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1.7.1926 - 30.3.1934 Branddirektor Dr.-Ing. Otto Sander

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Branddirektor Dr.-Ing. Otto Sander

Als Nachfolger von Th. Krüger wird Dr.-Ing. Otto Sander der Leiter der "Inspektion II" (Feuerverhütung und Schornsteinfegerwesen). Nach dem Studium des Maschinenbaus an der TH Stuttgart und Tätigkeit in der Industrie tritt er 1905 als Brandmeister in die Dienste der Feuerwehr Hamburg.

Branddirektor Dr.-Ing. Otto Sander

Er nimmt außer dem Einsatzdienst Aufgaben im Vorbeugenden Brandschutz und in der Technik wahr. Schon früh gehört er zu den Befürwortern des Verbrennungsmotors.

Um aus erster Hand die praktischen Erfahrungen kennen zu lernen, die andere mit Automobilen gemacht haben, reist er im Mai 1906 zu 15 Feuerwehren, unter anderem nach Berlin, Leipzig, Chemnitz, Dresden, Nürnberg, Stuttgart, Wien und Amsterdam.

1906 wird er zum Baurat, 1917 zum Oberbaurat ernannt. 1914 promoviert Sander an der TH München mit der Arbeit über "Untersuchungen über den Druckhöhenverlust in gummierten und ungummierten Hanfschläuchen". Er ist der erste Ingenieur, der als Dissertationsschrift ein Thema aus dem Feuerwehrwesen wählt und gilt als einer der Begründer der wissenschaftlichen Forschung im Brandschutzwesen.

In zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen berichtet er über aktuelle Probleme und praktische Erfahrungen im Feuerwehrbereich. Insbesondere beschäftigt er sich eingehend mit brandschutztechnischen Problemen des Hafens und bei Schiffen. Häufig schreibt er in der Fachpresse über schwierige Schiffsbrandbekämpfungen.

Außerdem wurde über ihn berichtet:

"... Sander, impulsiv und vielseitig interessiert, ist ein fesselnder Redner und hat auch als Schriftsteller Erfolg. Doch er steht auf der schwarzen Liste der neuen braunen Machthaber. Ende 1933 suspendieren sie ihn vom Dienst: Einmal weil er Mitglied einer Freimaurerloge ist, zum anderen wegen nie bewiesener angeblicher Unregelmäßigkeiten im Dienst. Am 31. März 1934 wird er, nach einem Disziplinarverfahren, vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Er stirbt zwei Jahre später, vergrämt und verbittert über das ihm angetane Unrecht."

Branddirektor Dr. Sander muss auch menschlich sehr zugänglich gewesen sein. Ein Pensionär der Hamburger Feuerwehr, der im Jahre 1997 seinen 100. (!) Geburtstag feiern konnte, berichtet, er habe immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitarbeiter gehabt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die für die Mannschaft unnahbar gewesen seien, habe Sanders Tür stets jedem Feuerwehrmann offen gestanden.

Nach ihm wurde ein Löschboot benannt.

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