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Spende Die Restcent-Aktion für die Partnerstadt León in Nicaragua

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Über 23.000 Beschäftigte, Rentner und Pensionäre der Freien und Hansestadt Hamburg spenden jeden Monat den Centbetrag hinter dem Komma ihres Gehalts. Aus den vielen kleinen Spenden werden große Summen: Seit dem Start 1996 kamen bereits rund 3,1 Millionen Euro zusammen. Damit werden in der Partnerstadt Léon Projekte wie sanitäre Hausanschlüsse finanziert.

León - Restcent-Aktion (c) Jason Rogers - flickr León - Restcent-Aktion

Die Restcent-Aktion für die Partnerstadt León in Nicaragua

Die ursprüngliche Restpfennig-Aktion wurde 1996 auf Initiative des Nicaragua-Koordinationskreises für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes ins Leben gerufen und läuft seit 2002 unter dem Namen „Restcent" erfolgreich weiter. Sie ist ein positives Beispiel für Möglichkeiten der Bewusstseinsbildung und der Spendensammlung für die Menschen in der Partnerstadt Léon. Auch Centbeträge sind ein wichtiger entwicklungspolitischer Beitrag, zumindest bei der Vielzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie in Hamburg.

Projekte

Nicaragua ist das zweitärmste Land in Lateinamerika. Auch in León leben die Menschen unter zum Teil katastrophalen hygienischen Bedingungen. In vielen neuen Stadtteilen gibt es weder fließendes Wasser noch sanitäre Einrichtungen oder eine geregelte Müllabfuhr. Die Gesundheitsversorgung ist unzureichend. Hamburg hilft seiner Partnerstadt auf vielfältige Weise und fördert zahlreiche Projekte zur Selbsthilfe. Auch viele Basispartnerschaften unterstützen die Menschen in León.

Mit dem Bürgermeister von León wurde vereinbart, dass die Spendeneinnahmen aus der Restcent-Aktion von 1996 an bis auf weiteres prioritär für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung der Stadt verwendet werden sollen. Bis einschließlich 2016 wurden 10.550 Hausanschlüsse finanziert. Als Konsequenz ist die Zahl der Erkrankungen der Bewohner, bedingt durch schlechtes Trinkwasser, aber insbesondere der Entsorgung der Abwässer, merklich zurückgegangen.

Derzeit werden auch zwei Kinderprojekte unterstützt: die Straßenkinderprojekte Las Tías und Niños del Fortín, was übersetzt Kinder des Müllbergs heißt. Täglich profitieren ca. 70 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren von dem Projekt Las Tías, das sich um Straßenkinder aus dem Stadtviertel El Coloyar, die in der Umgebung des Marktes Santos Bárcenas leben, kümmert. Mit fünf warmen Mittagessen pro Woche und einer Betreuung durch Erzieherinnen sollen die Lebenschancen der Kinder verbessert und der Schulbesuch gefördert werden. In dem Projekt Niños del Fortín bekommen bis zu 92 Straßenkinder, die bisher ihren Lebensunterhalt auf dem Müllberg verdienen mussten, eine warme Mahlzeit am Tag. Darüber hinaus werden sie medizinisch und psychologisch betreut, auf die Regelschule vorbereitet bzw. beim Besuch der Regelschule durch Nachhilfe unterstützt.

In einem weiteren Projekt wurde zwischen 2011 und 2013 die Reinhaltung und Sanierung des Río Chiquito, eines Flusses der die Stadt durchquert, gefördert. Seit 2011 wird auch die Sanierung sanitärer Anlagen aufgrund eines mangelhaften hygienischen Zustands in vielen öffentlichen Gebäuden gefördert. So wurden sechs sanitäre Module im Bürgermeisteramt saniert und auch sanitäre Anlagen für Menschen mit Behinderung angebracht. Im selben Jahr erhielt die Stadtverwaltung von León vier gebrauchte Müllsammelfahrzeuge. Diese wurden vom Freundeskreis León-Hamburg, der Stadtreinigung Hamburg, dem Bürgermeisteramt von León sowie der Senatskanzlei Hamburg gespendet. Dadurch konnte die Abfallsammlung auf weitere Teile der Stadt ausgeweitet werden. Außerdem kam es durch die Fahrzeuge zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Angestellten des Bürgermeisteramtes. Der Río Chiquito und sein Umfeld können so auch sauber gehalten werden.

Spendenaufkommen

Über 23.000 (Stand: 31.05.2016) aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Versorgungsempfänger machen mittlerweile bei der Restcent-Aktion mit. Ergänzend zu staatlich finanzierten Maßnahmen konnten so zusätzliche Projekte im Bereich Gesundheit, Hygiene und Trinkwasserversorgung in León finanziert werden. Das Spendenaufkommen belief sich von Anfang 1996 bis 2015 auf 3,1 Millionen Euro, monatlich kommen rund 12.000 Euro hinzu.

Hamburg finanziert die Kanalisation unter anderem im Stadtteil Sutiava. Viele kleine Geldbeträge stehen für Solidarität mit der Partnerstadt León. Abgewickelt wird die Aktion über die für die Gehaltsabrechnung zuständige Stelle. Die Mittel gehen auf ein gesondertes Verwahrkonto und werden entsprechend den Projektvereinbarungen nach Nicaragua überwiesen. Über den Verlauf der Projekte und der Städtepartnerschaft werden die Beteiligten regelmäßig informiert.

Mit der Jahreswende 2001/2002 (Umstellung der Gehälter von Deutscher Mark auf Euro) wurde die Restpfennig-Aktion erfolgreich auf die Centbeträge hinter dem Komma umgestellt; die Bereitschaft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre Beiträge fast zu verdoppeln, war nahezu einhellig. Sie haben zudem die Gewissheit, dass ihre Spendengelder nicht die staatlichen Mittel schmälern, die von Hamburg für León zur Verfügung gestellt werden.

Die Restcent-Aktion bildet innerhalb der Nord-Süd-Städtepartnerschaft eine stabile Brücke zwischen der Solidargemeinschaft der Beteiligten in Hamburg und der Selbsthilfegemeinschaft der Projektträger in León. Während dort mit Hilfe eines stetigen Mittelzuflusses die Lebensbedingungen der ärmsten Bevölkerungsteile entscheidend verbessert werden können, schärfen die Projektinformationen bei den zahlreichen Spenderinnen und Spendern exemplarisch das Bewusstsein und die Anteilnahme für die Entwicklungsprobleme in den Ländern des Südens.

Ein niedrigschwelliges, aber breites und dauerhaftes finanzielles Engagement kann so einhergehen mit der zunehmenden Bereitschaft einer großen Zahl von Menschen auf beiden Seiten, extreme Armut nicht mehr als unabänderlich hinzunehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie im zuständigen Referat der Senatskanzlei oder beim Freundeskreis León-Hamburg.

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Kontakt

Cordelia Weist

Senatskanzlei
Staatsamt
Hermannstraße 15
20095 Hamburg
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Restcent-Aktion: So helfen Hamburger Menschen in León

Filmmaterial

 León

Kurzfilme Das Leben in León

Der Journalist Rüdiger Behrens hat eindrucks­volle Bilder aus Hamburgs Partnerstadt León gefilmt. In 12 themen­spezifischen Kurzfilmen stellt er das Leben in der nicara­guanischen Stadt dar. Mehr Informationen zu dem Film erhalten Sie von Rüdiger Behrens persönlich. Kontakt: Rudy.Behrens@t-online.de

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