struktur-Anpassung, kurz RISA.

Bin ich gefährdet? Nutzen Sie das Geo-Online-Portal der Stadt!

Wenn Sie in dem grünen Gebiet auf der oben abgebildeten Karte wohnen, können Sie bei einer wirklich extremen Sturmflut oder beim Versagen von Hochwasserschutzanlagen (z.B. einem Deichbruch) gefährdet sein. Hier ist es nützlich, wenn Sie die Höhenlage ihres Hauses und ihrer Umgebung kennen, um Ihre Gefährdung abschätzen zu können. Das Geo-Online-Portal der Freien und Hansestadt Hamburg (auch FHH-Atlas genannt) - eine elektronische Stadtkarte Hamburgs - kann Ihnen einen groben Anhalt geben. Das digitale Höhenmodell Hamburg DGM 1 erlaubt Ihnen ab einem bestimmten Zoomlevel mit Klicks in die Karte Höheninformationen abzurufen. Klicken Sie dazu auf den Link und geben Sie in das Suchfeld oben rechts Ihren Straßennamen und die Hausnummer ein. Ein Klick auf unbebaute Flächen zeigt Ihnen die Höhe an. Ergänzend sind auch einige Höhenpunkte in braun dargestellt. 

Screenshot: Digitales Höhenmodell der Stadt Hamburg Dieser Kartenausschnitt zeigt von links nach rechts die Elbe, dann das Deichvorland mit NHN +3,3 m, den Deich mit 8,1 m, die Deichverteidigungsstraße mit 6,0 m und das vom Deich geschützte Gebiet mit einer Höhe von 1,9 m. Der gesetzte Abfragepunkt (rotes Symbol) weißt eine Höhe von 1,7 m über NHN aus.

Dadurch erhalten Sie eine erste Abschätzung ihrer Gefährdung. Beachten Sie aber, dass diese Daten ungenau und gegebenfalls nicht auf dem neuesten Stand sind. Für genauere Angaben, ziehen Sie ein Vermessungebüro oder den Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) zu Rate!

Sturmflut - Abschätzung der Gefährdung

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