Beziehungen zwischen Hamburg und Südamerika Partnerregion Südamerika

Lateinamerika und Nordeuropa – zwei Welten, die auf den ersten Blick wohl kaum unterschiedlicher sein könnten, sei es geografisch, klimatisch oder kulturell. Dennoch hat Hamburg immer eine ganz besondere Nähe zu Lateinamerika gepflegt.

Traditionelle südamerikanische Waren

Partnerregion Südamerika

Gewachsene Handelsbeziehungen

Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts entstand eine enge Verbindung zwischen Hamburg und der Lateinamerika-Karibik-Region. Zuwanderer aus Spanien und Portugal ließen sich im liberalen Hamburg nieder und führten von hier aus ihre Handelsgeschäfte. 1827 hat Hamburg als erste Stadt die Staaten Lateinamerikas anerkannt und Handelsbeziehungen, beispielsweise zu Brasilien oder Mexiko, aufgebaut. Nach dem großen Brand in der Hansestadt 1842, bei dem etwa jeder fünfte Einwohner sein Haus verlor, halfen die lateinamerikanischen Handelspartner beim Wiederaufbau. Spenden sind unter anderem aus Mexiko, Kuba und Brasilien verbürgt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verließen zahlreiche Auswanderer Europa über den Hamburger Hafen in Richtung Lateinamerika: So eröffnete auch die heute als „Hamburg Süd“ bekannte Reederei im Jahr 1871 eine direkte Linienverbindung nach Brasilien.

Aktueller Dialog

Hamburg pflegt intensive Verbindungen nach Lateinamerika und in die Karibik, was auch die Städtepartnerschaft mit León in Nicaragua zeigt. 20 Staaten der Region haben konsularische Vertretungen in der Hansestadt. Die Interessen Hamburgs wiederum werden in Argentinien, Brasilien, Guatemala und Antigua durch jeweils einen ehrenamtlich tätigen HamburgAmbassador vertreten. Hinzu kommen zahlreiche lateinamerikanische Handelsvertretungen, soziale Vereinigungen und kulturelle Veranstaltungen sowie regelmäßige Reisen hoher Politiker, wie zuletzt die Südamerika Reise des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz im Jahr 2013 nach Brasilien, Argentinien und Uruguay.

Kultur und Wissenschaft

Das große Netzwerk und die starke Präsenz der lateinamerikanischen Gemeinde führen zu einer lebhaften Kulturlandschaft mit Bezug zu dieser Weltregion in unserer Stadt. So wurde erstmals im Jahr 2014 der Lateinamerika-Herbst begangen, eine Veranstaltungsreihe von 40 Institutionen, Vereinen und Konsulaten, welche mit zahlreichen Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Politik und Geschichte Lateinamerika erlebbar machten. Im Bereich der Wissenschaft sind das Institut für Lateinamerika-Studien des German Institute on Global and Area Studies (GIGA), sowie die Lateinamerika-Studien an der Universität renommiert für ihre Forschung zur Region. Insgesamt leben über 15.000 Menschen mit Spanisch und Portugiesisch als Muttersprache in der Metropolregion Hamburg und bereichern die Stadt auf vielfältige Weise.

Hafenwirtschaft

Wirtschaftlich wächst die Bedeutung Lateinamerikas für den Hamburger Hafen. Der Güterumschlag mit der Region hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Rückgrat dieser engen Verbindungen sind die zahlreichen Handelsrouten mit Ziel Lateinamerika, die durch die hamburgischen Traditionsreedereien realisiert werden. Hapag-Llyod gab zudem 2014 die Fusion mit der chilenischen Reederei CSAV (Compañía Sud Americana de Vapores) bekannt.

Unterstützung für Unternehmen

Hamburg ist Sitz des 1916 von Kaufleuten gegründeten Lateinamerika Vereins e.V. (LAV). Als Unternehmensnetzwerk und Informationsplattform unterstützt der LAV branchenübergreifend Unternehmen beim Auf- und Ausbau von Geschäftsaktivitäten in der Region. Hamburg ist ein Drehkreuz internationaler Handelsströme und zeichnet sich durch eine weltoffene Bevölkerung aus. Die Politik ist unternehmerfreundlich und Hamburg Invest unterstützt internationale Unternehmen dabei, hier Fuß zu fassen.

Südamerika und Hamburg

 EuroLat Parliamentary Assembly Conference (c) Roland Magunia

03. Mai 2012 - Euro-Lateinamerikanische Parlamentarier-Versammlung (EUROLAT): Bürgermeister Olaf Scholz (r.) begrüßte das erweiterte Exekutivkomitee zur einer zwei-tägigen Konferenz in Hamburg. Zu den Teilnehmern gehörte auch die Präsidentin der EU-LAC Stiftung, Benita Ferrero-Waldner, und der Ko-Präsident der EUROLAT und Mitglied des Europäischen Parlaments, José Ignacio Salafranca Sánchez-Neyra.

 Bürgermeister Olaf Scholz und der Präsident der Republik Östlich des Uruguay, José Alberto Mujica Cordano

17. Oktober 2011 - Staatsbesuch aus Lateinamerika: Bürgermeister Olaf Scholz (l.) hat den Präsidenten der Republik Östlich des Uruguay empfangen. José Alberto Mujica Cordano ist auf Deutschlandreise. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt standen Gespräche mit Unternehmern und der Besuch des Galadinners zum Lateinamerika-Tag in der Handelskammer auf dem Programm. 

 Bürgermeisterin Dorothee Stapelfeldt mit dem ecuadorianischen Außenministerer Ricardo Patiño.

15. Oktober 2011 - Hafenkooperation zwischen Hamburg und Ecuador im Fokus: Über eine Intensivierung der Zusammenarbeit haben sich Freitag Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Dorothee Stapelfeldt und der ecuadorianische Außenminister ausgetauscht. Ricardo Patiño ist auf Europareise – zum Programm in Hamburg gehören außerdem Treffen mit Unternehmern und Universitäts-Vertretern sowie das erste ecuadorianische Gastronomie-Festival im Grand Elysée Hotel.

 Die künftige Präsidentin Dr. Benita Ferrero-Waldner und der Direktor Jorge Valdez der EU-LAK-Stiftung

18. Mai 2011 - Die designierte Präsidentin Dr. Benita Ferrero-Waldner besuchte gemeinsam mit dem künftigen Direktor Jorge Valdez die Hansestadt. Auf dem Programm stand die Suche von Büroräumen und ein Gespräch mit Bürgermeister Olaf Scholz. Die EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung soll die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Staaten Lateinamerikas und der Karibik stärken. 2012 nimmt die Stiftung ihre Arbeit in Hamburg auf.