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Rechtsextremismus Rechtsextremistische Skinheads und sonstige gewaltbereite Rechtsextremisten

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Rechtsextremistische Skinheads und sonstige gewaltbereite Rechtsextremisten

Allgemeines

Neben den organisationsgebundenen, in Parteien, Kameradschaften und Vereinen aktiven Rechtsextremisten wurden im Jahr 2008 bundesweit etwa 9.500 Personen der gewaltbereiten rechtsextremistischen Szene zugerechnet. Hierbei handelt es sich um Personen, die politisch motivierte Gewalt bereits ausgeübt haben oder sich in Gruppen bewegen, die als gewaltgeneigt gelten und die Gewalt als probates Mittel zur Durchsetzung ihrer vermeintlichen "politischen Ziele" ansehen. Während Neonazis primär ideologisch geprägt sind, lässt sich in diesem Phänomenbereich keine klare und festgefügte weltanschauliche Orientierung feststellen. Bei den meist jugendlichen Angehörigen dieser Szene sind jedoch ebenfalls, wenn auch häufig in geringerer Intensität, fremdenfeindliche, rassistische und antisemitische Einstellungen erkennbar. In Hamburg sind diesem Potenzial derzeit ca. 150 Personen zuzurechnen, die überwiegend in kleineren Cliquen, auch unter Einbindung von Rechtsextremisten aus den benachbarten Bundesländern, aktiv sind. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird stark durch die gemeinsame Freizeitgestaltung geprägt, zu der die Teilnahme an Musikveranstaltungen und internen Fußballturnieren gehört.

Lange Zeit stellten rechtsextremistische Skinheads den größten Teil der als gewaltbereit eingeschätzten Rechtsextremisten, ihr Anteil ist jedoch in den letzten Jahren stark rückläufig. Das wird auch am Erscheinungsbild deutlich: Gehörten früher Bomberjacke und Springerstiefel zu der bevorzugten Bekleidung, werden zunehmend Stilelemente des jugendlichen Mode-Mainstreams übernommen. Hierzu zählen die modische Kleidung bestimmter Marken oder auch Piercings. In vielen Fällen spielt dabei ein zunehmender Germanenkult eine große Rolle. Der aktuelle Dress-Code erschließt sich häufig nur Szeneangehörigen.

Die in Großbritannien entstandene Skinhead-Bewegung war zunächst eine proletarische, antibürgerliche Protestbewegung, die allerdings frühzeitig aufgrund sozialer Desintegration in den Bereichen Arbeit und demokratischer Kultur mehrheitlich eine Politisierung mit rassistischer Prägung erlangte. Ende der 70er-Jahre entwickelte sich auch in Deutschland eine Skinhead-Szene. Zwar gab es hier wie in Großbritannien verschiedene politische Strömungen, antirassistische oder linke Skinheads waren jedoch Minderheiten innerhalb der Szene und treten heute kaum noch in Erscheinung. Die sogenannten Oi!-Skins, denen häufig eine weitgehend unpolitische Ausrichtung unterstellt wurde (so zu Beginn in Großbritannien), machten in Deutschland schon in den 80er-Jahren durch provozierendes Verhalten mit Musik und Alkohol und z.T. durch fremdenfeindliche Straftaten auf sich aufmerksam. Versuche von Neonazis, die Skinhead-Szene für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, blieben in dieser Phase jedoch weitgehend erfolglos. Nicht zuletzt durch den Einfluss ostdeutscher Skinheads, die sich in der DDR als radikale systemoppositionelle Jugendbewegung verstanden, geriet die Skinhead-Szene nach der Wende insgesamt stärker in rechtsextremistisches Fahrwasser.

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