So starten Sie durch! Ausbildung mit über 30 Jahren?

Gründe, um mit 30 oder 40 Jahren noch mal richtig durchzustarten, gibt es viele: Der aktuelle Beruf macht keinen Spaß mehr oder ist körperlich zu anstrengend oder man plant einen Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Familienpause. Des Weiteren können auch eine längere Krankheit, ein Unfall oder eine Umorientierung der Anlass sein.

Gruppe Menschen

Ausbildungschancen

Eine Ausbildung für ältere Erwachsende ist grundsätzlich in jedem Bereich möglich. Auch die Gesetzgebung ist auf der Seite des Auszubildenden: Man darf nämlich nicht aufgrund des Alters diskriminiert werden. Trotzdem sticht man natürlich aus dem Raster der Auszubildenden heraus, da diese in der Regel zwischen 15-19 Jahre alt sind. 

Einige Unternehmen bieten sogar spezielle Ausbildungsprogramme für ältere Teilnehmer an – denn da die meisten Auszubildenden zwischen 15 und 19 Jahre alt sind, kann es passieren, dass man sich schnell unwohl und ausgeschlossen fühlt.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Besonders gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz bekommt man in folgenden Bereichen. Da es hier einen dringenden Bedarf an Fachkräften gibt. 

  • Pflege
  • Soziales
  • Dienstleistungen

Besonders im Pflege- und Sozialsektor kann das höhere Alter sogar von Vorteil sein, denn Lebenserfahrung ist ein Pluspunkt, bei der Betreuung von älteren und kranken Menschen.  

Gehalt und Finanzierung

In den allermeisten Fällen sind duale Ausbildungen, bei denen man neben der Berufsschule auch in einem Betrieb arbeitet, vergütet. Leider ist das Gehalt eher gering. Bei einer schulischen Ausbildung gibt es in der Regel kein Gehalt, häufig kosten die Prüfungszulassungen sogar noch Extrageld.

In einigen Fällen stockt die Agentur für Arbeit das Ausbildungsgehalt auf. Allerdings sollten hierfür folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • fehlender Berufsabschluss
  • keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit dem erlernten Beruf
  • der erlernte Beruf kann aus gesundheitlichen Gründen nicht ausgeübt werden

Leider gibt es keinen allgemeingültigen Weg um eine Förderung zu bekommen. Die Bundesagentur für Arbeit kann allerdings dabei helfen, welche Ansprüche man hat und wie man die dazugehörigen Unterlagen ausfüllt. Diese Förderungsmöglichkeiten gibt es für eine Ausbildung:

  • Aufstiegs-BAföG
  • Berufsausbildungsbeihilfe
  • Wohngeld
  • Bildungsgutschein
  • Bildungskredit

Achtung: Wenn man bisher Hartz IV bezogen hat, fällt diese Unterstützung weg, da man als Azubi nicht mehr für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht.

Eine weitere Möglichkeit ist die Ausbildung in Teilzeit, die mittlerweile von einigen Unternehmen angeboten wird.

Tipps für die Bewerbung

Bei einer Bewerbung sollte man unbedingt auf die bisherige Lebenserfahrung und die erworbenen Fähigkeiten eingehen. Bei vergangenen Jobs sollten die Aufgaben erläutert werden. Wenn man sich in der Vergangenheit hauptsächlich um die Familie gekümmert hat, kann man auch Soft Skills wie Organisationstalent, Stressresistenz oder soziale Kompetenzen aufzählen. Lücken im Lebenslauf und der Grund, warum man erst so spät eine Ausbildung anfängt, sollten auf jeden Fall begründet werden werden.
Grundsätzlich gelten natürlich die üblichen Formalien für eine Bewerbung. Wie man mit der Bewerbung auf ganzer Linie überzeugen kann, können Sie in den Artikeln zum perfekten Bewerbungsschreiben nachlesen! Viel Erfolg!