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Hilfsbereitschaft Dresden schafft offene Willkommenskultur für Flüchtlinge

In Dresden wächst das Engagement für Toleranz und Weltoffenheit. Die sächsische Partnerstadt an der Elbe erlebt eine immer größer werdende Welle der Hilfsbereitschaft. Viele Bürger engagieren sich ehrenamtlich, um Flüchtlingen zu helfen und ihre Stadt nicht Rechtspopulisten zu überlassen. Sie setzen ein Zeichen für ein weltoffenes Dresden.

Einladungsamt Dresden Patrick aus Syrien bei seinen beiden Gastgeberinnen Wiebke und Miriam: Die drei sind auch weiterhin in Kontakt und unternehmen viel miteinander.

Dresden schafft offene Willkommenskultur für Flüchtlinge

Die Initiative des Dresdner Einladungsamtes vermittelt private Einladungen zwischen Einheimischen und Zugezogenen und ermöglicht ein erstes Kennenlernen. Aktuell engagiert sich das ehrenamtlich arbeitende Team insbesondere für persönliche Kontakte zwischen Dresdnern und Flüchtlingen, um dem in diesem Jahr durch die Pegida-Anhänger aufkeimenden fremdenfeindlichen Klima entgegenzuwirken. So werden Menschen, die einander vermutlich sonst nie treffen würden, an einen Tisch gebracht. „Das Gefühl, ‚die Anderen‘ seien so fremd, löst sich am besten durch persönliche Begegnung auf“, beschreibt Initiatorin Kerstin Albrecht die Idee. 

Getreu dem Motto „Essen, Reden und Kennenlernen“ vermittelt das Einladungsamt auf privater Basis nach dem Vorbild des schwedischen „Invitationsdepartementet“ Essenseinladungen zwischen Einheimischen und Zugezogenen aller Länder. Ein aufwendiges Gericht ist nicht vonnöten: „Insgesamt sollte man für eine Atmosphäre sorgen, in der sich jeder wohlfühlt. Einfach, wie man es auch sonst mit seinem Besuch macht.“

Die Gäste können aus der ganzen Welt kommen: Syrien oder Polen, Kanada oder Eritrea, Afghanistan, Iran, Russland oder Kamerun. Aus Schweden ist bekannt, dass es in den meisten Fällen zu einer Gegeneinladung kam. Seit seiner Entstehung konnte die Dresdner Initiative bereits 32 Einladungen vermitteln, Tendenz steigend. Auch hier gab es bisher viel positives Feedback von Teilnehmenden.
Das Einladungsamt setzt sich zunächst mit den Gastgebern in Verbindung und macht ein konkretes Datum mit Uhrzeit innerhalb der nächsten vier Wochen für die Essenseinladung aus. Dann sucht es unter den angemeldeten Gästen jemanden aus, für den der zeitliche Rahmen in Frage kommt.

Für Interessierte existiert dasselbe Projekt ebenfalls in Hamburg: Hier vermittelt die Organisation „Welcome Dinner“ das erste Kennenlernen zwischen Einheimischen und Zuwanderern.

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