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Gefährdung der Biodiversität Invasive gebietsfremde Arten

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Mit Stand August 2019 sind von der EU-Kommission 66 Tier- und Pflanzenarten als invasive, gebietsfremde Arten gelistet worden. Von diesen Arten geht eine Gefährdung für die biologischen Vielfalt in Europa aus.

Invasive gebietsfremde Arten

In Europa kommen inzwischen weit über 12.000 gebietsfremde Arten vor. Nach aktuellen Schätzungen sind bis zu 15 Prozent als invasiv anzusehen. Als invasiv werden gebietsfremde Arten bezeichnet, die durch menschliche Handlungen nach Europa eingebracht worden sind sowie sich dauerhaft in Europa etablieren könnten und sich sehr schnell vermehren. Damit verbunden können sie durch Veränderungen von Lebensräumen, Prädation, Wettbewerb, Krankheiten oder auch direkte Verdrängung heimische Tier- und Pflanzenarten sowie die Ökosysteme als Ganzes schädigen.
Invasive gebietsfremde Arten können des Weiteren erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Wirtschaft haben. Als Beispiel sei der Riesen-Bärenklau genannt, der bei Kontakt zu schmerzhaften Hautreaktionen führen kann.

Die EU-Kommission hat deshalb einen Mechanismus entwickelt regelmäßig zu prüfen, welche Tier- und Pflanzenarten im Sinne der EU-Verordnung als invasive, gebietsfremde Arten zu behandeln sind. Die Kriterien für die Aufnahme in die sogenannte "Unionsliste" sind u.a., dass die Arten in der gesamten EU gebietsfremd sind, sich in mehr als zwei Mitgliedsstaaten ausbreiten, wissenschaftliche Erkenntnisse eine Gefährdung von Ökosystemen belegen und dass die Aufnahme in die Liste geeignet ist, die nachteiligen Auswirkungen der Arten zu vermindern.

Um zu verhindern, dass überhaupt neue invasive Arten sich im Gebiet der Europäischen Union etablieren können, sind die Mitgliedsstaaten angehalten Aktionspläne gegen die entsprechenden Einbringungspfade zu entwickeln. Der erste Aktionsplan für Deutschland wurde im August 2021 vom Bundesumweltministerium veröffentlicht.

Die schon in Europa vorhandenen Arten werden auf der Unionsliste  in zwei Kategorien eingeteilt: Arten in der sogenannten frühen Phase der Invasion, die sich noch nicht etabliert haben und etablierte Arten für die ein Management notwendig ist. Neben der Einstufung auf europäischer Ebene, ist es sinnvoll dies auch für die einzelnen Zuständigkeitsbereiche gesondert durchzuführen – besonders relevant sind dabei die Arten, für die ein Management notwendig ist. Daraus ergibt sich für Hamburg die folgende Liste der weit verbreiteten invasiven, gebietsfremden Arten:

Artname (wiss.)Artname (dt.)
Pflanzen
Ailanthus altissimaGötterbaum
Elodea nuttalliiSchmalblättrige Wasserpest
Heracleum mantegazzianumRiesenbärenklau
Impatiens glanduliferaDrüsiges Springkraut
Wirbellose
Eriocheir sinensisChinesische Wollhandkrabbe
Orconectes limosusKamberkrebs
Wirbeltiere
Alopochen aegyptiacaNilgans
Lepomis gibbosusSonnenbarsch
Myocastor coypusNutria
Nyctereutes procyonoidesMarderhund
Ondatra zibethicusBisam
Procyon lotorWaschbär
Pseudorasbora parvaBlaubandbärbling
Trachemys scriptaBuchstaben-Schmuckschildkröte

Auch weitere Arten - ohne unionsweite Bedeutung - können nachteilige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt in Deutschland haben. Diese Bewertung weiterer Arten findet fortlaufend statt und kann auf der Internetseite des Bundesamt für Naturschutz gebietsfremden und invasiven Arten in Deutschland verfolgt werden: www.neobiota.de​​​​​​​

Kontakt

Christian Hach / Tobias Langguth

Referat Arten- und Biotopschutz, Invasive Arten

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
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