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Ehrenamt Das Freiwillige Soziale Jahr

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Viele Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die Zeit nach der Schulausbildung für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Wer noch nicht das 27. Lebensjahr erreicht hat, kann für mindestens sechs und höchstens 18 Monate diesen sozialen Dienst antreten.

Rollstuhlfahrer mit Pflegerin

Das Freiwillige Soziale Jahr

Das Freiwillige Soziale Jahr bietet Jugendlichen die Möglichkeit, in verschiedene Berufsfelder reinzuschnuppern, soziale Kompetenzen zu erwerben und Verantwortung zu übernehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, es anstelle des Zivildienstes zu absolvieren. 

Wer das FSJ abschließt, bekommt ein qualifiziertes Zeugnis und eine Bescheinigung über die FSJ-Zeit. In einigen Ausbildungs- und Studiengängen wird das FSJ als Praktikum anerkannt und erhöht die Chance auf einen Ausbildungsplatz. 

Geschichte des FSJ

Bereits 1962 wurde von Gertrud Rückert der „Philadelphische Dienst“ initiiert. Sie wollte damit Abiturientinnen vor dem Studium die Möglichkeit zur persönlichen und beruflichen Orientierung bieten. Das neuartige Konzept (Sozialdienst gab es nur in der Form des Zivildienstes nur für Männer, und zwar verpflichtend) wurde zum Vorläufer des später bundesweit gesetzlich verankerten freiwilligen sozialen Jahres. 

Einsatzstellen des FSJ

Die Orte, in der Freiwillige arbeiten, werden Einsatzstelle genannt. Diese Einsatzstellen und die Freiwilligen werden von Organisationen begleitet, die auch Träger genannt werden. Der Träger (zumeist überregional tätig) trägt nicht nur die Verantwortung für den Ablauf des FSJ, er erteilt auch Auskünfte über die Bewerbung und hilft mit, eine Einsatzstelle zu finden. Die Einsatzbereiche liegen komplett im sozial-karitativen oder gemeinnützigen Bereich:

  • Das FSJ kann man in sozialen Einrichtungen machen, z.B. in Kindertagesstätten, Behindertenheimen oder in Altenpflegeeinrichtungen.

  • Das FSJ Kultur kann man in kulturellen Einrichtungen machen, z.B. in Jugendkulturzentren, Musikschulen, Theatern oder Museen.

  • Das FSJ Sport kann man in Vereinen und Sporteinrichtungen machen, die Spiel-, Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche organisieren, also insbesondere in Sportvereinen. Viele Freiwillige werden auch in Schulen eingesetzt.

  • Das FSJ Denkmalpflege kann man in Ämtern, Büros, Vereinen oder Museen machen, die sich mit dem Erhalt und der Pflege von Denkmälern befassen. Denkmäler sind z. B. Kirchen, Schlösser, besondere Gärten und Friedhöfe.

  • Das FSJ Politik kann man in Einrichtungen des politischen Lebens machen, z.B. in Bürgerbüros, Ämtern, kirchlichen Verbänden, Menschenrechtsorganisationen.

Arbeitszeit und Vergütung 

Die Arbeitszeiten werden individuell von der Einsatzstelle festgelegt. Dabei gelten die öffentlichen Tarifverträge mit ihren Wochenstundenregelungen. Die Vergütung wird als Taschengeld bezeichnet, zu diesem Verdienst kommen noch die Unterkunft, eine Fahrtkostenerstattung und die Verpflegung. Die Höhe ist dabei von Träger zu Träger unterschiedlich.

Achtung: Einige Einsatzstellen sind nicht dazu verpflichtet, eine Unterkunft zu bieten. Daher müssen sie hierfür auch keine Abgeltung zahlen.

Kindergeld und Sozialversicherung

Zuzüglich zu dem sogenannten Taschengeld bekommen unter 25-Jährige Freiwillige auch ihr Kindergeld. Ebenso besteht ein Anspruch auf Halbwaisenrente fort. FSJler sind automatisch krankenversichert und pflegeversichert. Der Träger oder die Einsatzstelle ist nämlich verpflichtet, die vollständigen Kosten für die Sozialversicherung, also den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, zu zahlen. Ebenfalls wird die Zeit des freiwilligen sozialen Jahres bei der Rentenversicherung berücksichtigt.
Achtung: Der Anspruch auf Kinderfreibeträge und Kindergeld besteht nur, wenn das Gesamteinkommen unter den geltenden Einkommensgrenzen liegt. 

TIPP: Das Diakonische Werk Hamburg bietet Stellen in der Behindertenhilfe, in Krankenhäusern und der Altenpflege an. Es sind noch Plätze zu vergeben und Bewerbungen werden laufend entgegengenommen. Mehr Infos gibt es HIER.

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