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Zusammenarbeit Gemeinsame Projekte

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Der letzte Convenio, das heißt die letzte Vereinbarung zwischen dem Hamburger Senat und dem Bürgermeisteramt León, wurde 2006 unterzeichnet. Seither werden die Projekte einzeln mit Projektträgern der Stadt León oder mit Nicht-Regierungsorganisationen vereinbart. Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind unverändert: Aus- und Weiterbildung, Ökonomische Entwicklung und Armutsbekämpfung, Umwelt- und Klimaschutz sowie Förderung des regionalen Tourismus.

Gemeinsame Projekte

Im Rahmen des Programms „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte (NAKOPA)“ von Engagement Global gGmbH engagiert sich Hamburg zurzeit in vier langfristigen Projekten.

Nachhaltiges Abwasser- und Abfallmanagement für den städtischen Schlachthof von Leon, 2013-2015 (NAKOPA-AMN-NI.6-13):

Der städtische Schlachthof von León produziert täglich große Mengen Abfall und Schmutzwasser, und die hygienischen Verhältnisse während des Schlachtens müssen verbessert werden. Seit langem beschweren sich Anwohner über Geruchsbelästigung und Abwasser in den umliegenden Straßen. Hamburg unterstützt mit Hilfe von Engagement Global und BORDA e.V. (Bremen Overseas Research & Development Association) seine Partnerstadt dabei, ein besseres Abwasser- und Abfallmanagement für den Schlachthof zu entwickeln. Das soll nicht nur den Angestellten des Schlachthofes sowie der Bevölkerung zu Gute kommen, sondern auch die Umweltbelastung eingrenzen, denn bisher wurde das verunreinigte Wasser in den nahe gelegenen Fluss Río Chiquito geleitet. Eine Abwasserkläranlange wird fortan Abhilfe schaffen.

Bei der Verwertung von Abfällen entstehende Biogase werden zudem als regenerative Energiequelle genutzt. Das Projekt dient als Beispiel- und Lernobjekt für Studenten und Auszubildende. So sollen zukünftige Fachkräfte die Möglichkeit bekommen, praktische Erfahrungen im Bereich Umweltschutz und Abfallmanagement zu sammeln.

Bau einer Feuerwache im Stadtteil Sutiaba, 2014–2016 (NAKOPA-AMN-NI.4-14):

Im Westen der Stadt León, im Bezirk Sutiaba, entsteht mit der Unterstützung durch Hamburg und Engagement Global eine neue Feuerwehrwache. Diese soll nicht nur den allgemeinen Brandschutz erhöhen, sondern auch im Fall von starken Unwettern, Überschwemmungen oder Erdbeben den Bewohnern schneller zu Hilfe kommen. León ist nahe der Pazifikküste und unweit des Momotombo-Vulkans besonders stark den Naturgewalten ausgeliefert. Zwar existiert bereits eine Berufsfeuerwehr, durch die engen Straßen der kolonialen Stadt sind jedoch nicht alle Bezirke unmittelbar erreichbar. Die neue Wache soll nun Sutiaba, das Wohngebiet der indigenen Bevölkerung, sowie die umliegenden Dörfer besser schützen. Da es sich bei der neuen Station um eine der Freiwilligen Feuerwehr handelt, haben die Bewohner und Bewohnerinnen die Chance, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich persönlich einzubringen. 

Ausbau der Lkw-Werkstatt der Stadtreinigung León, 2015 – 2016 (NAKOPA-AMN-MI.2-15):

Seit Jahren arbeitet die Stadtreinigung Hamburg auf dem Gebiet der Müllentsorgung eng mit der Partnerstadt León zusammen. Die dort eingesetzten Müllwagen stammen zum Großteil aus Hamburg. Schon seit 1998 liefert die Stadtreinigung Hamburg gebrauchte Müllfahrzeuge an ihre Kollegen in León, eines davon wurde von der Restcent-Aktion finanziert.

Damit die nicaraguanischen Fachkräfte vor Ort die Fahrzeuge langfristig und sicher gebrauchen können, beteiligt sich Hamburg mit Hilfe von Engagement Global am Umbau der vorhandenen Werkstatt. Mit dem richtigen Werkzeug und Know-How kann die Laufzeit der Wagen verlängert sowie eine regelmäßige Wartung garantiert werden. Hohe Reparaturkosten fallen gar nicht erst an. Hamburg unterstützt außerdem die Schulung der Mitarbeiter und den Erfahrungsaustausch im Rahmen von persönlichem Austausch. Die Koordinierung der Müllentsorgung und die Instandhaltung der Müllwagen werden so weiter verbessert.

Verbesserung der hygienischen und sanitären Situation am städtischen Schlachthof und Beitrag zum Schutz des Wassereinzugsgebietes in León, 2017-2019 (NAKOPA-AMN-NI.1-17):

Der Zustand der Ausrüstung und Einrichtungen am städtischen Schlachthof sollen verbessert, die mittelalterlichen Schlachtmethoden abgeschafft, sowie Personal in Betrieb und Wartung ausgebildet und professionalisiert werden. Studien über notwendige bauliche Maßnahmen und Veränderungen im administrativen Bereich müssen erstellt und umgesetzt werden. Das Krematorium, der Ofen in dem die Tierkadaver beseitigt werden, soll an einen anderen Ort innerhalb des Schlachthofgeländes verlegt und modernisiert werden.

Diese vier NAKOPA-Projekte kamen dank der Förderung durch Engagement Global gGmbH/Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) zustande.

Engagement Global

Aus- und Weiterbildung

In Nicaragua beträgt der Bevölkerungsanteil der Altersgruppe bis 14 Jahre 41,5 Prozent - dreimal so viel wie in Deutschland. Viele Kinder und Jugendliche brechen die Schullaufbahn vorzeitig ab, weil sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Um ihnen eigenständige Chancen im Berufsleben zu verschaffen, engagieren sich verschiedene Organisationen für handwerkliche Grundausbildungen, zum Beispiel als Schneiderinnen oder Tischler.

Hamburg unterstützt die Einrichtung solcher Lehrgänge durch Finanzierung der Ausbildergehälter und Materialien. Das Ausbildungsangebot soll sich auf Dauer wirtschaftlich selbst tragen durch den Verkauf der Kleidung und der Möbel, die von den fortgeschrittenen Auszubildenden hergestellt werden.

Für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung hat Bildung in Nicaragua eine weitere Dimension, nämlich die außerschulische Förderung von Fähigkeiten junger Menschen, um sie zu Selbstständigkeit, Selbstbehauptung und sozialer Verantwortung zu führen. Viele Kinder wachsen mit der Erfahrung von Gewalt, auch sexuellen Missbrauchs auf – eine Hypothek, die immer auch die folgende Generation und damit die Zukunft der Gesellschaft insgesamt zu belasten droht. Hamburg unterstützt die Erweiterung eines  Bildungs- und Beratungsangebots in León, das von juristischer und sexueller Aufklärung bis hin zu kreativen Möglichkeiten, etwa Anleitung zum Theaterspiel, geht.

Ökonomische Entwicklung

Seit Jahren fördert Hamburg bereits Projekte von Dorfgemeinschaften in den ländlichen Außenbezirken des Leóner Gemeindegebiets. Durch Produktionsberatung und Anschubfinanzierung der Kleinbauern wird nicht nur die stadtnahe Lebensmittelversorgung gestärkt, sondern den Bauern auch über die Selbstversorgung hinaus Einkommen verschafft, indem sie ihre Überschüsse auf dem Markt verkaufen können. Die aus einem Kreditfonds an die Bauern gezahlten Mikrokredite können meist innerhalb eines Jahres getilgt werden, und die Finanzmittel stehen dann für neue Investitionen zur Verfügung.

Tourismus

Hamburg will seine Partnerstadt dabei unterstützen, das touristische Potenzial besser auszuschöpfen. Dabei geht es um nachhaltigen Tourismus, der nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale und ökologische Dimension hat und in die allgemeine Entwicklungsstrategie der Stadt eingebettet ist.

León und Hamburg sind sich einig, dass positive Impulse für Arbeitsplätze und Einkommen in León von der gezielten Förderung des Tourismus ausgehen sollen. In Deutschland spielt León als Reiseziel in Zentralamerika eine untergeordnete Rolle. Selbst aus Hamburg reisen meist nur Gäste an, die eine enge Beziehung zur Städtepartnerschaftsarbeit haben. Das liegt nicht zuletzt an fehlendem touristischen Informationsmaterial in deutscher Sprache. León bietet kulturell und landschaftlich – zwischen Pazifikwellen und Vulkankette – einen attraktiven Ausschnitt Zentralamerikas, mit einigen besonderen Vorteilen:

  • ein hohes Maß an Sicherheit bei Tag und Nacht,
  • Trinkwasser, das man ohne Bedenken trinken kann,
  • ein unverfälschtes traditionelles Stadtbild ohne Hochhäuser und breite Verkehrsschneisen,
  • ein lebendiger, aber nicht hektischer Alltagsrhythmus.

Auch eine wesentliche Steigerung der Besucherzahl wird León nicht zum Objekt des Massentourismus machen. León ist daran gelegen, auch den ökologisch interessierten Touristen ein sehens- und erlebenswertes Ambiente zu vermitteln.

Umweltschutz

Die Stadtverwaltung von León hat der Verbesserung der Abfallsituation hohe Priorität bei der Stadtentwicklung eingeräumt. Im Rahmen eines mehrjährigen integrierten Projekts – es läuft bereits seit 2005 – unterstützen die Stadtreinigung Hamburg, die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und die Senatskanzlei die Partner beratend, ausbildend, finanziell und mit technischer Ausstattung.

Neben der Organisation der Müllabfuhr und Müllverwertung spielt auch die Umwelterziehung der Bevölkerung in allen Altersstufen eine wichtige Rolle, nicht zuletzt in Verbindung mit der Tourismusförderung: Der Aufenthalt in einer sauberen Stadt – ohne wilde Müllablagerungen und den Geruch verbrannter Hausabfälle – wird nicht nur für die Bewohner selbst, sondern auch für ihre Besucher angenehmer.

Im Bereich Abwasser ist León mit Hamburger Hilfe schon weit vorangekommen – dank der Spenden aus der Restcent-Aktion. Mittlerweile 26.000 aktive und ehemalige Beschäftigte des Hamburger öffentlichen Dienstes verzichten monatlich auf die Cent-Beträge ihrer Gehälter und Pensionen, um sanitäre Hausanschlüsse in den ärmeren Stadtvierteln zu finanzieren.  Jedes fünfte Wohngrundstück in der Stadt verdankt die hygienische Ableitung seines Wassers in die Kanalisation den Restcent-Projekten. Und noch warten einige Stadtteile darauf, dass sie an die Reihe kommen.

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Hermannstraße 15
20095 Hamburg
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Restcent-Aktion: So helfen Hamburger Menschen in León

Filmmaterial

 León

Kurzfilme Das Leben in León

Der Journalist Rüdiger Behrens hat eindrucks­volle Bilder aus Hamburgs Partnerstadt León gefilmt. In 12 themen­spezifischen Kurzfilmen stellt er das Leben in der nicara­guanischen Stadt dar. Mehr Informationen zu dem Film erhalten Sie von Rüdiger Behrens persönlich. Kontakt: Rudy.Behrens@t-online.de

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