Rechtsextremismus "Junge Nationaldemokraten" (JN)

"Junge Nationaldemokraten" (JN)

Die JN sind  laut Satzung „integraler Bestandteil“ der NPD. Mit ihren 380 Mitgliedern ist die Jugendorganisation jedoch bestrebt, eigene Akzente und Agitationsschwerpunkte zu initiieren und umzusetzen. Während sich die NPD als parlamentarischer Arm der „nationalen Opposition“ versteht, arbeiten die JN in der Hauptsache im vorpolitischen Raum. Ihren Aktivismus betrachten sie als Teil des „Kampfes um die Straße“.

Die Umwandlung der JN in eine Kaderorganisation unter gleichzeitiger Öffnung für Neonazis nahm 1996 mit dem Führungswechsel in der NPD und der neuen strategischen Ausrichtung - Stichwort: „Vier-Säulen-Strategie“ (s. NPD) - ihren Anfang. Die JN arbeiten seitdem mit Neonazis nicht nur im Rahmen gemeinsamer Aktionen zusammen, Angehörige verbotener neonazistischer Organisationen rückten mit Billigung der Mutterpartei bis in Führungsfunktionen bei den JN auf. Der jetzige Bundesvorsitzende Andy Knape hat wie sein Vorgänger einen politischen Vorlauf in der Neonazi-Szene. Die JN sehen sich auch heute noch als Bindeglied der Partei zu den „Freien Nationalisten“.

Die JN sind zwar bereit, Elemente einer modernen Jugendkultur zu übernehmen, halten aber an einem elitären Selbstbild fest. „Volkstreue Jugendliche“ sollen charakterlich und ideologisch geschult und „körperlich und geistig zu ganzheitlichen Persönlichkeiten“ herangezogen werden. Ein politischer Befreiungskampf könne ohne Kulturkampf und Graswurzelrevolution nicht auskommen. Die Jugendorganisation propagiert nach wie vor einen „Nationalen Sozialismus“ und hält kompromisslos am Konzept der ethnisch homogenen „Volksgemeinschaft“ fest.

Im norddeutschen Raum sind die JN bis auf einige sogenannte Stützpunkte organisatorisch kaum verankert. Der zum 01.01.2008 etablierte Hamburger JN-Stützpunkt ist seit 2011/12 nicht mehr existent. 

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