Senatskanzlei

Chormusik elbauf, elbab Vom Wasser - Dresden - Hamburg

Zwei Chöre aus Hamburg und Dresden entdecken die Partnerstädte. Nach einem gemeinsamen Chorwochenende im Juni in Dresden unter dem Motto „Chormusik elbauf – elbab“ fanden sich der Madrigalchor Eppendorf aus Hamburg und der Freie Chor Dresden im September zu einem weiteren gemeinsamen Konzert unter dem Motto „Vom Wasser“ zusammen. Gisela Kamke, Sabine Kamke Yvonne Weidauer und Agnes Ponizil schildern ihre Erfahrungen und Eindrücke.

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Vom Wasser - Dresden - Hamburg

Alles begann im Jahre 2012. Während einer Urlaubswoche 'Singen und wandern in der Sächsischen Schweiz mit Agnes Ponizil' , der Chorleiterin des Freien Chors Dresden, an der eine Madrigalchorsängerin teilgenommen hatte, entstand der Wunsch nach einem Choraustausch Hamburg/Dresden.

Als Agnes Ponizil Ende 2013 an der HfMT in Hamburg ein Seminar gab, kam es zu einem Treffen mit Uschi Krosch (Chorleiterin Madrigalchor Eppendorf) und die Idee wurde konkreter.

Beide Chorleiterinnen trugen das Projekt ihren Chören vor und holten sich die Zustimmung von den Chormitgliedern ein.

Danach konnten die Vorbereitungen in Hamburg und Dresden beginnen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Konzerte für 2014 schon geplant und daher auf das Jahr 2015 hingearbeitet.

Schon früh gab es die Planung, sich beim Elbhangfest zu bewerben, einem kulturellen Sommer-Highlights Dresdens.

Das Elbhangfest wird seit 25 Jahren ehrenamtlich von mehreren Gemeinden entlang der Elbe organisiert, dauert drei Tage an verschiedenen Spielstätten und umfasst alle Sparten und Genres von Kultur.

Wir freuten uns über die Nachricht, dass wir am Schloss Pillnitz unter freiem Himmel auftreten sollten und Teil dieses Festes sein würden. 

Eindrücke vom Madrigalchor Eppendorf in Dresden

Ausgerüstet mit einem Zeitplan, den wir vom Freien Chor erhielten, reiste der Madrigalchor Eppendorf im Juni an. Manche früher, einige blieben auch länger, um sich Dresden ausführlicher und unabhängig von den Choraktivitäten anzusehen.

Wir trafen uns im Theatercafé "Klara" am Kleinen Haus und konnten dort eine Erfrischung zu uns nehmen. Wer Interesse hatte, konnte an einer Stadtführung entweder durch die innere oder äußere Neustadt teilnehmen, die vom Freien Chor angeboten wurden.

Danach ging es in den geräumigen Probenraum in einem ehemaligen Logenhaus und es wurde an dem gemeinsamen Programm gearbeitet, auch mit den beiden Dresdner Musikern. Im Anschluss an die Probe gab es noch ein leckeres Buffet, das die Dresdner Chormitglieder zubereitet hatten. So bot sich auch die Gelegenheit, uns kennenzulernen und die Festivalbändchen und Programme konnten verteilt werden.

Am nächsten Tag brachen wir rechtzeitig auf, um mit Straßenbahn oder Rädern nach Kleinzschwachwitz zu fahren. Von dort pendeln zwei Fähren über die Elbe zum Schloss Pillwitz. Kaum im Schlosspark angekommen, öffneten sich die Himmelstore und es gab einen kräftigen Regenguss. Das verzögerte den Zeitplan bereits und kurz vor unserem Auftritt fing es erneut an zu regnen und unser erster 'Open Air' Auftritt fiel buchstäblich ins Wasser, denn der Regen wollte nicht aufhören. Wir waren enttäuscht und vorerst ratlos.

Dank vieler Bemühungen und verständiger und hilfreicher Ordner vor Ort, fand sich aber doch noch eine Möglichkeit, eine Stunde später in der schönen Orangerie aufzutreten. Vor so exotischer Kulisse haben wir bisher noch nicht gestanden und unser Programm präsentiert. Nach dem gemeinsamen Auftritt fanden wie auf der anderen Elbseite ein nettes Gartenlokal, in dem wir uns stärken konnten.

Der Regen hatte aufgehört und Tische und Stühle wurden flugs getrocknet und die Sitzkissen hervorgeholt.

Wenn sangesfreudige Menschen zusammenkommen, dauert es nicht lange, bis das erste Lied angestimmt wird. Es gesellte sich noch jemand mit einem Akkordeon hinzu, die Fährpassagiere kamen auch neugierig herbei, und die vorbeifahrenden Ausflugsschiffe ließen ihr Horn ertönen.

Später ging es nochmal zum Weindorf, das am Schloß aufgebaut war und wir haben den Abend zufrieden und gutgelaunt mit Livemusik und Tanz ausklingen lassen.

(Gisela Kamke, Sabine Kamke)

Der Freie Chor Dresden zu Besuch in Hamburg

Nach dem beschwingt-fröhlichen Wochenende mit den Madrigalchoristen in Dresden war der Freie Chor Dresden schon ganz gespannt auf den Gegenbesuch in Hamburg. Im September war es dann soweit. Wir, die Dresdner, reisten an einem Freitag per Zug nach Hamburg, wo uns gleich am Hauptbahnhof eine für uns ungewohnte, aber spannende multikulturelle Atmosphäre umfing. Im benachbarten Generator-Hostel fanden wir Unterschlupf.

Noch am Freitag trafen wir uns mit dem Madrigalchor Eppendorf zur gemeinsamen Probe in der Jugendmusikschule. Während der Madrigalchor sowohl weltliche als auch klassische Chorliteratur des klassischen Erbes und der Moderne pflegt, widmet sich der Freie Chor Dresden neben der klassischen Chorliteratur auch der Weltmusik, musikalischer Experimente und szenischer Chormusik. Länderschwerpunkt der „Weltmusik“ war dabei Brasilien- und damit diese Musik richtig „groovt“ wurde eine Dresden-Hamburger Begleitband mit Jörg Ritter (Dresden) Percussion und Dirk Bleese (Hamburg)-Klavier ins Leben gerufen. Die einstudierten Lieder galt es nochmals zu festigen, insbesondere der Teil der Lieder des klassischen Erbes, der von beiden Chören gesungen wurde. Viel Freude hatten wir beim gemeinsamen studieren das niederdeutschen Volksliedes „Dat Du min Levsten büst“- wobei die Hamburger Chormitglieder die korrekte Aussprache und die Dresdner Chormitglieder das dreistimmige Arrangement ihrer Chorleiterin beisteuerten.

Im Anschluss an die Probe – es war schon spät – schwärmten wir in kleinen Grüppchen aus und schlenderten durch das nächtliche Hamburg.

Auch den nächsten Tag nutzten wir bis zum Beginn der Probe am Nachmittag für diverse Stadtrundgänge. Natürlich stand ein Besuch des Hafens bei den meisten von uns auf der Tagesordnung. Andere hat es ins Schanzenviertel verschlagen oder nach Blankenese. Es gab so viel zu sehen, dass wir Mühe hatten, pünktlich zur Probe zu kommen.

Am Abend fand dann unser gemeinsames Konzert im wunderschönen Miralles-Saal der Jugendmusikschule statt. Es war ein sehr abwechslungsreiches und gelungenes Konzert, allein schon wegen des unterschiedlichen Repertoires der beiden Chöre. Zudem kam die kleine – von Chorleiterin Agnes Ponizil eigens für das Chortreffen geschriebene – „Minuten-Oper“ „Wasser zum trinken“ sowie ein Circlesong „Das sind die Wasser des März“ gemeinsam von beiden zur Aufführung, die im Publikum großen Anklang fanden.

Großen Anklang bei den Dresdnern fand auch das Buffet, zu dem wir nach dem Konzert von den Hamburgern eingeladen wurden. Die schönsten Leckereien standen auf dem Tisch. Gekochtes, Gebackenes, Gerührtes und Geschnipseltes… - alles war reichlich vorhanden. Es wurde viel geredet, gelacht und Adressen getauscht.

Zu später Stunde haben wir uns verabschiedet. Für uns Dresdner aber war der Tag noch nicht zu Ende. Das blaue Licht der Cruies Days lockte uns noch zum Hafen. Selbst mitten in der Nacht war hier noch so viel Trubel, dass es regelrecht schwierig war, noch einen freien Platz im Kneipchen zu ergattern.

Den Sonntag ließen wir ruhig angehen. Wieder zogen wir in kleinen Grüppchen durch Hamburg, bis dann am Nachmittag der Zug uns zurück in die Heimat brachte.
Beseelt vom schönen Wochenende und den vielen Erlebnissen blieb am Ende der Wunsch beider Chöre nach einem weiteren gemeinsamen Chorprojekt, vielleicht das Chortreffen in Prag? Irgendwann sehen wir uns wieder. Bestimmt.

(Yvonne Weidauer, Agnes Ponizil)